Umworbene Kosmetikfirma Avon bekommt neue Chefin

New York (dpa) - Der von einer deutschen Milliardärsfamilie umworbene Kosmetikkonzern Avon tauscht mitten in dem laufenden Übernahmeversuch seine Chefin aus. Die vom Konsumgütermulti Johnson & Johnson stammende Sherilyn McCoy übernimmt zum 23. April das Ruder von Andrea Jung, die seit 13 Jahren an der Spitze von Avon steht und sich nun auf ihren Job als Vorsitzende des Verwaltungsrats beschränkt. Jung ist damit weiterhin die oberste Kontrolleurin des Managements.

Den Chefwechsel gab Avon am Montag in New York bekannt. Seit Monaten war das Unternehmen auf der Suche nach einer neuen Nummer eins. Denn die Verkäufe in den etablierten Märkten sind rückläufig und der Aktienkurs war eingebrochen.

Die günstige Gelegenheit wiederum hatte die deutsche Milliardärsfamilie Reimann genutzt, um über ihre Parfümfirma Coty ein rund 10 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Avon zu machen. Das Avon-Management lehnte jedoch ab mit der Begründung, der Preis sei zu niedrig.

Wie sich der Personalwechsel auf den Übernahmeversuch auswirkt, ist unklar. Die 53-jährige McCoy arbeitet seit 30 Jahren für Johnson & Johnson, dem US-Konsumgüter- und Gesundheitskonzern, der hinter Penaten- und bebe-Pflegeprodukten sowie dem Schmerzmittel Dolormin steht. «Wir sind begeistert, jemanden von Sheris Kaliber gefunden zu haben», sagte Noch-Chefin Jung. Sie habe das Talent, Leute zu begeistern.

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