Balmain: Verkauft nach Katar



Balmain: Weiter unter der Herrschaft eines Emirs
Mayhoola for Investments, der Investmentfonds des Emirs von Katar, hat nach langen Verhandlungen, die Übernahme des französischen Modehauses Balmain finalisiert, das teilte die französische Investmentbank Bucéphale Finance am Dienstagabend mit. Damit setzte sich das Emirat gegen andere Private Equity Fonds wie L Capital, dem Investmentarm des Luxuskonzerns LVMH, durch.
Verkäufer sind die Erben des 2014 verstorbenen CEOs Alain Hivelin, die rund 70% halten sowie das Management, das die verbleibenden 30% hält. Über die genauen Vertragsvereinbarungen wurde Stillschweigen mit den bisherigen Eignern vereinbart, aber eine mit den Verhandlungen vertraute Person erklärte, dass Mayhoola wohl 485 bis 500 Mio. Euro für 100% der Anteile zahlen werde. Branchenexperten schätzen die Bewertung als relativ hoch ein, da sie dem rund 14-fachen des EBITDAs entspreche (üblich ist in der Modebranche das 8 bis 10-fache). Balmain ist trotz des Hypes, den Creative Director Oliver Rousteing in den letzten Monaten u.a. mit der H&M Kooperation, aber auch zahlreichen Celebrity-Freundschaften erzeugte, mit einem Jahresumsatz von rund 120 Mio. Euro eines der kleineren Modehäuser Europas. Aber es ist bzw. war eines der wenigen letzten unabhängigen Häuser, die zum Verkauf standen. Mittlerweile gehören fast alle bekannten Namen des Luxusgenres zu einem größeren Konzern oder einem Investmentfonds.
Der Mayhoola Fonds, der auch beim italienischen Modehaus Valentino investiert ist, plant nach der Übernahme die internationale Expansion mit neuen Stores voranzutreiben. Gleichzeitig soll die Accessoires-Linie mit einigen günstigeren Artikeln weiter ausgebaut werden, um jüngere Kunden anzusprechen. Laut der Financial Times plant Mayhoola aus Valentino und Balmain und anderen Marken eine Luxusgruppe aufzubauen.
Balmain wurde 1945 von Pierre Balmain gegründet und wurde in finanziell turbulenten Jahren mehrfach verkauft. 2004 stand das Haus kurz vor der Insolvenz und wurde erst unter der kreativen Leitung von Christophe Deacnin, der den Rock-Star-Chic des Hauses prägte, wieder erfolgreich. Seit 2011 ist Olivier Rousteing für die kreative Ausrichtung verantwortlich.


Foto: Balmain Kampagne

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