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Werbung
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
06.10.2020
Lesedauer
5 Minuten
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Akris: Albert Kriemler über Farbenpoesie und seine Arbeit mit Imi Knoebel

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
06.10.2020

Akris – das ideenreichste Modehaus der Schweiz, wählte in dieser Saison in Paris einen neuen Ansatz. Albert Kriemler zeigte weder eine Liveshow noch ein typisches Modevideo. Stattdessen präsentierte er das Werk eines unüblichen Dreigestirns – der deutsche Minimal Art-Künstler Imi Knoebel lieferte die Inspiration für Kriemler, während der dänische Filmemacher Anton Corbijn diese Zusammenarbeit in einem Film kunstvoll festhielt.

 


Das fünfminütige Video wurde in einem Studio in Düsseldorf gedreht, wobei einige der wichtigsten Werke Knoebels als Kulisse dienten. Darunter beispielsweise Raum 19, eine Reihe oft riesiger Kartonformen und Quader in unerwarteten halbgeometrischen Formen.

Kriemler nutzte auch Gemälde von Imi Knoebel aus den späten 90er-Jahren als Designs für Ledertaschen und fantastische Tunikakleider, lichtete phosphoreszierende Spitzen-Hosenanzüge und Trenchcoats vor seinen Skulpturen ab und fand einen neuen Blickwinkel für die veredelnde modernistische Vision der Mode von Akris.

In den vergangenen 20 Jahren war Albert Kriemler Gast an allen Modesaisons in Paris – oft reiste er im TGV von Zürich aus an – um seine Kollektionen in der Stadt der Lichter zu enthüllen. Doch in diesem Jahr wurde sein Beitrag am Montag um 15:30 Uhr enthüllt, während er in St. Gallen blieb.

Deshalb riefen wir in seinem Studio an und sprachen mit Albert Kriemler, um seine Denkweise zu verstehen, zu erörtern, weshalb Mode nicht politisch sein sollte und was sich aufgrund der Pandemie verändern wird – und was nicht.



Albert Kriemler - Photo: Akris


FashionNetwork.com: Wie haben Sie den Lockdown erlebt?
Albert Kriemler: Es war ganz eindeutig ein evolutionärer Moment, auf vielerlei Ebenen. In der Schweiz gab es keinen eigentlichen Shutdown. In dieser Hinsicht waren wir sehr froh, wieder zurück in St. Gallen zu sein. Aber nach 18 Jahren in Paris fühlt es sich seltsam an, nicht dabei zu sein. Wir wollten jedoch an unserem Datum festhalten. Paris war immer gut zu uns und wir schätzen, was die Fédération für Akris getan hat. Doch mit 40 Mann nach Paris zu reisen, ist jetzt gerade nicht einfach.

Es kam uns diese Idee mit dem Film. Kein Video einer Show sondern die Aufzeichnung des kreativen Vorgangs mit den Künstlern. Wie Sie sicher bereits wissen, ist Imi Knoebel einer der wichtigsten Künstler der Kunstrichtung Minimal Art. Er arbeitete mit Joseph Beuys zusammen. Ich hatte das Glück, Imi im Januar zu treffen und ich startete dieses Projekt, ohne zu wissen, was geschehen würde, noch vor dem Lockdown. Und dann seit Mitte März fühlte ich mich ehrlichgesagt verwöhnt, hier zu sein, mit einem engagierten Team. Auch wenn die Kollektion kleiner ausfällt, etwa halb so groß wie üblich.

FNW: Wieso haben Sie sich dafür entschieden, mit Imi Knoebel zu arbeiten?
AK: Ich habe ihn 2017 in einer Galerie getroffen und bewunderte ihn schon damals. Dann habe ich ihm geschrieben und begann, über mein Projekt zu sprechen. Schließlich besuchte ich ihn in Düsseldorf und entdeckte seine Farbenküche. Seine Farbenpoesie. Imi ist sowohl Kunsthandwerker als auch Maler. Wir konnten schließlich vor seinen Kunstwerken filmen. Sogar im Raum 19 und der dritten Ausgabe seiner Batterie, einer großen Plastik aus Acryl und Aluminium. Ich konnte ihn Ende Mai erneut besuchen und hatte einen Stoff, der fluoreszierend war in dieser metaphorischen Kollektion. Ich denke, wenn sie in die Läden kommt, ist das Timing genau richtig. Denn die ganze Kraft der Phosphoreszenz stammt von der Natur und der Sonne und der Stoff strahlt das Licht in der Nacht wieder ab.


