Auftakt zur Berliner Modewoche: SDBI zeichnet Gewinner der European Fashion Awards aus

Mit Festakt und Ausstellung in der Basilika des Bode-Museums Berlin sind am Montagabend die Gewinner der European Fashion Awards (FASH) der Stiftung der Deutschen Bekleidungsindustrie (SDBI) verliehen worden. Die Veranstaltung markierte neben einigen Site Events (wie u.a. der Glamour-Party von "Dandy Diary" mit Harald Glööckler auf der Treptow-Insel, der Vorstellung des re-launchten Magazins der Streetwear-Messe Seek und der Spa Diamond Night im Hotel Palace), den Auftakt zu einer turbulenten wie reichhaltigen Fashion Week. 

Die Preisträger mit Staatsminister Roth in der Mitte: (v.l.)Sonja Litichevskaya,Andreas Stang,Hannah Kliewer, Lea Schweinfurth,Katja Skoppek undLivia Honus. - Rüdiger Oberschür

Der FASH suchte unter dem Thema „Get Real“ einzigartige Mode, die emotional berührend und überraschend ist. Alle sechs Preisträger hatten sich unter dem Wettbewerbs-Motto "Get real" kritisch mit den Sozialen Medien auseinander gesetzt.

Hannah Kliewer (1. Preis Studierende) bietet mit ihrer Strickkollektion in ihrer Ursprünglichkeit und den übergroßen Krägen Schutz im Sturm der Sozialen Medien auf der Reise zu sich selbst. Lea Schweinfurth (2. Preis) hat ihre realen und virtuellen Eindrücke zu Kleidern voller poetischer Übertreibung und Persönlichkeit, Lust undverführerischer Schönheit verarbeitet. Andreas Stang (3. Preis) thematisiert das Prestigebedürfnis mit gleißendem Schmuck und ironischer Übertreibung.

Bei den Abschlussarbeiten hat Sonja Litichevskaya (1. Preis Absolventen) mit einem ermutigenden Blick nach vorn die Kunst des Russischen Konstruktivismus und der Perestroika zu kraftvollen Entwürfen verbunden. Katja Skoppeks (2.Preis) Kollektion bietet Geborgenheit und Nähe, Schutz und Zugehörigkeit in diesen unruhigen Zeiten. Livia Honus (3. Preis) illustriert farbenfroh und mit viel Humor Facetten der Selfie-Kultur. Am weltweit ausgeschriebenen Preis nahmen 205 Studierende aus 29 Ländern aus Europa, Asien und Amerika teil.

Die Laudatio auf die sechs Preisträger hielt Europa-Staatsminister Michael Roth (MdB). Roth betonte vor allem den grenzüberschreitenden, kosmopolitischen Aspekt des Modeschaffens und rief den Designern zu: "Als Preisträgerinnen und Preisträger sind sie damit so etwas wie Botschafterinnen und Botschafter für ein 'anderes Europa'. Durch Ihr Wirken und Schaffen zeigen Sie: Europa ist weit mehr ist als nur trockene Bürokratie oder politische Deals. Europa ist eben ein Statement. Europa ist ein gemeinsamer Lebens- und Kulturraum. Und für meinen Geschmack sollte es viel öfter nicht nur um Zahlen und Gesetze gehen, sondern darum, wie sehr uns Ideen, Kreativität, Kultur und Werte miteinander verbinden."


Blick auf die Gewinner-Kollektionen in der Basilika vor der Verleihung. - Ulf Büschleb/SDBI

Der Preis ist insgesamt mit 200.000 Euro dotiert und umfasst auch ein umfassenden Mentoren- und PR-Programm für alle sechs Preisträger.  

Am weltweit ausgeschriebenen Preis nahmen 205 Studierende aus 29 Ländern aus Europa, Asien und Amerika teil. Das gute Abschneiden der deutschen Teilnehmer erklärt sich die Jury neben der offenbar hervorragenden Ausbildung an den deutschen Schulen, dass sie im Schnitt fünf Jahre älter sind als viele internationale Teilnehmer und die Zeit oft für eine Ausbildung als Maßschneider oder Schnitt- und Fertigungsdirektrice genutzt haben.

Zu den Jurymitgliedern gehörten in diesem Jahr Claudia Braun, Leiterin Color & Trim (Farb- und Materialdesign), Mercedes-Benz; Otto Drögsler, Creative Director, Odeeh; Joachim Schirrmacher, Creative Consultant; Thomas Steinbrück, Creative Director Reebok (Boston) und Franco P Tettamanti, Modefotograf (Paris).



 

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