Benetton rutscht 2016 tiefer in die roten Zahlen

Noch ist für Benetton keine Erholung angesagt, doch der Konzern hält an seinem Investmentplan fest. Der Bekleidungskonzern meldet, dass er große Mühe hat wieder auf Trapp zu kommen, trotz der seit 2015 angestrengten tiefgreifenden Umstrukturierung. Jetzt möchte sich der Konzern auf seine zwei Hauptmarken, United Colors of Benetton und Sisley, konzentrieren.


Ein Benetton-Store in Indien - Benetton Group

Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2016 sank von 1,504 Milliarden Euro um 8,5 Prozent auf 1,376 Milliarden Euro. Dieser Rückgang steht im Zusammenhang mit der Schließung zahlreicher Stores, die unter anderem auf „den Umsatzrückgang, insbesondere im Einzelhandel und auf die schlechten Ergebnisse der eigenen Stores in Italien, Frankreich, Deutschland, Polen und in der Türkei“ zurückzuführen ist, so Benetton.

Die Benetton Group fuhr fast doppelt so viel Verlust ein wie im Vorjahr, der Wert stieg von 46 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 81 Millionen. Der Betriebsverlust belief sich auf 38 Millionen Euro im Vergleich zu 19 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Dies ist den Ergebnissen der Bilanz von Edizione zu entnehmen. Die Holding kontrolliert 100 Prozent von Benetton und des Imperiums der Familie Benetton. „2016 hatte die Benetton Group unter der anhaltenden Stagnation in Europa zu leiden. Das Unternehmen verzeichnete eine Verschlechterung des Umsatzes und der Rentabilität, was sich in einer Abschwächung der Finanzlage niederschlug“, so der Bericht. Auch die Liquidität schrumpfte innerhalb eines Jahres von 85 Millionen Euro auf 24 Millionen Euro.

Der Textilkonzern betonte jedoch, dass weder seine „laufenden Strukturänderungen noch der Investmentplan“ dadurch betroffen seien, da beide „ohne die Erhöhung des Schuldenstands umgesetzt werden können.

Ganz im Gegenteil beschleunigte das Unternehmen die Investitionen im vergangenen Jahr sogar, im Vergleich zu 2015 stiegen sie um 39,2 Prozent auf 45 Millionen Euro an. Knapp 330 Verkaufspunkte wurden 2016 eröffnet oder umstrukturiert.

Italien büßte mit einem Anteil von 36,5 Prozent den ersten Platz als größter Absatzmarkt an Europa (38,8 Prozent) ein, bleibt jedoch weiterhin vor Asien und Lateinamerika (24,7 Prozent). In allen drei Regionen war der Umsatz rückläufig.

Sehr treffend schließt das Unternehmen seinem Jahresbericht mit folgenden Worten: „Es liegt noch ein langer Weg vor uns“.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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