A still from the film - Image: Akris


FNW: Wieso haben Sie sich für eine Zusammenarbeit mit Anton Corbijn entschieden?
AK: Ich hatte Antons Porträts auf meinem Moodboard, da machte ich Imi den Vorschlag. Er mochte die Idee, einen Film zu machen. Die beiden kannten einander. Somit ist es ein echtes Projekt mit Imi als Inspiration, Anton als Regisseur und mir als Designer. Ich wollte etwas überraschend anderes – einen choreografierten und angeregten Film über das, was wir erarbeitet haben. Wir produzierten das Video in Düsseldorf und fanden drei fantastische Girls in Berlin. Ich brauchte Schauspielerinnen und keine Models: Noor ist afrikanisch-amerikanischer Abstammung, Elodie ist kaukasisch und Moon stammt aus Asien. Es passte alles wunderbar. Anton hatte auch fabelhafte Ideen. Den Film in Imis Farben zu drehen, zum Beispiel, oder Bilder vor zentralen Kunstwerken zu platzieren.
 
FNW: Hatte die Zusammenarbeit einen Einfluss auf die Silhouette der Saison?
AK: Die Silhouetten verweisen wirklich auf Formen, wie das rote Hexagon, das im Film zu sehen ist. Das Hexagon ist die erste freie geometrische Form. Imi ist der Ansicht, dass andere Formen – Dreiecke, Vierecke und Kreise – bedeutungsvoll sind. So machte ich eine Bluse in dieser Form. Imi ist auch überzeugt, dass Grün eine der wichtigsten Farben der Natur ist und auch ein Symbol für die Hoffnung. Darum entwickelten wir Ideen in Grün. Weiter verwendeten wir viele seiner abstrakten Drucke – Farbgemälde als Hintergrund für das Lookbook, dann Drucke von 1989 und 1991, die Imi schon lange nicht mehr gesehen hatte. Seine Farben sind so modern. Sie passen perfekt zur heutigen Zeit. Dann entwickelte ich vier weitere Stoffe – mit besonderen Stickereien, ein neues Nadelstreifenmuster, einen neuen Strickstoff und ein paillettenbesetztes Design, das von anderen für unmöglich erklärt worden war.

FNW: Wieso nannte Imi einen Print Tiger Woods?
AK: Diese Bezeichnungen haben keine Bedeutung. Alles Verbale hat für ihn keine Bedeutung!

FNW: Imi wird im Film von hinten fotografiert. Hat ihm der Film gefallen?
AK: Imi ist sehr zurückhaltend. Er gibt keine Interviews und wird auch nicht vor seinen Kunstwerken fotografiert. Das ist sehr gut. Denn die Mode ist heute oft politisch und will viel ausdrücken. Doch in unserem Fall ist sie nie politisch. Akris steht nur für sich selbst.

FNW: Wieso arbeiten Sie oft mit Künstlern?
AK: Ich habe das Gefühl, dass die Zusammenarbeit mit Künstlern in jeder Saison einen ganz neuen Ansatz fördert. Es verändert einen. Es ist oft eine wahre Freude, eine solche Inspirationsquelle zu haben und es ist wundervoll, jeden Tag etwas Tiefgreifenderes zu entwickeln.

FNW: Welche Veränderungen brachte die Pandemie? Welche Veränderungen werden bleiben und welche nicht?
AK: Es wurde uns allen bewusst, dass wir ganz einfach weniger reisen können. Reisen ist ein Stress, aber auch eine Inspiration. Ich kann nicht in Worte fassen, was es für mich bedeutete, jeden Tag mit meinem tollen Team zur Arbeit gehen zu können. Die Empathie im Raum, wir brauchen mehr von dem, was wir da hatten. Ja, wir überdenken unsere Art, uns zu kleiden – doch werden Kleider immer eine wirkungsvolle Art sein, uns zu trösten, zu stärken und uns anzutreiben. Nur schon das einfache Anziehen fürs Abendessen. Das Begehren und die Freude, die Kleider bescheren, werden immer bleiben. Mode wird auch weiterhin ein wichtiger Vektor sein und das wird sich nicht ändern.
 

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