Tom Tailor hält Abwärtstrend auf

Das Hamburger Modeunternehmen, das 2016 noch einen Verlust von rund 73 Millionen Euro verzeichnete, legt seine Halbjahreszahlen vor. Demnach blieb der Konzern-Umsatz mit nur einem leichten Minus von 1,1 Prozent stabil bei 446,3 Millionen Euro zu 451,3 Millionen Euro in 2016. Bonita bleibt allerdings weiterhin das Sorgenkind.

Look der neuen Denim-Kollektion, die ab September in den Handel kommen soll. - TOM TAILOR

Die Ergebnissituation bei der Tom Tailor Group verbesserte sich deutlich: Der Konzern-Ebitda stieg im ersten Halbjahr um knapp 63 Prozent auf 30,7 Millionen Euro. Ausgehend von der guten Unternehmensentwicklung bekräftigt der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr 2017.

"Wir kommen mit unserem Ziel, die Tom Tailor Group wieder auf eine gesunde Basis zu stellen, gut voran", sagt Dr. Heiko Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Tom Tailor Holding SE. "Insbesondere im zweiten Quartal haben wir einen ordentlichen Sprung nach vorn gemacht. Unsere Ergebnisse zeigen klar, dass die Maßnahmen zur Neuausrichtung greifen. Unser Fokus liegt neben dem erfolgreichen Abschluss unseres Reset-Programms deshalb nun auch in der Vorbereitung und Implementierung von Wachstumsmaßnahmen, wie zum Beispiel dem Ausbau unseres Onlinegeschäfts", so Schäfer weiter.

Nach den Verlusten in der Vergangenheit, hatte das Modeunternehmen seinen Sparkurs durch die Schließung von Filialen und weiterer Verkaufsflächen sowie dem Abbau von mehreren hundert Arbeitsplätzen veranlasst. Im ersten Quartal lag der Gruppenumsatz unverändert bei rund 219 Millionen Euro. Der Quartalsverlust wurde um mehr als ein Viertel auf minus 6,5 Millionen Euro zurückgefahren. Die Nettoverschuldung betrug zuletzt 203 Millionen Euro.

Jetzt atmet man allerdings ein wenig auf. Der Abwärtstrend scheint aufgehalten. So stieg der Umsatz im ersten Halbjahr über alle Vertriebskanäle hinweg 2,9 Prozent auf 306,5 Millionen Euro an – zu 297,9 Millionen Euro in ersten Halbjahr 2016. Der Retail-Umsatz steigerte sich um 1,7 Prozent auf 140,2 Millionen Euro, wobei positive Beiträge insbesondere aus dem zweiten Quartal kamen, in dem der Umsatz um 2 Prozent auf 75,4 Millionen Euro zulegte. 

Der Wholesale legte im ersten Halbjahr um 3,9 Prozent auf 166,3 Millionen zu. Einen besonders kräftigen Schub lieferte auch hier das zweite Quartal mit einem Wachstum von 8,3 Prozent auf 78,8 Millionen Euro zu 72,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Nettoverschuldung sank zum 30. Juni 2017 auf 124,6 Millionen Euro – im ersten Halbjahr 2016 lag sie noch bei 239 Millionen Euro. 

"Angesichts der deutlich verbesserten Finanzkennzahlen im ersten Halbjahr sind wir mit den Ergebnissen unseres Reset Programms sehr zufrieden", fasst Thomas Dressendörfer, Finanzvorstand der Tom Tailor Holding SE, zusammen. "Auch wenn 2017 ein Transformationsjahr ist, blicken wir aufgrund der nun zunehmend sichtbaren Erfolge unserer Restrukturierungsmaßnahmen zuversichtlich ins zweite Halbjahr."

Bonita
Wie schon anfangs erwähnt, bleibt die Marke Bonita weiter das Sorgenkind: Im ersten Halbjahr verzeichnet sie einen Umsatzrückgang von 8,9 Prozent auf 139,7 Millionen Euro – allein im zweiten Quartal gingen die Erlöse um 14,7 Prozent auf 73,1 Millionen Euro zu 85,6 Millionen Euro in zweiten Quartal 2016 zurück. Das EBITDA stieg auf 8,0 Millionen Euro nach 4,1 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016.

Grund dafür sieht das Unternehmen insbesondere in der Reduzierung von Altwaren und dem Abverkauf von Warenbeständen der mittlerweile eingestellten Linie Bonita Men. Dagegen stieg die Rohertragsmarge der neuen Kollektion für Bonita Women im zweiten Quartal 2017 auf 70,7 Prozent zu 67,6 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bonita Filialen reduzierte sich um 151 Stores auf 860 Filialen. 

Prognose
Die Tom Tailor Group bekräftigt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach geht das Management für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin von einem leichten Rückgang des Konzernumsatzes aus. 

Die Marke Tom Tailor hat aktuell 462 Filialen sowie 197 Franchise-Geschäfte, 2.439 Shop-in-Shops und rund 7.700 Multi-Label-Verkaufsstellen. Damit ist die Marke in über 35 Ländern präsent. Bonita hat 860 Filialen und 56 Shop-in-Shop Flächen.


 

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