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Veröffentlicht am
02.01.2023
Lesedauer
7 Minuten
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Anita Tillmann (Premium Group): "Die Herausforderung ist natürlich, die Leute bei Laune zu halten, die Branche bei Laune zu halten"

Veröffentlicht am
02.01.2023

Anita Tillmann startete vor 20 Jahren das Messekonzept Premium, das auf der kommenden Ausgabe vom 17. bis 19. Januar Jubiläum feiert. Im Interview mit FashionNetwork.com spricht sie über die Herausforderungen der Krisenjahre, neue Chancen und die Stärken der nächsten Generation. 


Anita Tillmann - PREMIUM GROUP



FashionNetwork.com: Im Januar feiert die Premium ihr 20-jähriges Jubiläum. Was erwartet die 450 Aussteller und Besucher?

Anita Tillmann: Auf sie warten alt-bekannte Gesichter, aber auch eine neue Generation mit frischen Ideen. Damit meine ich vor allem viele neue Marken und das Potential, dass diese mitbringen. Außerdem finden die Premium und die Seek wieder zusammen auf einem Gelände statt. Das war schon vor der Pandemie der Wunsch der Branche, um die verschiedenen Sortimente und Segmente näher beieinander zu haben. Das haben wir schon im Sommer so abgebildet und das wird auch so bleiben. Natürlich werden wir auch unseren 20. Geburtstag feiern und jeder ist herzlich eingeladen zu Geburtstagstorten und Drinks aufs Haus.

FNW: Die erste Ausgabe der Premium hat 2003 stattgefunden. Wie hat sich die Messe seit Beginn entwickelt? 

AT: Messen sind der perfekte Schauplatz, besonders für Newcomer. Die Liste der Marken, die mit uns groß geworden und gewachsen sind, ist lang. Messen sind auch heute noch die Plattformen, auf denen der Branche Neues präsentiert wird, sei es durch Kollektionen, neue Konzepte oder Neuausrichtungen von bereits etablierten Marken. Vor 20 Jahren war der Handel in allen Städten sehr homogen, alles sah gleich aus. Das haben wir damals geändert. Diese Entwicklung wurde von der Globalisierung und Digitalisierung nochmal beschleunigt und das Angebot im und für den Handel ist heute sehr viel heterogener als damals.

FNW: Im Sommer feierte die Messe ihr physisches Comeback. Die Freude über die Rückkehr war vor Ort deutlich zu spüren. Kritik gab es hingegen beim Thema Übersichtlichkeit. Gibt es hier Veränderungen?

AT: Die erste Kick-off-Veranstaltung im Sommer war aus vielen verschiedenen Gründen anders, vor allem aufgrund von Corona bedingter Planungsunsicherheit und daraus resultierender Kurzfristigkeit. Das war tough. Trotzdem haben wir das Feedback sehr ernst genommen und sind den Verbesserungswünschen aus der letzten Saison nachgegangen. Die Messe im Januar wird kompakter sowie klar und strukturiert aufgeteilt sein. Wir sind dieses Mal am Eingang Messe-Süd und belegen Hallen, die eine andere Strukturierung der Sortimente ermöglichen. Es werden Womenswear, Menswear, Footwear und Accessoires präsentiert und u. a. wird es auch eine Beautylounge geben.
 
FNW: Nachhaltige Marken wünschten sich zudem – nach dem Wegfall der Neonyt – eine ganzheitlich nachhaltige Halle. Gibt es dazu Erneuerungen?

AT: Wir arbeiten dran. Es werden knapp 100 nachhaltigere Brands vorgestellt, die meisten davon auf der Seek. Aber auch die Premium zeigt einige vielversprechende, nachhaltigere Marken. Das Portfolio kann sich sehen lassen.
 
FNW: Wie hat sich das Thema Nachhaltigkeit seit Beginn der Messe entwickelt?

AT: Wir supporten bereits seit 2006 nachhaltige Marken und soziale Unternehmen. Damals haben wir mit einer Green Area angefangen, die wir bis heute weiterentwickelt haben. Es kamen Symposien, Expertenvorträge und andere innovative Projekte und Initiativen dazu. Heute sind alle Aktivitäten unter dem Premium Group Conscious Club gebündelt, den wir letzte Saison neu aufgesetzt haben. Er setzt sich aus verschiedenen Modulen zusammen, dazu gehören beispielsweise die Fläche mit nachhaltigeren Marken und Designern oder auch der 202030 – The Berlin Fashion Summit, der in enger Zusammenarbeit mit Magdalena Schaffrin und Max Gilgenmann von Studio MM04 im Januar ganz neu mit dabei ist. Interessant finde ich auch zu beobachten, dass Brands und Designer, die sich neu im Markt positionieren, die Nachhaltigkeitsthematik als selbstverständlich aufgreifen und umsetzten.

