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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
14.02.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Alibaba warnt vor Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf den E-Commerce-Umsatz

Von
Reuters API
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
14.02.2020

Die Alibaba Group Holding Ltd gab für das laufende Quartal eine Umsatzwarnung für ihr E-Commerce-Geschäft bekannt. Die Coronavirus-Epidemie in China belastet die Zulieferketten und Lieferungen des Konzerns.



Im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Finanzergebnissen des dritten Quartals 2019 (Stichtag: 31. Dezember 2019) informierte die Geschäftsleitung über die wahrscheinlichen Auswirkungen der Epidemie. Im abgeschlossenen Quartal übertraf das Unternehmen jedoch die Erwartungen der Analysten und erzielte mit dem jährlichen Shopping-Event Singles‘ Day eine Rekordanzahl an Transaktionen.

CEO Daniel Zhang erklärte, die verspätete Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Mond-Neujahrsfest habe Händlern aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus, an dem in China mehr als 1350 Menschen gestorben und Tausende mehr erkrankt sind, zu schaffen gemacht und zu Verspätungen bei der Auftragserfüllung geführt.

Die Lieferungen von Lebensmitteln gingen im Jahresvergleich zurück, da aufgrund des Ausbruchs zahlreiche Restaurants geschlossen blieben. Und obwohl das Unternehmen in seiner Supermarkt-Kette Hema eine erhöhte Nachfrage registrierte, wurde es durch eingeschränkte Lieferkapazitäten gebremst.

Laut Finanzchefin Maggie Wu verzeichnen die meisten Alibaba-Geschäfte, die sich auf den Verkauf von Produkten stützen, im laufenden Quartal Umsatzeinbußen.

"Wie andere Unternehmen sind wir gegenüber Angebot und Nachfrage nicht immun", erklärte sie. "Ihre Erholung und ihr langfristiger Erfolg wird sich in langfristiges Wachstum für die Alibaba Group umwandeln". Weiter erklärte Maggie Wu, dass die Messaging App des Unternehmens, DingTalk, während der Krise ein "explosionsartiges Wachstum" verzeichnete, da Unternehmen und Schulen die App für Fernarbeit und Onlineunterricht verwenden.

"Der Umsatz von Alibaba in den kommenden Quartalen wird durch die Auswirkungen des Coronaviren-Ausbruchs sicherlich direkt betroffen sein. Doch die Geschäftstätigkeit des Unternehmens kann dem kurzen Abschwung standhalten, das Cloud Computing-Geschäft dürfte deutlich zu einer positiveren Prognose beitragen", beschwichtigte Jesse Cohen, Senior Analyst bei der Finanzmarkt-Plattform Investing.com.

QUARTALSUMSATZ ÜBER DEN ERWARTUNGEN

Ende Jahr erzielt Alibaba generell die stärksten Umsatzzahlen, da in diesem Quartal jeweils der gigantische Shopping-Event Singles' Day stattfindet. Im vergangenen November setzte das Unternehmen an diesem einen Tag rekordhohe USD 38,4 Milliarden (EUR 35,4 Mrd.) um.

Die Haupteinnahmequelle von Alibaba bilden Werbeflächen und Werbedienstleistungen, die an Drittanbieter auf den E-Commerce-Plattformen Taobao und Tmall verkauft werden.

Das Unternehmen erklärte, es unterstütze den Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie durch die Gewährleistung der Versorgung mit Bedarfsgegenständen und die Einführung von Hilfsmaßnahmen für seine Händler.

MYBank, eine Abteilung der Schwestergesellschaft von Alibaba, Ant Financial, versprach im Zuge der Epidemie Anleihen in Höhe von CNY 20 Milliarden (EUR 2,6 Mrd.) für chinesische Unternehmen.

Die Epidemie, die ihren Ursprung in der Stadt Wuhan nahm, zwang mehrere Unternehmen dazu, Angestellte zu entlassen und günstigere Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Für viele war die Wiederankurbelung der Produktion nach dem verlängerten Mond-Neujahrsfest problematisch, da auch die Lieferketten beeinträchtigt wurden.

Alibaba wird oft als Spiegel der Gesundheit von Chinas Verbraucherwirtschaft gesehen, die in Peking für ein anhaltendes Wirtschaftswachstum als entscheidend erachtet wird.

Die Epidemie dürfte die chinesische Wirtschaft zusätzlich belasten, kurz nachdem die Regierung Hoffnungen gehegt hatte, eine vorläufige Einigung im langwierigen Handelskrieg mit den USA könnte die Situation lockern.

Im Kerngeschäft von Alibaba stieg der Umsatz im Berichtsquartal um 38 Prozent auf CNY 141,48 Milliarden (EUR 18,66 Mrd.), während der Umsatz im Cloud Computing-Geschäft um ganze 62 Prozent auf CNY 10,72 Milliarden (EUR 1,14 Mrd.) kletterte.

Der den Stammaktionären zurechenbare Reingewinn stieg von CNY 33,05 Milliarden (EUR 4,36 Mrd.) auf CNY 52,31 Milliarden (EUR 6,90 Mrd.). Ausschließlich vergleichsstörender Posten erzielte Alibaba einen Gewinn von CNY 18,19 (EUR 2,40) pro American Depository Share (ADS). Analysten waren laut IBES-Daten von Refinitiv von CNY 15,75 (EUR 2,07) ausgegangen.

Der Gesamtumsatz stieg um 38 Prozent auf CNY 161,46 Milliarden (EUR 21,29 Mrd.), was ebenfalls über den Schätzungen von CNY 159,28 Milliarden (EUR 21,00 Mrd.) lag. Die Aktien des Unternehmens gewannen in den USA vorbörslich fast 1 Prozent und wurden zu USD 226,30 (EUR 208,43) gehandelt.

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