Trierer Museum Simeonstift zeigt traditionelle japanische Mode

Kunst des Färbens und Faltens: Das Museum Simeonstift in Trier zeigt in Kooperation mit der städtischen Hochschule noch bis zum 22. Oktober eine umfassende Shibori-Ausstellung. Die Kleider und Textilien, hergestellt nach der traditionellen japanischen Technik des Shibori-Färbens, sind als Projektarbeiten mit Studierenden im Modedesign entstanden.

Eines der Shibori-Kleider aus der Ausstellung. - Museum Simeonstift

Angehende Modedesigner des Fachbereichs hatten die traditionelle Textilkunst im Rahmen eines interkulturellen Projekts bereits vor über 20 Jahren aufgegriffen und modern interpretiert.

Anlässlich des EU-Japan-Fests der Kulturhauptstadt Luxemburg im Jahr 1995 entwarfen sie ihre studienbezogenen Kollektionen aus original japanischen Stoffen. Mit Unterstützung des World Shibori Network aus Nagoya entstanden rund 50 Kleider, die den klassischen Ornamenten ein modernes Outfit verleihen und das historische Handwerk mit der Mode des 20. Jahrhunderts vereinen.

Die entsprechenden Kollektionen sind nun vor dem Hintergrund einer Schenkung erstmals in einer Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen. Fachlich unterstützt wurde die Restaurierung und Zusammenstellung durch Elisa Henniger und die damalige künstlerischen Leitung durch Prof. Barbara Best, Prof. Uta Kinlung und Ursula Weißroth.

Ergänzt wird die Shibori-Ausstellung durch eine Auswahl an Arbeiten des Erstsemesterprojektes „Boro" unter Leitung von Frau Elvira Kempf aus dem vergangenen Jahr.

Das Handwerk des Shibori-Färbens hat in Japan eine lange Geschichte. Bereits im 3. Jahrhundert wurden Kleider aus den aufwendig gemusterten Stoffen gefertigt.

Studenten und Studentinnen der Fachrichtung Modedesign der Hochschule Trier haben die traditionelle Textilkunst im Rahmen eines interkulturellen Projekts im Jahr 1995 aufgegriffen und modern interpretiert. Ihre Kollektionen sind erstmals in einer Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.

Shiburo bedeutet ‘wringen‘ oder ‘pressen‘. Der japanische Begriff beschreibt den Herstellungsprozess, der in einem meditativen Akt aus Kraft und Konzentration die feinen Textilien entstehen lässt. Seiden- und Baumwollstoffe werden bei Shibori so gewickelt, gebunden und gefaltet, dass beim Färben grafische Muster entstehen.

Die Faltungen und Raffungen hinterlassen nach dem Trocknen einen Reliefeffekt. Diese aufwendige Technik ist bis heute überliefert. So wurden auch die Stoffe in der Ausstellung von japanischen Shibori-Meistern in Handarbeit hergestellt.

Die Fachrichtung Modedesign der Hochschule begleitet die Ausstellung durch einen öffentlichen Shibori-Färbeworkshop am 29. April unter Leitung von Elisa Henniger, einem Vortrag zu Trendsetting - Wie Mode entsteht durch Prof. Dirk Wolfes am 30. Mai und einem Vortrag zu der Tradition und Gegenwart von Shibori heute durch Elisa Henniger am 20. Juni.
 

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