Asics strafft Gewinnprognosen trotz gutem Absatz in China

Der Sportausrüster Asics steht vor großen Herausforderungen. Das Unternehmen veröffentlichte triste Zahlen für die vergangenen drei Quartale und musste auch die Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr nach unten korrigieren. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Umsatz um 4,7 Prozent auf YEN 295,68 Milliarden (EUR 2,3 Mrd.). Das Betriebsergebnis schrumpfte um 37,1 Prozent auf YEN 15,36 Milliarden (EUR 120 Mio.) und der Reingewinn fiel um 47,55 Prozent auf YEN 8,288 Milliarden (EUR 64 Mio.).


Asics

Das Unternehmen sei sich "bewusst, dass im Konzern ein Umstrukturierungsbedarf besteht, um die Geschäftsergebnisse zu verbessern". Außerdem bestehe die "Möglichkeit, einen außergewöhnlichen Verlust zu verzeichnen, da das Unternehmen erwägt, Assets in Japan und Übersee aufzugeben". Das könnte auf eine Lagerbereinigung für schwer verkäufliche Vorratsbestände, eine "Werthaltigkeitsprüfung nicht rentabler Einzelhandelsstores" und den Verkauf strategischer Beteiligungen hinweisen.

Was ist schief gegangen? Das Unternehmen verweist auf deutliche Verluste in Amerika, Japan und in kleinerem Umfang im Raum EMEA. In Ostasien konnte ein Umsatzplus verzeichnet werden, getragen durch ein zweistelliges Wachstum in China. Die Sparte Laufschuhe sackte in dieser Region zwar um 7 Prozent ein, doch konnte Onitsuka Tiger um 30 Prozent zulegen.

Asics macht sich auch in Zukunft auf Schwierigkeiten im Einzelhandel gefasst, insbesondere in den Regionen Amerika und EMEA. Der Umsatz in China dürfte jedoch angesichts des beliebten Feiertags Singles Day weiter ansteigen.

Dennoch blieb Asics relativ optimistisch. In einem spezifischen Überblick zur EMEA-Region erwähnte das Unternehmen beispielsweise "nach einem schwierigen Start positive Ergebnisse in strategischen Schlüsselbereichen in den ersten neun Monaten des Jahres".

Laut Gewinnmitteilung zeige die Unternehmenstransformation "positive Ergebnisse in Wachstumsmärkten, Asics-Stores und im Asics-Onlinehandel". Dennoch kann nicht darüber hinweggetäuscht werden, dass das Unternehmen in dieser Region 4 Prozent weniger Umsatz erzielte (währungsbereinigt 2,7 Prozent).

Einen Lichtblick bildete das 11-prozentige Wachstum im Raum EMEA, die Zunahme um 35 Prozent im Onlinehandel und die Entwicklung in den Wachstumsmärkten wie Südafrika (+2 Prozent), Russland (+17 Prozent) und Nahost (+131 Prozent). Hier war insbesondere die Eröffnung des ersten Markenstores in Kuweit ausschlaggebend.

In den zentralen Produktkategorien ergab sich bei den Laufschuhen keine Veränderung, bei den Tennisschuhen ein Plus von 2,4 Prozent und für Schuhe des Labels Onitsuka Tiger ein "herausragendes" Ergebnis mit einem Anstieg um 28 Prozent.

Weiter setzte Asics im dritten Quartal in den zentralen Performance- und Lifestyle-Kategorien verschiedene wachstumstreibende Marken- und Geschäftsmaßnahmen um, darunter die Einführung des "innovativen" Sohlenmaterials FlyteFoam und FlyteFoam Propel (für die Modelle Dynaflyte 3 und Roadhawk FF 2). Die neuen Schuhmodelle knüpften an den Erfolg des Vorzeigemodells Gel-Kayano 25 im zweiten Quartal an.

Im Tennis konnte das Unternehmen durch die Partnerschaft mit Novak Djokovic "hohe Aufmerksamkeit" erzielen. Dass der Tennisprofi 2018 erneut Wimbledonsieger wurde und auch bei den US Open mit den Gel-Resolution-Schuhen von Asics den Sieg errang, hat sicherlich dazu beigetragen.

Außerdem launchte die Marke mit der Neuauflage des Gel-Kayano 5 OG-Schuhs ein Retromodell aus dem Jahr 1999.

Alistair Cameron, CEO für die Region EMEA, erklärte: "Wir haben unser Geschäfts radikal umgestellt, um in einer sich schnell verändernden Welt zukünftiges Wachstum durch engere Beziehungen zu den Verbrauchern, die Priorisierung strategischer Geschäftsinitiativen und eine höhere Reaktionsschnelle zu generieren. Dabei spornt uns nach einem schwierigen Start das Wachstum in strategischen Kernbereichen und mit unseren strategischen Partnern an. Wir sind zuversichtlich, dass unser neuer Fokus auch weiterhin positive Ergebnisse bringen wird".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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