Wearables stellen Revolution für die Modebranche dar

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie sieht sie längst nicht mehr als Zukunftsmusik an, doch sollen laut des Verbands Textil+Mode intelligente Stoffe, die unseren Herzschlag, unsere Körpertemperatur oder unsere Stressbelastung messen, bald ‚normale’ Stoffe ersetzen. 

Smart Textiles und intelligente Oberflächendem Institut für Spezialtextilien und flexible Materialien. - TITV Greiz
 
Die Rede ist von sogenannten Wearables, die seit der Kunststofffaser den wohl größten Umbruch in der Bekleidungsindustrie darstellen. Bereits im Jahr 2021 sollen in Deutschland jährlich rund 18 Millionen intelligente Kleidungsstücke verkauft werden. Das ist die Prognose, die der Verband für die kommenden vier Jahre in einer Mitteilung veröffentlicht hat.

Unter Wearables werden elektronische Technologien und Computer verstanden, die zum Beispiel als smarte Shirts, intelligente Accessoires oder als Medizinprodukte in Kleidung eingearbeitet sind und am Körper getragen werden können. Sie sind u.a. direkt mit dem Internet verbunden und können sogar Daten austauschen. Somit sind sie in der Lage, in eine „Mensch-Technik-Interaktion“ zu treten – mit nahezu unendlichen Anwendungsmöglichkeiten – und sogar Leben zu retten.
 
Neben dem Gesundheitsaspekt erhöhen sie auch die Sicherheit im Alltag und bei der Arbeit, denn sie können auf Gefahren hinweisen oder Abläufe optimieren. Damit ist nur zu erahnen welches wirtschaftliche Potenzial in dieser Bekleidungssparte steckt. So sollen dieses Jahr laut Textil+Mode beispielsweise weltweit etwa 131,7 Millionen Wearables produziert werden und bis 2021 sogar 237,5 Millionen.
 
Der Verband merkt gleichzeitig an, dass sich die Entwicklung noch „in der Frühphase befindet“. Grund dafür sehen sie darin, „dass die unterschiedlichsten Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft kooperieren müssen, um neue Ideen erfolgreich umzusetzen und an den Markt zu bringen.“

Sicherlich ein guter Punkt. Doch bei aller innovativer Denke und revolutionären Materialien, vermisst man bei dieser „Zukunftsmusik“ ein wenig den Nachhaltigkeitsaspekt. So wird die Frage nach der Wiederverwendung oder die Entsorgung ohne Rückstände von Wearables in der Mitteilung nich geklärt oder thematisiert – schließlich sollte klar sein, dass gerade Kleidung mit integrierter Technik deutlich komplizierter zu entsorgen oder zu recyceln ist.



 
 
 

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