Alexander McQueens wilde Unschuld

Paris Fashion Week Men – Sind wir in die Ära der wilden Unschuld eingetreten? Das könnte man beim Verlassen der  Modenschau von Alexander McQueen meinen, bei der elegante Londoner Gangster auf wilde Pony Kids aus Dublin trafen.

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Alexander McQueen - Herbst/Winter 2018/19 - Paris - © PixelFormula

Die Modenschau erweckte den Eindruck, als hätte ein Team von Savile Row-Schneidern einen Monat lang Überstunden gemacht, um diese sehr konstruierte Kollektion vorzubereiten. Das kann nicht ganz unwahr sein, wenn man bedenkt, dass der verstorbene Alexander McQueen in seiner Jugendzeit Lehrling in dem berühmten Anderson & Sheppard-Atelier war.

Das Ergebnis: unglaubliche Kleidungsstücke, geschneidert mit der gewohnten britischen Präzision, in einer Vielzahl von Stoffen – riesige Rosenknospenmuster, sehr große Quadrate oder kräftige, leuchtend rote Argyle-Muster.

Selten hat es in Europa eine so dick eingehüllte Fashion Week gegeben. Und die tröstlichste Lösung für einen kalten Winter: ein schöner roter Dufflecoat, entwickelt von Sarah Burton, künstlerische Leiterin von Alexander McQueen.

Eine eher bedrohliche Atmosphäre hing über der Modenschau, allerdings mit schönen schwarzen Wollmänteln, ergänzt durch Elemente mittelalterlicher Rüstungen aus Glattleder. Aber auch die Unschuld war offensichtlich: sehr junge Models, bekleidet mit Mänteln in Tigermuster und großen Wollschals aus Mohair. Einer von vielen Verweisen auf Perry Ogdens ikonische Fotoserie "Pony Kids", über diese irischen Kinder der Arbeiterklasse, die Pferde in ihren kleinen Häusern untergebracht haben. Die keltische Version der wilden Unschuld.

Übersetzt von Felicia Enderes

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