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Bekleidungsindustrie: Euratex-Verband enthüllt Zukunftsstrategie

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.06.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Der europäische Verband der Bekleidungs- und Textilindustrie stieß während des Lockdowns Überlegungen an, um einen Umwandlungsprozess einzuleiten. Die durch die Coronavirus-Krise herbeigeführten Veränderungen sollten als Anlass zu diesem Wandel genutzt werden. Gestützt auf diese Überlegungen erarbeitete Euratex einen Fünfpunkteplan für die Zukunft. Darin geht der Verband auf die Förderung des Recyclings in Europa ein, befasst sich aber auch mit dem Schutz des traditionellen Know-hows und einer besseren Absicherung der Lieferketten.


Shutterstock


"Die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten haben bereits kurzfristige Maßnahmen für die Erholung ergriffen, so die Wiedereröffnung der Läden und Garantien für die Märkte und Versorgungsketten. Nun ist es an der Zeit, eine langfristige Vision festzulegen", erklärte Euratex. Der Präsident, Alberto Paccanelli, wurde vor kurzem in seinem Amt bestätigt.

"Europa muss die strategische Bedeutung der europäischen Bekleidungs- und Textilindustrie unterstützen, die Entwicklung in ein Ökosystem, das die Länder der EU und ihre Nachbarländer umfasst, begleiten, in Know-how investieren und aus der Kreislaufwirtschaft eine Quelle der Wettbewerbsfähigkeit machen".

Der erste Punkt der langfristig ausgelegten Strategie betrifft die Bereitstellung von Tools, um die Beschaffung zu sichern und in der europäischen Textil- und Bekleidungsbranche einen Mehrwert zu schaffen. Da aktuell rund 35 Prozent der Angestellten der Branche über 50 Jahre alt sind, bilden die Gewinnung neuer Talente und die Schulung der bestehenden Fachkräfte einen weiteren wichtigen Punkt.

Der dritte Punkt ist der nachhaltigen Innovation gewidmet und soll insbesondere durch öffentlich-private Partnerschaften mit EU-Unterstützung erzielt werden. Außerdem regt Euratex zur Schaffung von fünf europäischen Recycling-Hubs für Bekleidung und Textilien an. Diesbezüglich ist die EU gegenwärtig noch sehr exportabhängig. Schließlich will der Verband durch die Schaffung des integrierten Paneuromed-Ökosystems dafür sorgen, dass jegliche Blockierung von Frachtgut durch nationale Behörden verhindert wird.

Gemäß einer im April durchgeführten Euratex-Umfrage mussten 80 Prozent der befragten Textilunternehmen aufgrund der Coronavirus-Krise Angestellte entlassen und mehr als die Hälfte gab an, dass Umsatz und Produktion um mehr als 50 Prozent eingebrochen sind. 60 Prozent der europäischen Textilunternehmen rechneten kurzfristig mit einem um die Hälfte gekürzten Umsatz und die verbleibenden Umfrageteilnehmer rechneten mit einem Rückgang um rund 80 Prozent.

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