FNW: Wie hat sich der Handel in diesem Bereich verändert? 

AT: Große Handelshäuser allokieren mittlerweile etwa fünf bis zehn Prozent ihres Einkaufsbudgets für nachhaltige Brands. Wir haben in den Gesprächen sowohl mit den Brands als auch mit dem Handel festgestellt, dass sich zwar sehr viele dem Thema Nachhaltigkeit widmen möchten, aber gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Nachhaltigkeit ist ein sehr komplexes und vielschichtiges Thema und individuelle Unternehmen brauchen individuelle Lösungen. Diese wollen wir in Zusammenarbeit mit Studio MM04 anbieten. Dazu zeigen wir Role Model Brands, die Nachhaltigkeit bereits erfolgreich in ihre Unternehmensstrategien implementiert haben. Wir laden Retailer ein, sich dieses moderne und gut kuratierte Portfolio anzuschauen.

FNW: Im Sommer gab es erstmals das Endkonsumenten-Festival The Ground. Wieso diesen Januar nicht?

AT: Wir hatten damals schon angekündigt, dass wir das auf Gen Z fokussierte Festival erstmals im Sommer testen werden. Wir haben viel investiert, dabei wahnsinnig viel gelernt und das tun wir immer noch, um Gen Z noch besser zu verstehen. Welche Themen beschäftigen sie? Was sind die wichtigsten Werte? Welche Rolle spielt die kulturelle Prägung dieser Generation? Dieses Wissen wollen wir Marken und Retailern vermitteln. Aber The Ground ist ein Sommer-Format.

FNW: Welchen Wandel bringt die neue Generation mit?

AT: Diese Generation geht selbstverständlicher mit Wandel um, was dazu führt, dass sie viel realistischer ist. Traditionelle Rollen und Ideale werden infrage gestellt und dadurch ändern sich auch die Werte. Gen Z agiert sehr purpose-driven und zweckorientiert. Dass das viele Veränderungen für unsere Branche mit sich bringen wird, ist klar. In Gesprächen mit Ausstellern und Retailern stelle ich auch eine Sehnsucht nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit fest, alle schauen zurück. Ich finde, dass der sehr viel interessantere und konstruktivere Weg ist, sich mit dem Jetzt und der Zukunft auseinanderzusetzen. So oder so, zu unserem Jubiläum laden wir alle herzlich dazu ein, für den Moment die Leichtigkeit zu feiern. 

FNW: Was konnten Handel und Marken von dem Endkonsumenten Festival mitnehmen?

AT: Ziel ist es, die Brands zu ermutigen, Brandaktivierungen zu machen und in einen direkten Dialog mit dem Endverbraucher zu treten. Zudem sind Brandaktivierungen auch sehr interessant für den stationären Handel. Wir zeigen welche Eventformate und Aktivierungen man auf den Flächen spielen kann, um den Bereich zu eventisieren und um damit neue Kunden anzusprechen, für sich zu gewinnen oder auch um bereits bestehende Kunden zu bespaßen.

FNW: Im Januar findet die Premium auch wieder parallel zur Berlin Fashion Week statt. Rechnen Sie mit Synergieeffekten?

AT: Es gibt ganz klar Überschneidungen und Synergien, das war auch der Sinn und Zweck der Sache und alle sind froh, dass es wieder so ist. Wir arbeiten sehr eng zusammen, besonders mit dem Fashion Council Germany, wo ich Mitgründerin bin, und die Premium Group Gründungsmitglied ist. Die neue Schauen-Location in den Kant-Garagen liegt nur 10 Minuten von uns entfernt. Wir stimmen Termine weitestgehend miteinander ab und es gibt diverse gemeinsame Events. 
 
FNW: Die Branche leidet unter den Nachwirkungen der Coronapandemie, der aktuellen Energiekrise und Kostensteigerung. Welche neuen Aufgaben und Herausforderungen ergeben sich daraus für die Premium Group als Veranstalter?

