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Veröffentlicht am
21.12.2017
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Auch an der Börse beflügelt China die Luxusgüterbranche

Von
DPA
Veröffentlicht am
21.12.2017

Die Luxusgüterbranche floriert: Das internationale Geschäft mit Luxusgütern und -erlebnissen legt 2017 um 5 Prozent auf 1.160 Milliarden Euro zu. Der Kernmarkt für persönliche Luxusgüter wie Kleidung, Parfüm und Schmuck erzielte sogar einen neuen Umsatzrekord von weltweit 262 Milliarden Euro. Das zeigt die aktuelle Version der Branchenstudie, die die Unternehmensberatung Bain & Company in Zusammenarbeit mit dem italienischen Luxusgüterverband Fondazione Altagamma seit dem Jahr 2000 erstellt.

Damit ist die Schwächephase, ausgelöst durch die Antikorruptionskampagne der chinesischen Regierung, endgültig beendet. Die Kauflust der Asiaten ist zurück. Die Shopping-Trips der Chinesen haben gerade in Europa das Wachstum angetrieben, wie Bain feststellt. Der Anteil der Chinesen am globalen Umsatz der internationalen Luxusanbieter liege mittlerweile bei rund einem Drittel.

Gute Aussichten für den Luxusmarkt, auch an der Börse! - Photo: Reuters


Außerdem läuft das Online-Geschäft: Die Internet-Verkäufe sind laut Studie um 24 Prozent nach oben geschnellt, in den USA machen sie mittlerweile fast die Hälfte des gesamten Absatzes aus. "Die Generationen Y der von 1980 bis 1999 Geborenen und Generation Z ab dem Jahr 2000 kaufen ihre Lieblingsprodukte – etwa Sneaker, Designershirts oder teure Daunenjacken – gerne im Internet", heißt es.

Der positive Trend hat sich auch an der Börse niedergeschlagen: Der S&P Global Luxury-Index, der die 80 weltweit größten börsennotierten Luxusgüterkonzerne abbildet und in der ersten Jahreshälfte 2016 kräftig verloren hatte, ist seitdem wieder deutlich gestiegen und hat die Verluste längst wettgemacht. Seit Jahresanfang kommt er auf ein Plus von 36,7 Prozent.

Kräftige Kursanstiege verzeichnen auch die ganz großen der Branche, LVMH, Richemont und Kering. LVMH mit Marken wie Louis Vuitton, Moët & Chandon, Hennessy und Givenchy kommt auf Sicht von zwölf Monaten auf ein Plus von 40 Prozent. Beim Schweizer Konzern Richemont, der für Marken wie Cartier, Piaget und Montblanc steht, sind es 21 Prozent, beim französischen Konzern Kering mit Marken wie Gucci, Yves Saint Laurent und Puma sogar 85 Prozent. "E-Commerce und das Asien-Geschäft, das sind die Treiber", stellt auch Roland Stadler von der Baader Bank fest, die an der Börse Frankfurt die Aktien von LVMH und Richemont betreut. Anbieter hochwertiger Alkoholika wie Pernod-Ricard profitieren ebenfalls von dieser Lust am teuren Vergnügen, wie Stadler feststellt, die Aktie hat seit Jahresanfang um 27 Prozent zugelegt. Der US-Kosmetikkonzern Estée Lauder kommt sogar auf 44 Prozent

Trotz Apple Watch & Co sind Schweizer Uhren wieder gefragt. Der Aufwärtstrend hat sich zuletzt bestätigt. Im November wurde bei den Uhrenexporten ein Plus von 6 Prozent verzeichnet. Damit setzte sich der positive Trend der Vormonate fort. Noch 2016 gab es zum Teil heftige Einbußen. Den Schweizer Unternehmen hatte noch zusätzlich der nach der Wechselkursfreigabe teure Franken zu schaffen gemacht.
Ein Beispiel für die Erholung ist die Schweizer Swatch Group, die neben Swatch-Uhren auch Luxusmarken wie Omega und Glashütte sowie Marken im Mittelpreissegment wie Tissot anbietet. Die Aktie hat im Laufe des Jahres zwar einige Hochs und Tiefs erlebt, kommt auf Zwölfmonatssicht aber immer noch auf ein Plus von 15 Prozent. "Die Chinesen befeuern die Nachfrage", stellt Walter Vorhauser von Oddo Seydler fest. "Alle Segmente entwickeln sich gut."

Optimismus herrscht aber nicht bezüglich aller Luxuskonzerne. Ein Beispiel ist Burberry. Der Abschied des Chefdesigners Christopher Bailey, der dem Label ein frisches Image verpasst hatte, kommt an der Börse nicht gut an. "Burberry will sich jetzt auf noch hochpreisigeren Luxus fokussieren", berichtet Vorhauser. "Der Vertrieb soll umgebaut werden, die Geschäfte umgestylt." Der Kurs gab deutlich nach von 22,30 auf 19,50 Euro, aktuell sind es 19,88 Euro. Für die vergangenen zwölf Monate kommt die Aktie in Euro damit aber immer noch auf ein Plus von 14 Prozent.

Bain & Company zufolge wird das Wachstum in der Branche weitergehen, prognostiziert werden für die kommenden drei Jahre jährliche Zuwächse von 4 bis 5 Prozent. Der Umsatz im Kernmarkt für persönliche Luxusgüter werde demnach 2020 auf rund 300 Milliarden Euro steigen.

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