Abercrombie & Fitch überprüfen angebliche Übernahmeangebote

Abercrombie hat angeblich die Investmentbank Perella Weinberg Partners für die Leitung der Verkaufsverhandlungen engagiert, behaupten zwei Quellen, die ungenannt bleiben wollen. Weder Abercrombie noch Perella Weinberg waren für Auskünfte bereit.


Abercrombie & Fitch überprüfen angebliche Übernahmeangebote. - A&F

​Die Aktien Abercrombies sind aktuell auf dem tiefsten Stand seit 17 Jahren und machen das Unternehmen dadurch zu einem attraktiven Übernahmekandidaten. Das Unternehmen aus New Albany, Ohio, hat aktuell eine Marktkapitalisierung von 862 Millionen Dollar. Sie betreiben 709 Läden in den Vereinigten Staaten und 189 Läden außerhalb der Vereinigten Staaten (Stand Januar 2017).
 
Das Betriebsergebnis des Unternehmens schrumpfte von 72,8 Millionen US-Dollar in 2015, auf 15,2 Millionen US-Dollar im vergangenen Jahr, da die Fast-Fashion-Konkurrenz den Wettbewerb anheizen und das Unternehmen sehr mit der fallenden Popularität kämpft.

Während Abercrombie in den 1990er Jahren, durch auffällige Werbung und ihrem prägnanten Logo auf ihren Kleidern, großen Erfolg hatte, verzeichnen sie jetzt einen Umsatzrückgang. Ihre Zielgruppe, Teenager und Millennials, wenden sich von dieser Art des auffälligen Brandings mehr und mehr ab, hin zu einem minimalistischen Style.
 
Und auch beim E-Commerce sind sie schwach aufgestellt. Viele Einzelhändler, die sich wie Abercrombie auf den Verkauf in ihren Stores in den Shopping-Malls verlassen und online weniger aktiv sind, leiden unter großem finanziellen Druck, da in den großen Malls die Käufer wegbleiben. Aeropostale Inc, Wet Seal und BCBG Max Azria Group LLC gehören zu den Einzelhändlern, die daher in den vergangenen zwei Jahren Insolvenz angemeldet haben.
  
Auf diese Entwicklung versuchte Abercrombie mit einer Überarbeitung ihres Logos in 2014 zu reagieren. Zusätzlich wurden die Kosten gesenkt und die Anzahl der Filialen reduziert. Erst zu Beginn dieses Jahres kündigten sie an, dass sie die Mietverträge von ca. 60 weiteren US-Läden auslaufen lassen. 
 
Parallel setzt das Unternehmen ihre Hoffnungen vor allem auf das Surf-Label Hollister. Während die Gesamtverkäufe des Unternehmens rückgängig sind, blieben die Verkäufe hier über die letzten zwei Jahre konstant.
 

Übersetzt von Melanie Muller

© Thomson Reuters 2019 All rights reserved.

Mode - Prêt-à-PorterBusiness
NEWSLETTER ABONNIEREN