Asiatische Anti-Sklaverei-Kampagne in sozialen Medien

Eine Aktivistengruppe aus Asien drängt junge Konsumenten weltweit in den sozialen Medien dazu, vor dem Kauf gut über die Herkunft von Produkten wie T-Shirts und Smartphones nachzudenken, um moderner Sklaverei ein Ende zu setzen.
 

Weltweit leben laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der gemeinnützigen Walk Free Foundation 40 Millionen Menschen in sklavenähnlichen Zuständen, insbesondere in Asien.

Die steigende Kaufkraft in den asiatischen Ländern treibt die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften in Fabriken in die Höhe. Besonders gefragt sind Arbeitnehmer für die Herstellung von Konsumprodukten wie Kleidung, insbesondere aus Bangladesch, bis hin zu Schuhen aus Kambodscha und Vietnam.

Im Rahmen der am Dienstag gestarteten Online-Kampagne von IOM X, "Do you know who made it?", werden junge Konsumenten weltweit dazu aufgefordert, die Hersteller dazu zu zwingen, der Ausbeutung dieser Menschen ein Ende zu setzen.

Unterstützt wird die Organisation IOM X von der Internationalen Organisation für Migration und der amerikanischen Entwicklungsorganisation USAID.

"Wir müssen uns fragen: Ist uns dieses Produkt wichtig und können wir intelligenter einkaufen?", erklärt die 26-jährige Designerin Kamonnart Ongwandee aus Thailand. Auf ihrem Blog setzt sie sich für ethische Verhaltensweisen in der Mode ein. "Hinter den Hochglanz-Coverbildern in Modezeitschriften stecken zahlreiche Schicksale von Menschen, die ausgenutzt werden."

Der 30-jährige YouTube-Star Surabot Leekpai drehte ein Video, in dem er der Herstellung eines T-Shirts mit der Aufschrift "Happy" in einer Sweatshop-Produktion nachging. Der unter dem Namen "Pleum" bekannte thailändische Aktivist veröffentlichte das Ergebnis auf seinem YouTube-Channel mit fast 5 Millionen Followers. Beim Launch der Kampagne erklärte er: "Bevor diese Produkte in unseren Händen liegen, sind sie mit so vielen Geschichten verbunden."

In ganz Asien werden jährlich aus Zwangsarbeit illegale Profite in Höhe von ca. USD 52 Milliarden (EUR 42 Mrd.) erzielt, so die Schätzungen der ILO. Besonders in Fertigungsbetrieben wird von Arbeitskräften oft verlangt, lange Überstunden zu machen. Die Menschen werden schlecht bezahlt und leben oft unter prekären Bedingungen. Zudem werden ihre Ausweise in manchen Fällen eingezogen, damit sie die Arbeitsstelle nicht verlassen, so IOM X. "Oft geht es ihnen dabei nicht besser als zuvor", so Tara Dermott, Programmleiterin bei IOM X.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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