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DPA
Veröffentlicht am
24.06.2019
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Beiersdorf nach Coppertone-Kauf noch nicht satt

Von
DPA
Veröffentlicht am
24.06.2019

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf peilt nach dem Coppertone-Kauf von Bayer weitere Übernahmen an. "Coppertone ist als ein erster Schritt unseres Plans anzusehen, auch anorganisch zu wachsen", sagt Finanzchefin Dessi Temperley, der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). Beiersdorf hatte Ende Februar eine Strategie vorgestellt, die bis 2023 eine Steigerung des organischen Wachstums im größten Konzernbereich Consumer auf vier bis sechs Prozent sowie zusätzliche Investitionen unter anderen in Internationalisierung und Innovationen von 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr vorsieht.

REUTERS/Fabian Bimmer


Das Portfolio im Kerngeschäft Hautpflege könne man noch verbreitern, sagte die Managerin. Das Engagement im Bereich Naturkosmetik etwa sei "sicher ausbaufähig". Auch im stark wachsenden Markt für medizinische Hautpflege könne das Portfolio erweitert werden. Akquisitionen kommen laut Temperley weltweit in Frage. Der Zukauf müsse aber zum Portfolio passen, zusätzliche Wertschöpfung ermöglichen und sich finanziell lohnen. "Wir werden nicht etwas akquirieren, nur um dem Markt zu zeigen, dass wir in der Lage sind, unsere Liquidität für Zukäufe einzusetzen." Der Konzern, der seit 2009 auf Dividendenerhöhungen verzichtet, hatte sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Fragen nach der Verwendung der gestiegenen Liquidität auseinanderzusetzen.

Den teuersten Zukauf der Firmengeschichte, der den Umsatz in den USA um 50 Prozent erhöht, finanziert Beiersdorf vollständig aus vorhandenen Mitteln. Der Kaufpreis von 550 Millionen Dollar für die Übernahme des Coppertone-Geschäfts, die Beiersdorf den Zugang zum weltweit größten Sonnenschutzmarkt verschafft, entspricht rund 10 Prozent der aktuellen Nettoliquidität des Konzerns. Temperley betonte mit Blick auf den Kaufpreis, der Umsatz-Multiplikator von 2,6 sei für eine "ikonische Hautpflegemarke" nicht sehr hoch.

Die Finanzchefin bekräftigte kurz vor Ende des zweiten Quartals auch das Umsatzziel des Konzerns für 2019. "Wir stehen aktuell nach wie vor zu unserer Prognose, den Konzernumsatz im laufenden Geschäftsjahr um drei bis fünf Prozent zu steigern." Nach dem ersten Quartal, das von einigen Sondereffekten betroffen und "ungewöhnlich stark" gewesen sei, bezeichnet Temperley die Entwicklung im ersten Halbjahr als "solide".

Eine Entscheidung über die Zukunft der erfolglosen chinesischen Haarpflege-Marke Slek stellte sie für die zweite Jahreshälfte in Aussicht. In China, wo sich Beiersdorf vor gut einer Dekade mit der Übernahme von C-Bons einen teuren Fehlgriff geleistet hatte, wollen die Hamburger mittelfristig "eine bedeutsame Rolle in den wertschaffenden und wachstumsstarken Kategorien" spielen. Großes Potenzial für Premium-Produkte sieht Temperley im schnell wachsenden Gesichtspflege-Segment.

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