Angeschlagener Modekonzern Esprit kommt operativ voran

Der Modekonzern Esprit arbeitet sich dank des Sparkurses weiter aus den roten Zahlen. Durch eine Steuergutschrift stand unter dem Strich im zweiten Halbjahr sogar ein Plus von 61 Millionen HK-Dollar (7,4 Mio. Euro).


Der angeschlagene Modekonzern Esprit arbeitet sich dank des rigiden Sparkurses operativ weiter aus den roten Zahlen. - Esprit

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres sei vor Zinsen und Steuern nur noch ein Minus von 13 Millionen Hongkong-Dollar (1,6 Millionen Euro) angefallen, wie das Unternehmen mit Firmensitz in Ratingen bei Düsseldorf und Börsennotierung in Hongkong mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus vor Zinsen und Steuern noch 247 Millionen HK-Dollar  (30,1 Mio. Euro) betragen.

"Im ersten Geschäftshalbjahr 2016/17 waren die Umsätze unter Druck, weshalb das Management entschieden Maßnahmen umgesetzt hat, um die Profitabilität zu erhöhen. Als Ergebnis hat sich das Geschäftsergebnis der Gruppe deutlich verbessert", sagt Jose Manuel Martínez, Group Chief Executive Officer von Esprit, In einer Pressekonferenz in Hong Kong.

Dank einer Steuergutschrift stand unter dem Strich in den sechs Monaten bis Ende Dezember sogar ein Plus von 61 Millionen HK-Dollar (7,4 Mio. Euro). Der Umsatz fiel unter anderem wegen der Schließung einiger Filialen um knapp elf Prozent auf 8,3 Milliarden HK-Dollar (1,01 Mrd. Euro). In den Läden, die noch geöffnet sind, ist der Erlös allerdings leicht gestiegen. Deutlich gesunken sind die Personalkosten und die Ausgaben für Miete.

Esprit kämpft wie alle Modeunternehmen mit einem schwierigen Marktumfeld und zahlreichen hausgemachten Problemen. Größte Probleme haben die Händler mit vielen Läden vor allem wegen einer stark steigenden Nachfrage nach Kleidungskäufen im Internet, von der wiederum zum Beispiel der Onlinehändler Zalando profitiert. Mit dem Sparkurs und anderen Maßnahmen sieht Verwaltungsratschef Raymond Or das Unternehmen auf Kurs, dauerhaft wieder wettbewerbsfähig zu sein.

Der H&M- und Zara-Konkurrent hatte zuletzt zahlreiche unrentable Filialen geschlossen, sein Design aufgefrischt, den Vertrieb verbessert und die Kollektionswechsel beschleunigt. Auch das Online-Geschäft soll gestärkt werden. Hier ging allerdings der Umsatz ebenfalls leicht zurück.

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