Vor Luxicotta-Fusion: Essilor wächst weiter verhalten

Der vor der Fusion mit dem weltgrößten Brillenhersteller Luxottica stehende französische Konzern Essilor kämpft weiter mit einem eher schwachen Wachstum. Das organische Umsatzwachstum (also der Anstieg ohne Währungseffekte sowie den Folgen von Zu- und Verkäufen) von 2,5 Prozent nach neun Monaten liegt unterhalb der erst im Sommer gesenkten Jahresprognose von rund 3 Prozent. Das Unternehmen braucht daher ein starkes Schlussquartal, um dieses Ziel zu erreichen.

Essilor und Luxottica hatten Mitte Januar angekündigt, fusionieren zu wollen. - Lily-Rose Depp para la campaña de Chanel Eyewear

Essilor führte das noch unter den Erwartungen liegenden Wachstum zum Teil auf die Wirbelstürme in den USA zurück, die das dortige Geschäft im Sommer belastet hätten. Der bilanzierte Umsatz sei dank Zukäufen um 6,7 Prozent auf 5,66 Milliarden Euro gestiegen, teilte der im EuroStoxx 50 notierte Brillenglashersteller am Dienstag in Charenton-Le-Pont mit. Der Umsatz lag damit im Großen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen.

Beim ausgewiesenen Umsatz liegt das Jahresziel bei 6 bis 7 Prozent Wachstum. Essilor bestätigte zudem die Ergebnisprognose. Die Marge gemessen am operativen Ergebnis (also das, was als operativer Gewinn vom Umsatz hängen bleibt) soll im laufenden Jahr bei rund 18,5 Prozent und damit leicht unter dem 2016er-Niveau liegen.

Essilor und Luxottica hatten Mitte Januar angekündigt, fusionieren zu wollen. Der Kurs der Essilor Aktie schoss kurz nach der Mitteilung um fast ein Fünftel nach oben und auch die Luxottica Anteile gewannen deutlich an Wert. In den vergangenen Monaten ist die Euphorie unter anderem wegen eines schwachen Wachstums von Essilor wieder verflogen.

Der Essilor Kurs liegt aktuell mit etwas über 101 Euro leicht unter dem Niveau, das die Aktie vor der Fusionsankündigung gehabt hatte. Mit dem derzeitigen Kurs ist Essilor an der Börse rund 22 Milliarden Euro wert. Luxottica kommt auf eine ähnliche Marktkapitalisierung.

Der Kurs der Anteile des italienischen Unternehmens, das unter anderem für die Marke Ray-Ban steht und Gestelle für Luxusmarken wie Armani, Chanel oder Prada produziert, zog nach der Fusions-Ankündigung ebenfalls deutlich an, lag zuletzt aber rund 8 Prozent unter dem Niveau, das sie vor der Ankündigung hatten. Luxottica hatte am Montagabend die Umsatzdaten für die ersten neun Monate vorgelegt und dabei die Markterwartungen leicht enttäuscht.

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