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Balmain: Accessoires und Social Media werden die nächsten Wachstumstreiber

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
today 28.10.2019
Lesedauer
access_time 3 Minuten
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Das Pariser Luxuslabel Balmain verstärkt seine Ambitionen im Bereich Accessoires und Social Media, um sein Wachstum weiter voranzutreiben. Die Marke arbeitet insbesondere an einer Transformation seines Kundenbeziehungsansatzes, indem es sich stärker für seine Social Media-Anhänger interessiert, wie CEO Massimo Piombini vergangene Woche auf der MFGS-Konferenz "Milano Fashion Global Summit 2019" erklärte. Parallel dazu steht der Dokumentarfilm "Wonder Boy" über Balmains Kreativdirektor Olivier Rousteing kurz vor der Veröffentlichung.


Massimo Piombini, CEO von Balmain - ph Dominique Muret


Rousteing war 2011 erst 25 Jahre alt, als er die kreative Leitung des 1945 gegründeten Pariser Labels übernahm, das sich seit 2016 im Besitz des katarischen Investmentfonds Mayhoola befindet. "Olivier war einer der ersten, der Instagram als Kommunikationsplattform einsetzte, er wuchs mit seinem Publikum. Zwischen seinem eigenen Account und dem von Balmain folgen derzeit 15 bis 16 Millionen Menschen Balmain. Das Label hatte bereits eine große Anhängerschaft, aber es musste sie besser nutzen", sagte Piombini, der das Unternehmen seit April 2017 leitet.

"In zwei Jahren, in denen sich unsere Mitarbeiterzahl fast verdoppelt hat, haben wir eine Strategie entwickelt, die sich ganz auf Olivier Rousteing konzentriert und gleichzeitig unseren Namen mit der Welt der Freizeit, Musik, des Sports und des Films verknüpft. Olivier ist ein zentraler Bestandteil unserer gesamten Markenimage- und Kommunikationsarbeit  von den Fotoshootings für unsere Werbekampagnen über Shop-Konzepte bis hin zu Social Media. Er tut dies auf eine Art und Weise, die völlig spontan, positiv, unkompliziert und integrativ ist", so Piombini.

Dieser Aspekt von Rousteings Charakter wird in Anissa Bonnefonts Film "Wonder Boy" sehr deutlich, der beide Facetten der Persönlichkeit von Rousteing zeigt: den übercoolen Stardesigner, der ganz in den Glamour der Modewelt eingetaucht ist, und die dunklere und einsamere Seite des jungen Mannes afrikanischen Ursprungs, der seine leiblichen Eltern nicht kannte, von einem Paar aus Bordeaux adoptiert wurde und auf der ständigen Suche nach seinen Wurzeln ist. Der Film wird Ende November mit einer geplanten Privatvorstellung für den französischen Präsidenten veröffentlicht, bevor die französische Regierung über eine Revision der Adoptionsgesetze des Landes diskutiert.

Was die Geschäftsstrategie anbelangt, so ist Balmain damit beschäftigt, seine Kundenbeziehungen und seinen Marketingansatz zu transformieren, indem es sich auf seine Social Media-Anhänger konzentriert. Ein Mittel, das es ihm ermöglicht, eine beträchtliche Anzahl von potenziellen Kunden zu erreichen, insbesondere im Vergleich zur Anzahl der Personen, die seine Geschäfte besuchen. "Wir wenden unsere üblichen CRM-Tools auf diese Follower an und verwenden einen maßgeschneiderten Ansatz, um sie besser zu verstehen, was kein Standardverfahren ist", sagt Piombini.
 

Olivier Rousteing auf dem Balmain Laufsteg im vergangenen Juni - © PixelFormula


Modeaccessoires sind ein weiterer Wachstumstreiber für das Label. Im Bereich Prêt-à-porter hat "Balmain eine sehr spezifische Markenpositionierung mit einem sehr klaren Image. Jetzt kommt es auf Accessoires an, die den Unterschied machen", erklärt Piombini. Das betrifft Handtaschen und Sneaker, aber vor allem Schuhe und eine Reihe von "Produkten zu einem demokratischeren Preis". Ziel ist es, dass Accessoires einen Anteil am Umsatz des Labels zwischen 30 und 40 % erreichen. Damit könnte Balmain seinen Umsatz, der 2018 185 Millionen Euro betrug, verdoppeln.

Auf Vertriebsseite konzentriert sich die Marke auf den E-Commerce, der mittlerweile 30 % des Gesamtumsatzes ausmacht, und hat gleichzeitig mit dem Aufbau eines eigenen Filialnetzes begonnen. Derzeit betreibt sie 19 eigene Boutiquen, in den nächsten zwei bis drei Jahren soll die Zahl auf 30-40 weltweit steigen.

Schließlich versucht das Modehaus, das in den letzten Jahren mehrere Kooperationen eingegangen ist  zuletzt mit Puma und Cara Delevingne  selektiver zu werden. Wie der CEO bemerkt: "Das Problem besteht nicht darin, Kooperationen zu machen, sondern wie man sie nicht macht! Wir sind sehr gefragt und haben beschlossen, weniger als bisher einzugehen und diese sorgfältig auszuwählen. Kooperationen erhöhen die Markenbekanntheit, und in unserem Fall sind alle unsere Produkte, die aus einer Partnerschaft resultieren, innerhalb weniger Tage ausverkauft. Aber wir müssen darauf achten, dass Balmain seine Markenidentität nicht verliert."

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