Who's Next-Première Classe kehrt zu einem Plus zurück

Um gegen den Pessimismus der Branche zu kämpfen, hat die Messe Who's Next-Première Classe seit einigen Saisons qualitative Argumente vorgelegt. Aber diese werden dann besser angenommen, wenn sie durch quantitative Elemente bestätigt werden können. Und zum ersten Mal seit drei Saisons kann diese Ausgabe (die gerade am 11. September in der Location bei Porte de Versailles endete) auf sich stolz sein, da die Besucherzahlen wieder stiegen. Die Organisatoren konnten eine Zunahme der Besucherzahl um 10,1 % verbuchen. Ein positives Signal mit der Gesamtsumme von 42.122 Besuchern – auch wenn die Messe noch nicht das gesetzte Ziel von 50.000 Besuchern erreicht hat. 
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Diese Steigerung bestätigt den insgesamt positiven Eindruck, eine Befriedigung – sicherlich nicht einstimmig, sondern eher eine geteilte Meinung. In den verschiedenen Segmenten und Positionierungen ergeben sich natürlich auch verschiedene Resultate. Aber wenn es einen Bereich gab, der eindeutig von einer neuen Dynamik profitierte, dann ist es "Fame" mit seiner Prêt-à-porter-Mode, das Universum mit der größten Sogwirkung und der höchsten Qualität.

Von den Kommentaren, die am enthusiastischsten ausfielen, beriefen sich einige auf einen kontinuierlichen Zustrom, andere auf eine deutlich höhere Offenheit der Einkäufer. Einige Marken behaupteten, eine sehr gute Saison mit vielen Aufträgen sowie mit einer "schon lange nicht mehr dagewesenen" Neukundenwerbung verzeichnen zu können.
 
"Es ist eine sehr befriedigende Messe gewesen", bestätigte einer der Manager der Marke Labdip. "Es sind eine Menge Leute da draußen, eine Menge bei uns... Wir empfinden unsere Gesprächspartner als beruhigter." Ein anderer Aussteller der Sektion bezeugte diese als einen "Kurs der französischen Marken auf dem Vormarsch" neben den internationalen Marken. Man hat ebenfalls die Rückkehr einiger Käufer und Akteure der Branche sehen können, eine "erneute Kontaktaufnahme" des Messetermins.

Allerdings fanden einige aus dem Export einen Wehmutstropfen und waren der Meinung, dass die Messe eher eine "französisch-französische" Ausrichtung bestärke. Das war vor allem in der anderen Halle der Fall, die sich der Prêt-à-porter-Mode widmete, wo der internationale Mangel empfunden wurde. Dort, wo die Bereiche "Privat", "Studio", "Trendy" und "Urban" neu gruppiert wurden, war die Stimmung etwas gedrückter... "Man spürt nicht, dass der Zustrom angestiegen ist.", bezeugte ein Aussteller auf der "Privat"-Fläche. Demgegenüber steht die urbane Seite. Dwen D. Correa auf der Fläche "Urban-Trendy", mit seiner Lifestyle-Marke für Sport und Mode DWNTWN sowie mit seiner Linie für den Fußball-Club Paris Saint Germain, erklärte mit Freude: "Ich habe vor vier Jahren angefangen und hatte noch auf keiner Messe ausgestellt. Ich hatte große Lust dazu, meine Arbeit vorzustellen. Hier besteht die Mehrheit des Angebots aus Damenmode, aber ich bin wirklich über den Empfang zufrieden. Ich konnte sehr gute Kontakte mit Agenten knüpfen, aber auch mit potentiellen, internationalen Distributoren."

Positive Signale waren die Anzahl der "wiederkommenden" Messebesucher und die Zeit, die sie auf ihr verbrachten: Die Anzahl der Personen, die mindestens zwei Tage in den Hallen verbrachten, stieg um 28 % an. Diese Angabe weist darauf hin, dass die Aussteller eine "intensivere" Arbeitszeit hatten, aber vielleicht auch eine warmherzigere Atmosphäre kreierten, die dazu ermutigte, die Eindrücke zu vertiefen.

Für die Accessoires galt: Der Befund war eine Art Kreuzung zwischen den beiden Hallen mit Ready-to-wear-Kleidung, wie es andernorts physisch auch der Fall ist. "Die Messe ist ein Spiegelbild des Marktes, also gibt es weniger Einzelhändler in den Gängen und zudem viel weniger internationale als zuvor.", brachte der Manager der Marke Loxwood, Cyril Meunier, zur Sprache. "Aber diejenigen, die kamen, waren begeistert! Die Messen sind zu großen Showrooms geworden, jetzt hängt unser Ergebnis hier von unserem Vermögen ab, unsere Kunden aufgrund einer Einladung zum Kommen zu bewegen. Wir brauchen die Messen. Wenn es sie nicht gibt, müssen wir uns alle in Hotels einfinden.", verriet er.

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Die Designerin der Tücher-Marke Traits war "sehr zufrieden, mit viel Andrang zu bestimmten Zeiten, ziemlich vielen französischen Besuchern, einigen europäischen, aber weniger Asiaten, die wir wohl in der zweiten Runde sehen." Die Beziehung zwischen französischen und internationalen Besuchern ist für diese Ausgabe unverändert geblieben, die Ortsansässigen überwiegen noch immer mit 64 % der Gesamtbesucherzahl.

Um mehr internationale Besucher einzufangen, rollten einige erneut die Grundlagendebatte über die Rückkehr der Ordermessen auf den Beginn der Saison im Juli auf. Aber die Aussteller haben sich in Abstimmung in der Idee bestärkt gefühlt, den Termin aus Gründen der Zweckmäßigkeit nach den Sommerferien und somit zu Ender der Saison stattfinden zu lassen. Das bedeutet aber nicht, dass der Kalender völlig unverändert bleiben muss... Von WSN Développement wird daher erwartet, dass sie die Einführung eines neuen Formats ankündigen, vermutlich für 2018. Die internationalen Käufer wurden zuerst konsultiert und sind sichtbar von dem Projekt beunruhigt, dessen Veranstalter noch nicht die Eckpunkte verraten wollten.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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