Auch Tom Tailor kappt Prognose – Hitze, Rabatte und Probleme mit Marke Bonita

Eine Gewinnwarnung hat die Aktie der Modekette Tom Tailor am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Der heiße Sommer habe die Kunden von den Läden fern gehalten, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Hinzu belasten Probleme mit der Marke Bonita und viele Rabattaktionen. Daher erwartet die Modefirma jetzt einen Umsatzrückgang von bis zu neun Prozent auf 840 Millionen Euro. Bislang hatte Tom Tailor lediglich mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet. An der Börse fiel der Aktienkurs um mehr als 10 Prozent auf ein Tief seit November 2016.

TOM TAILOR

Zudem senkte das Unternehmen die Prognose für die Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 7,5 bis 8,5 Prozent. Bislang hatte hier die Erwartung bei zehn Prozent gelegen. Im vergangenen Jahr hatte die Ebitda-Marge neun Prozent erreicht. Die Zukunft der Marke Bonita stehe nun auf dem Prüfstand, hieß es weiter.

Analysten nehmen die Nachricht unterschiedlich auf. Volker Bosse von der Baader Bank hält sie für eine klare Enttäuschung, nachdem das Management sich Anfang August noch optimistisch gezeigt habe. Stärkere Dynamik im Onlinehandel und der Verkaufsstart bei neuen Partnern hätten die vorhersehbar schwierigen Bedingungen im dritten Quartal eigentlich kompensieren sollen. Dagegen hält Analyst Joerg Philipp Frey vom Analysehaus Warburg die Bewertung der Aktie immer noch für sehr attraktiv. Frey bestätigte seine Kaufempfehlung, senkte aber die Gewinnschätzung.

Die Aussichten für Tom Tailor werden zudem durch einen verzögerten Saisonstart für die Herbst- und Wintersaison getrübt. Die noch hohen Temperaturen bis Ende September haben die Kauflaune für Winterkleidung nicht gerade befeuert.

Da geht es Tom Tailor nicht anders als dem Konkurrent Gerry Weber oder dem Onlinehändler Zalando, die ebenfalls ihre Prognosen wegen des Hitze-Sommers senkten. Entgegen dem Branchentrend konnte sich die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) jedoch behaupten. Unter anderem dank guter Räumungsverkäufe stiegen die Einnahmen und übertrafen die Erwartungen der Analysten.

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