Beiersdorf legt dank Luxuskosmetik zu

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf bleibt dank einer starken Nachfrage nach Luxuskosmetik und und Sonnenmilch auf Kurs. "Die vergangenen neun Monate waren gute für Beiersdorf", sagte der scheidende Konzernchef Stefan Heidenreich am Dienstag. "Wir haben allen Grund, mit Zuversicht in die Zukunft unseres Unternehmens zu blicken."

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Heidenreich stellte zum letzten Mal die Zahlen des Konsumgüterkonzerns vor. Er übergibt zum Jahresende nach sieben Jahren an der Konzernspitze den Staffelstab an seinen Vize Stefan De Loecker. Der 51-Jährige Belgier arbeitet derzeit bereits an der weiteren Strategie des Konzerns, die er dann im ersten Quartal 2019 vorstellen will.

Mit seiner persönlichen Bilanz sei er sehr zufrieden, betonte Heidenreich. Der Börsenwert des Unternehmens habe sich in seiner Amtszeit verdoppelt. Allerdings räumte der Konzernlenker auch den ein oder anderen Schönheitsfehler ein. Die Pflastermarke Hansaplast müsse noch zurück auf den Wachstumskurs gebracht werden, sagte er. Noch stottert der Umsatzmotor in der Wundversorgung. Das verhältnismäßig kleine Geschäft musste bei der Weiterentwicklung der Beiersdorf-Marken bislang hinten anstehen. Er sei sich aber sicher, dass die Mannschaft um De Loecker das Potenzial heben werde, so Heidenreich.

Noch im Raum steht auch das Thema Zukäufe. Vielleicht könne sein Nachfolger die prallgefüllte Kasse des Konzerns – den "Schatz" – wie Heidenreich es nannte, sinnvoll einsetzen. Gut vier Milliarden Euro hatte Beiersdorf zuletzt angehäuft. Heidenreich selber hatte in seiner Amtszeit keine größere Übernahme stemmen können. Analysten hatten das Ausbleiben wegweisender Zukäufe immer wieder bemängelt.

Die Aktie von Beiersdorf gehörte am Dienstag zu den Verlierern im Dax. Marktteilnehmer monierten vor allem das aus ihrer Sicht zu langsame Wachstum des Konzerns im dritten Quartal. Seit Jahresbeginn haben sich die als defensiv geltenden Aktien des Konsumgüterherstellers aber besser entwickelt als der Dax. Zuletzt verloren Beiersdorf 1,54 Prozent auf 90,61 Euro.

Beiersdorf steigerte den Umsatz von Januar bis September um 2,3 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Ohne Währungseinflüsse sowie Zu- und Verkäufe betrug das Plus 6 Prozent. Im dritten Quartal schwächte sich das Wachstum aber ab. Das lag an ungewöhnlich starken Vorjahreswerten. Nach einer Cyber-Attacke hatten sich 2017 Umsätze in Höhe von etwa 35 Millionen Euro vom zweiten ins dritte Quartal verschoben. Rechnet man diesen Effekt heraus, hätte das wichtige Pflegegeschäft laut Heidenreich um 5,1 Prozent organisch zugelegt.

Außergewöhnlich gut lief es für die Luxuskosmetik von La Prairie. Für die Cremetiegel, die unter anderem Kaviarextrakt enthalten, müssen Verbraucher mitunter 1000 Euro bezahlen. Hauptabnehmer sind chinesische Touristen. In den ersten neun Monaten wuchsen die Umsätze von La Prairie um knapp 47 Prozent. Die Marke steuert auf Jahressicht etwa 8 Prozent zum Umsatz der Pflegesparte Consumer bei. Deshalb wollte Heidenreich die Zuwächse auch nicht so hoch hängen, Beiersdorf sei eher Massengeschäft, sagte er. In die Hände spielte dem Konzern auch der lange Sommer, der den Verkauf von Sonnenschutzmitteln ankurbelte.

Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern die Prognose. Der Umsatz soll aus eigener Kraft um rund 5 Prozent steigen und die operative Marge (Ebit) auf Vorjahresniveau herauskommen.

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