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Ausbildung: Denise Med leitet Deutschlands erste Akademie für Stylisten

Veröffentlicht am
today 29.10.2018
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Denise Med arbeitet seit über 20 Jahren international als Stylistin. Die ehemalige Redakteurin u.a. für Instyle, Vogue.de und GQ.de ist dazu auch als Trendscout und Personal Shopper tätig. Sie stand zudem viele Jahre als Modeexpertin in der "Vorher-Nachher-Show" vor der Kamera und arbeitete für das ZDF und RTL sowie für Bravo TV. Seit 2005 gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen von unzähligen Shootings, Schauen und Filmproduktionen in der Münchener Akademie Modestyling weiter. Die Schulungen werden von der Bundesregierung mit der ESF Bildungsprämie gefördert. Im Interview mit FashionNetwork.com verrät Denise Med wie man beruflich den Fuß in die Tür bekommt und erfolgreich als Stylist arbeitet.

Die ehemalige Instyle-Redakteurin Denise Med hat die Akademie 2005 gegründet. - PR


FashionNetwork.com: Denise, wie kam es zur Gründung der Stylisten-Akademie?

Denise Med: Mich haben irgendwann immer mehr Leute angerufen, die gerne den Beruf Fashion Stylist und Personal Shopper bei mir lernen wollten. So habe ich mich 2005 schließlich entschlossen, die erste Schule für diesen Bereich in Deutschland zu gründen. Neben Kursen an der Akademie Modestyling biete ich auch Schulungen in Zürich an.

FNW: Wie viele Schüler hat die Akademie durchschnittlich?

DM: Die Schulungen finden in kleinen Gruppen mit etwa zehn Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Die Masterclass 'Fashion Stylist für Legeware' hat etwa acht Teilnehmer. Ich biete im Jahr rund zehn Schulungen an, da ich auch selbst viel in dem Beruf unterwegs bin.

FNW: Schaffen es die Absolventen hinterher auch erfolgreich in den Beruf? 

DM: Seit 2005 sind viele Teilnehmer zu super Stylisten aufgestiegen. Eine Absolventin hat es zuletzt bis nach L.A geschafft und arbeitet als VIP-Stylist. 

FNW: Wie sieht es mit der staatlichen Anerkennung aus und gibt es Fördermöglichkeiten? 

DM: Wir sind sehr froh, dass alle unsere Schulungen staatlich über den ESF Bildungsscheck und eine Bildungsprämie mit bis zu 500 Euro gefördert werden. Das ist besonders für junge Jobeinsteiger, Quereinsteiger oder auch Wiedereinsteiger interessant. Leider ist der Beruf Fashion Stylist und Personal Shopper bisher kein anerkannter Lehrberuf, obwohl in der Branche so viele Stylisten tätig sind. Ähnlich wie der Make-up-Artist. Ich bin diesbezüglich seit langem mit der Bundesregierung in Kontakt, um das vielleicht eines Tages zu ändern. 

FNW: Wie sieht Dein eigener Arbeitsstil als Stylistin aus?

DM: Ich erzähle bei meinen Jobs Geschichten und setzte meine Ideen in Bilder um. Zunächst fertige ich dazu ein Moodboard an, um ein klares Storytelling für den Mode- oder Werbekunden zu kreieren. Dabei lasse ich immer die neuesten Fashiontrends und kommenden Lifestyle-Looks der nächsten Saison einfließen, die einen Spannungsbogen aufbauen. Im Anschluss organisiere ich die Outfits, Accessoires und Dekorationen für die beauftragte Foto- oder Filmproduktion. Während des TV-Drehs oder des Shootings schaue ich, dass die Models top aussehen und style immer wieder neue Outfits, die dann oft zum Trendlook werden. 

Die Jobaussichten für Stylisten sind derzeit sehr vielfältig. Gerade der boomende E-Commerce bietet Absolventen der Akademie viele Möglichkeiten. - PR


FNW: Was macht einen guten Fashion-Stylisten aus?

DM: Man muss immer up to date sein, die neuesten Trends kennen und sich nonstop im kreativen Denkmodus befinden. Um erfolgreich zu arbeiten, bin ich regelmäßig auf Trend-Reports, Shows bei Fashion Weeks und gehe zweimal im Jahr zu vielen Press Days, wo die kommenden Looks vorgestellt werden. Natürlich kenne ich auch viele Designer und alle Looks, die eine bestimmte Richtung vorgeben. Nur so kann ich aus einem Casual Look zu verschiedenen Trendlooks stylen.

FNW: Und genau das ist ja oft gefragt in der Branche.

DM: Genau. Neben Stilsicherheit, ist ein Gespür für Menschen und Teamgeist wichtig. Eine Stylistin arbeitet eigenverantwortlich und weiß in jeder Situation, was zu tun ist. Handwerkliches Geschick und eine gewisse Stresskompetenz sind daher wichtig.

FNW: Wie sind denn die Jobaussichten?

DM: Das Branchenspektrum ist derzeit sehr umfangreich und es werden immer mehr Stylisten Jobs angeboten. Ich style Models für große Shows, arbeite für Foto-,TV- und Filmproduktionen. Oder mache Trend-Stylings für Magazine, Werbe-, Musikcover- und Lookbook Shootings. Es gibt auch immer mehr Stils- und Legeware Produktionen bedingt durch den Boom des E-Commerce. 

FNW: Dazu kommt der ebenfalls boomende Bereich des Curated Shoppings. 

DM: Absolut richtig. Curated Shopping boomt derzeit. Auch der Online-Markt hat gemerkt, dass mit persönlichem Service mehr Umsatz generiert werden kann. Stichwort Emotionales Verkaufen. Zu dem Thema berate ich seit langem auch Firmenmitarbeiten und halte Schulungen, um eine nachhaltige Kundenbindung professionell aufzubauen.

FNW: Ist der Weg zum Fashion Stylist derzeit also eher ein leichter?

DM: Für viele ist es ein Traumjob, aber der Weg dahin ist nicht einfach. In meiner Schule Akademie Modestyling biete ich seit 2005 eine fundierte Weiterbildung zum Fashion Stylisten und Personal Shopper sowie Fashion Stylist für Stils und Legeware an. Da ich auch in dem Beruf tätig bin sind meine Schulungen immer auf dem neuesten Stand. In der Masterclass lernen die Teilnehmer alle Tools um in dem Beruf zu arbeiten. Ich biete auch eine Masterclass für Fashion-Shooting an, um die eigene Fotomappe aufzubauen. So bekommt man Routine und kann Fotoarbeiten sammeln, die den Einstieg in den Job erleichtern. Der Beruf Fashion- Stylist ist kein klassischer Lehrberuf und es gibt nicht viele Möglichkeiten diesen zu lernen. 

FNW: Die Schüler Deiner Akademie kommen ja sicher oft auch schon mit diversen modischen Erfahrungen in die Kurse. 

DM: Das stimmt. Einige meiner Teilnehmer haben ein Design- oder Modedesign-Studium oder eine Schneiderlehre gemacht. Andere haben wie ich als Moderedakteurin gearbeitet. Es gibt aber auch Teilnehmer, die vorher nicht in der Branche tätig waren und trotzdem ein außerordentlich gutes Gefühl für Mode haben und nach der Schulung top arbeiten. Wichtig ist, dass man die Ausbildung bei einer guten Stylistin macht, und eine Zeit lang assistiert. Einige meiner Teilnehmer starteten sogar eine internationale Karriere.

Weitere Informationen für Interessenten der Stylisten-Akademie gibt es unter www.modestyling.net. 

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