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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.03.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Akris: Modernismus in einem modernistischen Tempel

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.03.2020

Wie schön, wenn ein bedeutendes Pariser Museum einem wegweisenden Designer ein großes Kompliment macht, wie es das Musée d’Art Moderne de Paris in dieser Woche Albert Kriemler aussprach.


Akris - Herbst/Winter 2020 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Das Museum erlaubte es Albert Kriemler, die Show der Herbst-/Winterkollektion 2020/2021 von Akris in den Räumlichkeiten der Galerie zu halten, vor dem Hintergrund der ständigen Sammlung. Viele der Werke dienten als Inspiration für Alber Kriemlers neuen Ideen – elegante und raffinierte Bilder zeitgenössischer Moderne, die auf das Paris der 1930er-Jahre zurückgreifen.

Bis hin zur Farbpalette, wenn auch in dunkleren Schattierungen, der großen Ölgemälde von Sonia und Robert Delaunay, den führenden Protagonisten des geometrischen Orphismus. Der Designer spielte mit ihren konzentrischen Mustern in einer Reihe vorzüglicher Samt- und Moiré-Hosenanzügen und -Kleidern.

Die strikte, glatte Silhouette spielte mit den Designs des Architekten Robert Mallet-Stevens, einem der Mitglieder der Union des Artistes Modernes, kurz UAM. Albert Kriemler erhielt sogar die Erlaubnis, mehrere verblüffende Plexiglas-Säulen zu errichten, die sich auf Designs von zwei weiteren UAM-Mitgliedern, Jan und Joel Martel, stützten.

Er eröffnete die Show mit schwungvollen Anzügen in wundervollen Schwarz-Weiß-Prints und spielte mit ein paar schicken Prince-of-Wales-ähnlichen Aufdrucken und eleganten paillettenbesetzten Cocktail-Kleidern. Fast alle Models trugen Schiebermützen – im französischen Gamine-Stil – und sie defilierten unbeschwert im Art-Deco-Gebäude aus dem Jahr 1937, während plötzlich ein paar Sonnenstrahlen durch die triste Wolkendecke brachen.

"Dieser Ort entspricht mir voll und ganz. Die Moderne, die Farben, die Ideen. Ich fühle mich sehr geehrt, die Erlaubnis erhalten zu haben, meine Kollektion hier zu zeigen. Wir mussten nichts ändern, das war die Bedingung, zugelassen zu werden", strahlte Albert Kriemler vor Raoul Dufys berühmten Gemälde La Fée Electricité, deren allegorische Geschichte der Elektrizität von Archimedes bis hin zu Benjamin Franklin führt.

Nur wenige Designer sind bei der Selbstedition so erfolgreich wie Albert Kriemler, dessen trügerisch einfache Wickelmäntel aus doppelseitigem Kaschmir oder trapezförmigen Leder-Cabans tadellos waren. Er zeigte auch ein Atelier, das zur Höchstform aufgelaufen war, mit mehreren grafischen Nerzmänteln, bei denen unterschiedlich Tiefe Markierungen verblüffende Muster schufen. Couture-würdige Eleganz.

Vor den abschließenden bodenlangen Mänteln und A-Line-Kleidern, die dem berühmtesten Bild der unteren Galerie zu entstammen schienen – Delaunays Vision des Rugby-Teams von Cardiff, das unter dem Eiffelturm spielt.

Beim Finale war dem Designer tosender Applaus gewiss, während die Sonne erneut auf die Seine schien und das Innere des Museums erhellte.
 

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