Zara-Mutter Inditex legt kräftig zu – Aktie verliert trotzdem

Die Zara-Mutter Inditex hat einen erfolgreichen Start in ihr neues Geschäftsjahr hingelegt. Dank der Eröffnung neuer Filialen und Onlineshops konnte der spanische Textilkonzern seine Ergebnisse in den Monaten Februar bis April deutlich verbessern, wie er am Mittwoch in Arteixo mitteilte. An der Börse ging es für die Inditex-Aktien jedoch abwärts.
Kurz nach Handelsstart verloren sie fast zwei Prozent an Wert. Seit Anfang Mai habe sich die Geschäftsdynamik etwas abgeschwächt, schrieb Analyst Richard Chamberlain von RBC Markets.

Zara-Mutter Inditex legt kräftig zu – Aktie verliert trotzdem. - Archiv

Bereinigt um Währungseffekte lag der Umsatz mit 5,6 Milliarden Euro im ersten Geschäftsquartal rund 12,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. In den ersten Wochen des laufenden zweiten Quartals zogen die Erlöse nicht mehr ganz so stark an. Unter dem Strich verdiente der Konzern, zu dem neben Zara auch Marken wie Bershka, Pull & Bear oder Massimo Dutti gehören, im ersten Quartal 654 Millionen Euro und damit 18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Davon profitierten auch die Mitarbeiter, die regelmäßig am Gewinn beteiligt werden. Insgesamt schüttete der Konzern dabei einen zweistelligen Millionenbetrag an seine Belegschaft aus.

Die Ausweitung des Onlineangebots von Inditex ist in vollem Gange. So startete der Modekonzern im ersten Geschäftsquartal Zara-Onlineshops in Singapur, Malaysia, Thailand und Vietnam. Bis Ende April 2018 ist dann noch der Internetstart in Indien geplant.

Zudem treibt Inditex den Ausbau der Ladengeschäfte voran. Dabei eröffnete der Konzern im zurückliegenden Quartal besonders viele Flagship-Stores, also größere Geschäfte in exklusiver Lage, unter anderem in Madrid, Moskau, Paris und Zürich. 2017 will Inditex insgesamt bis zu 500 neue Filialen rund um den Globus an den Start bringen und dafür auch den größten Teil der geplanten Investitionen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro verwenden. Aktuell kommt der Konzern auf knapp 7400 Filialen in 93 Ländern.

Inditex ist unter den Bekleidungsketten die Nummer eins weltweit und deutlich internationaler aufgestellt als sein schwedischer Konkurrent H&M . Zudem lässt der Konzern viele seiner Textilien im Euro-Raum herstellen und ist dadurch weniger verwundbar, wenn der US-Dollar an Wert gewinnt. Allerdings ist der Konzern nicht immun gegen den Preiskampf unter den Anbietern von Billig-Klamotten. Die Bruttomarge des Konzerns sank im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit acht Jahren.

Mit einem Börsenwert von rund 112 Milliarden Euro gehört Inditex trotzdem zu den wertvollsten Unternehmen in Europa. Unternehmensgründer Amancio Ortega, der immer noch die Hälfte der Aktien besitzt, gilt deshalb als reichster Mensch des Kontinents.

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