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Alibaba-Umsatz wächst mit dem schwächsten Tempo seit drei Jahren

Von
Reuters API
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
today 30.01.2019
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Der E-Commerce-Riese Alibaba Group verzeichnete aufgrund der chinesischen Wirtschaftslage und des Handelskrieges mit den USA erstmals seit 2016 wieder eine Verlangsamung seiner Quartalsumsätze.


Das Ergebnis dürfte die Sorge der Anleger noch verstärken, da es den zunehmenden Druck auf den E-Commerce-Giganten verdeutlicht, dessen Umsätze oft als Maßstab für die Konsumausgaben in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt angesehen werden.

Alibaba, nach Tencent das zweitwertvollste börsennotierte Unternehmen in Asien, verzeichnete am Donnerstag einen Umsatz im dritten Quartal von 117,28 Milliarden Yuan (15,3 Milliarden Euro), verglichen mit 83 Milliarden Yuan (10,8 Milliarden Euro) im Vorjahr.

31 von Refinitiv befragte Analysten schätzten den Umsatz auf 118,9 Milliarden Yuan (15,5 Milliarden Euro).

Der Reingewinn hingegen stieg um 33 % auf 30,96 Milliarden Yuan (4 Milliarden Euro) und übertraf die Erwartungen. Infolgedessen stiegen die Alibaba-Aktien im Pre-Market-Handel um 1,6 %.

Alibaba verzeichnet im Dezemberquartal typischerweise den höchsten Umsatz aufgrund seines "Singles' Day" im November – des weltweit größten Online-Shopping-Events, das den Umsatz der US-Shopping-Events Black Friday und Cyber Monday zusammen übertrifft. Im Jahr 2018, obwohl Alibaba beim Singles' Day einen Rekord von 26,27 Milliarden Euro erzielte, fiel das jährliche Wachstum auf die schwächste Rate in der 10-jährigen Geschichte des Ereignisses, da sich die chinesische Wirtschaft verlangsamte und der Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten sich negativ auf die Stimmung auswirkte.

In Erwartung der Folgen eines ungünstigen wirtschaftlichen Umfelds hatte Alibaba bereits seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr, das im März endet, noch vor der Weihnachtszeit nach unten korrigiert.

In der vergangenen Woche stellte Alibabas stellvertretender Vorstandsvorsitzender Joe Tsai jedoch fest, dass die Verkäufe im Dezember gestiegen seien, obwohl die Nachfrage nach besonders teuren Artikeln weiter nachließ.

Tsai beschwichtigte auch die Bedenken über den Handelskrieg und sagte, dass die Menschen übermäßig besorgt über dessen Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft seien.

Die chinesischen Verbraucher seien nach wie vor grundsätzlich sehr stark und der Konsum werde in den nächsten 5-10 Jahren zunehmen, fügte er hinzu.

"Wir leben in einem Umfeld, in dem externe Faktoren die Stimmung der Investoren in Bezug auf das Geschäft von Alibaba zu beeinflussen scheinen", sagte Tsai in einem Gespräch mit Analysten nach den Ergebnissen vom Mittwoch.

Geschäftsführer Daniel Zhang sagte zudem, dass das Unternehmen trotz der Unsicherheiten optimistisch bleibe und fügte hinzu, dass jüngere Käufer den Umsatz antrieben.

Alibaba-Gründer Jack Ma hat den China-USA-Handelsstreit als die "dümmste Sache der Welt" bezeichnet.

Im Jahr 2018 verlangsamte sich das Wirtschaftswachstum Chinas auf den niedrigsten Stand seit fast 30 Jahren, was auf eine sinkende Inlandsnachfrage und unerschwingliche Zölle in den USA zurückzuführen ist. Es wird erwartet, dass sich das Wachstum in diesem Jahr weiter abschwächen wird.

Am Dienstag sagte das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT), dass die Umsatzwachstumsraten für inländische Technologieunternehmen 2018 nicht gestiegen seien und dass sich die Konsumausgaben unter dem erhöhten wirtschaftlichen Druck verlangsamt hätten.

Unternehmen auf der ganzen Welt spüren die Auswirkungen dieser Verlangsamung des Wachstums in China, das in den letzten Jahren ein Drittel des globalen Wachstums generiert hat. Apple sagte diese Woche, dass seine iPhone-Verkäufe aufgrund der schwachen Nachfrage aus China zum ersten Mal im Festtagsquartal zurückgingen.

Angesichts der Anzeichen einer Sättigung des chinesischen Markts versucht Alibaba, außerhalb des Kerngeschäfts E-Commerce zu wachsen, um neue Kunden zu gewinnen.

Das Unternehmen hat auch im Dezemberquartal kräftig in Cloud Computing, künstliche Intelligenz und Online-Entertainment investiert. Der Umsatz im Cloud-Geschäft stieg um 84 Prozent auf 6,6 Milliarden Yuan (860 Millionen Euro), während der Umsatz im digitalen Entertainment- und Mediengeschäft um 20 Prozent auf 6,5 Milliarden Yuan (847 Millionen Euro) stieg.

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