AT: Es geht aktuell vielen Ausstellern und auch Händlern wirtschaftlich nicht gut. Coronahilfen müssen zurückgezahlt werden, hinzu kommt der Ukrainekrieg, die Energiekrise, Lieferschwierigkeiten, Inflation und die damit verbundenen Existenzängste. Die Herausforderung ist natürlich, die Leute bei Laune zu halten, die Branche bei Laune zu halten. Ein organisiertes Branchentreffen und ein persönliches Zusammenkommen stellt niemand infrage. Das Feedback der Branche spricht für uns. Der DACH-Markt ist auch noch immer stärker als alle anderen Märkte in Europa. Trotzdem stehen wir alle vor den gleichen Herausforderungen. Wie können wir es gemeinsam schaffen, die Branche wieder in einen positiven Flow zu bringen? Alle müssen mitmachen, die Zeiten des Wandels als Opportunität sehen, auch wenn es schwerfällt.

FNW: Diese herausfordernde Zeit muss sich auch bei der Messeplanung widerspiegeln?

AT: Die Messe spiegelt zum einen neue Trends und zum anderen den Markt wider. Wenn der Markt brummt, brummt es auch auf den Messen. Wenn es draußen verhalten ist, dann spiegelt sich das auch bei uns auf der Messelandschaft wider. Insofern kann man schon sagen, dass es wahrscheinlich eher [die zweite Jahreshälfte, Anm. d. Red.] 2023 oder 2024 wird, bis wir wieder auf das gleiche Niveau wie vor Corona kommen. Aber 2023 wird schon mal viel besser als die letzten zwei Jahre, wo wir gar nicht stattfinden konnten. Deshalb blicken wir trotz allem mit Zuversicht nach vorne.

FNW: Durch die Veränderungen entstehen aber auch positive Entwicklungen?

AT: Definitiv, super positive sogar. Wandel tut immer weh, weil er unbequem ist und bestehende Prozesse infrage stellt. Man muss raus aus der Komfortzone und sich neu strukturieren. Das ist aber nun mal die Definition von Wandel und daraus kann auch viel Gutes entstehen. Ich finde es auch sehr positiv, dass das Thema Nachhaltigkeit so stark in den Vordergrund gerückt ist, denn es muss. Wir als Unternehmen setzen uns auch regelmäßig mit der Frage auseinander, wie wir uns in dem Bereich noch verbessern können. Das Thema Digitalisierung hat sich normalisiert, viele Prozesse vereinfacht sowie effizienter gemacht und daraus haben sich neue Möglichkeiten für alle Beteiligten ergeben. Durch künstliche Intelligenz etc. wird auf diesem Gebiet in Zukunft auch noch viel mehr passieren und das immer schneller, das können wir uns noch gar nicht vorstellen.

FNW: Gibt es weitere nachhaltige Veränderungen, die Sie beobachten?

AT: Was wir feststellen, ist, dass Fashion- und Vertriebsagenturen wieder eine größere Relevanz bekommen im Vergleich zu den Vorjahren. Durch die eingeschränkten Reisemöglichkeiten für die Einkäufer und die allgemeine weltliche Situation wird auf die Sparbremse gedrückt. Es fehlt der Einblick, was es Neues auf dem Markt gibt. Dadurch wird die Position von Vertriebsagenturen gestärkt, da diese vielversprechende Marken im Voraus kuratieren und wissen, was relevant für die Händler und für den Markt sein könnte. In diesem Zusammenhang arbeiten wir sehr eng mit Agenten zusammen und helfen neuen Marken, die durch diese Agenturen vertrieben werden, Sichtbarkeit auf unseren Messen zu bekommen.
 
FNW: Welche Chancen sehen Sie trotz aktueller Dauerkrise für die Branche?

AT: Nach 20 Jahren beginnt ein neuer Zyklus, der des Konsumenten und der Communitys. Wenn man sich die Zahlen im Markt anschaut, sieht man, dass der stationäre Handel weniger gelitten hat als erwartet. Der digitale Handel bleibt hingegen gleich oder macht keinen großartigen Wurf. E-Commerce war während der Corona-Hochphase zwar stark, aber jetzt hat sich das wieder eingependelt. Davon profitiert vor allem der stationäre Handel, der jetzt Neues zeigen kann und anders emotionalisieren kann. Das bietet eine riesige Opportunity. Gleichzeitig müssen auch digitale Plattformen einen anderen Brand-Mix zeigen und wo könnte man einen besseren Überblick bekommen als auf der Messe.

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