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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
01.04.2020
Lesedauer
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Bangladesch verzeichnet internationale Auftragsstornierungen im Wert von USD 6 Milliarden

Von
Reuters API
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
01.04.2020

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Textilproduzent der Welt. Das Land könnte im laufenden Geschäftsjahr aufgrund von Auftragsstornierungen der größten Marken und Händler der Welt rund USD 6 Milliarden (EUR 5,49 Mrd.) an Exporteinnahmen verlieren. Dies berichteten zwei bedeutende Industrieverbände am Dienstag.


Reuters



Die beiden Organisationen, die den Großteil der Bekleidungs- und Maschenwarenproduzenten des Landes vertreten, berichteten, dass die Auftragsstornierungen durch die weltweit verhängten Ausgangssperren zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie täglich zunehmen. Dadurch stünden im armen südasiatischen Land Millionen von Arbeitsplätzen auf dem Spiel. Die bangladeschische Bekleidungsindustrie stützt sich nicht zuletzt auf billige Arbeitskräfte, im ganzen Land arbeiten ca. 4 Millionen Menschen in rund 4000 Fabriken für die Branche.

Mit Bekleidungsexporten erzielte das Land im Geschäftsjahr 2019 (Stichtag: 30. Juni 2019) USD 34,12 Milliarden (EUR 31,23 Mrd.), dies entspricht 84 Prozent der Gesamtexporte des Landes (USD 40.53 Milliarden bzw. EUR 37.10 Mrd.).

"Durch die Krise haben wir über USD 3 Milliarden (EUR 2,7 Mrd.) verloren. Alle unsere Bestellungen bis Juli wurden storniert oder aufgeschoben", so der Vizepräsident des Bangladesh Knitwear Manufacturers and Exporters Association (BKMEA), Mohammad Hatem.

"Aufgeschobene Bestellungen werden früher oder später ebenfalls storniert. Alle diese Bestellungen wurden für den Sommer aufgegeben und es dauert drei Monate, um sie auszuliefern. Wenn sie ihre Lieferungen jetzt nicht entgegennehmen, werden sie dies nach dem Sommer auch nicht tun", erklärte Mohammad Hatem. Käufer haben eine abwartende Haltung angenommen und geben keine neuen Bestellungen auf. "Viele Fabriken werden schließen, wenn die Situation andauert", fügte er hinzu.

Laut einer Quelle, die aufgrund der Vertraulichkeit der Orderbücher anonym bleiben möchte, zählen Gap, Zara und Primark zu den Unternehmen, die Bestellungen storniert haben. Die drei Marken gingen auf eine E-Mailanfrage mit der Bitte um Stellungnahme nicht sofort ein.

Bekleidungsproduzenten leiden ähnlich unter der Situation, warnte die Präsidentin des Branchenverbands Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association (BGMEA), Rubana Huq. Rund 1048 der Fabriken, die Mitglieder des BGMEA sind, berichteten, dass insgesamt Bestellungen über mehr als 900 Millionen Kleidungsstücke im Wert von USD 2,9 Milliarden (EUR 2,65 Mrd.) storniert oder ausgesetzt wurden.

Rubana Huq erklärte, die Auftragsstornierungen könnten in der Bekleidungsbranche rund 2 Millionen Arbeitnehmer betreffen. Die Premierministerin Scheich Hasina schnürte ein Hilfspaket von USD 588 Millionen (EUR 538 Mio.) für die für das Land so wichtige Exportbranche und bat die Unternehmen, das Geld für die Bezahlung der Arbeiter einzusetzen.

"Das ist nicht genug. Die Regierung muss mehr Anreize finden, um den größten Exportzweig unserer Wirtschaft zu retten", erklärte Rezwan Selim, Direktor bei BGMEA.

Siddiqur Rahman ist einer der bedeutendsten Exporteure des Landes und beliefert unter anderem H&M und Walmart. Er sagte, die Situation sei katastrophal. "Wir stehen vor einer noch nie dagewesenen Krisensituation. Niemand weiß, wie lange sie andauern wird. Wir bemühen uns sehr, unsere Fabriken nicht zu schließen. Aber wie lange können wir noch durchhalten?"

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