Atelier Gardeur: CEO Kränzle geht von Bord

Gerhard Kränzle verlässt Atelier Gardeur. Das kommt gerade nach den Querelen der vergangenen Monate, durch die der CEO den Mönchengladbacher Hosenspezialisten geführt hat, durchaus überraschend. Doch Kränzle geht mit Wirkung zum Monatsende (31. März) nach insgesamt siebeneinhalb Jahren auf eigenen Wunsch, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.

Geht zum Monatsende von Bord: CEO Gerhard Kränzle. - Atelier Gardeur

Er übergibt den Staffelstab damit vollständig an Steef Duijndam, dessen niederländische Modegruppe Gardeur Ende vergangenen Jahres übernommen und damit aus der Insolvenz gerettet hatte, die Kränzle im Oktober aufgrund von Liquiditätsengpässen beantragen musste. 

Kränzle habe bei Gardeur viele zukunftsweisende Veränderungen angestoßen, um das Unternehmen in eine neue Ära zu führen, kommentiert Duijndam dessen Entscheidung. "Zusammen mit dem hochengagierten Team hat er Gardeur neu ausgerichtet, die Marke konzentriert und sehr gute Arbeit in der Vertikalisierung geleistet", so der neue geschäftsführende Gesellschafter.

"Ohne die durch externe Faktoren ausgelöste Liquiditätskrise wäre Gardeur unter seiner  Führung auf einem sehr guten Weg gewesen. Wir danken Herrn Kränzle für die  professionelle und verantwortungsvolle Übergabe in den vergangenen vier  Monaten, mit der er sichergestellt hat, dass wir mit seinen wertvollen Impulsen nun weiterarbeiten und Gardeur in eine erfolgreiche Zukunft führen können", lässt Duijndam in einer Pressemitteilung wissen. 
 
"Mir lag es am Herzen, den Staffelstab sicher an die neue Führung zu übergeben, nun aber ist es Zeit für mich loszulassen. Die Marke war für mich mehr als sieben Jahre meine berufliche Heimat und Berufung – diese Zeit geht nun für mich zu Ende und ich freue mich darauf, nach einer längeren Auszeit im kommenden Jahr an anderer Stelle zu wirken", erklärt Kränzle persönlich sein Ausscheiden.

Mit der Duijndam-Gruppe seien am Ende bekanntlich seine Wunschkandidaten zum Zuge gekommen. Steef Duijndam will gemeinsam mit seinem Partner Thomas Kültz seine langjährigen Erfahrungen im Textilbereich in den Erfolg der Traditionsmarke einbringen.

Die  Ergebnisse der ersten 100 Tage hätten gezeigt, dass das Duo auf dem richtigen Weg sei, ist man in Mönchengladbach überzeugt. Mit "großem persönlichen und finanziellen Einsatz" haben beide demnach die Beschaffung ermöglicht, die Produktion immens angekurbelt und so die Lieferfähigkeit wiederhergestellt.

Bereits ab kommenden Monat will man bei Atelier Gardeur alle Produktionsrückstände aufgeholt haben und wieder im regulären Lieferrhythmus sein. "Ein wahrer Kraftakt", ist sich Gerhard Kränzle noch einmal zurückrückblickend bewusst. 
 
Kränzle war im November  2010 von dem Eigentümer Capcellence als CEO der damals hoch verlustreichen Gardeur GmbH berufen worden. Als 2012/13 frisches Geld vonnöten war, übernahm Kränzle die Mehrheit des Unternehmens mit der NRW.Bank als stillem Partner und konnte Gardeur bis 2015/2016 in die schwarzen Zahlen führen.
 

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