Berlin: Mehr Besucher aber auch teils verwirrte Einkäufer

Wie geht es in Berlin ohne die Bread&Butter weiter? Diese Frage brannte während der Berliner Messen vom 19.-21. Januar auf aller Lippen. „Wir sind zum ersten Mal an der Premium dabei. Ehrlich gesagt hatten wir keine genauen Erwartungen, denn die Frage lautete: Wie geht es nach der Bread weiter?“, fasste Mattias Edenholm von Elvine die allgemeine Stimmung zusammen.

Der Marc Cain-Stand auf der Panorama war gut besucht.

Für die traditionellen Bread&Butter-Besucher lag die Schwierigkeit darin, ihre Marken zu finden, die auf verschiedene Messen verteilt waren. So war Le Temps des Cerises auf der Show&Order, Mustang auf der Panorama, Elvine auf der Premium, Aigle auf der Premium und der Seek, und Armor Lux ebenfalls auf der Seek.

Die befragten Aussteller auf der Seek bestätigten, dass die Besucher der Bread&Butter sich mehr Zeit nahmen, um die Skate- und Streatwearmesse kennenzulernen. Sie schienen teilweise etwas verloren. „Die Bread&Butter war der Messenriese, dadurch konnten wir auf der Bright Besucher aus Südkorea begrüßen, die nach der Bread hierher kamen. Doch ganz ehrlich haben wir gut gearbeitet“, gab Romain Cholleton von Wrung Division zu Protokoll.

Ganz allgemein war die Stimmung in Berlin gut. Der Eindruck, dass weniger Besucher durch die Gänge eilten, war laut Ausstellern und Veranstaltern vielmehr auf eine bessere Organisation zurückzuführen. Dazu zählte beispielsweise ein Einheitsticket für die Bright, Seek, Premium und die Show&Order. Dieses gab ebenfalls Zugang zu einer Fast Lane auf der Panorama.

Genaue Zahlen veröffentlichten hingegen lediglich die Veranstalter der Panorama. Sie erfassten 50.000 Fachbesucher, was im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 20 Prozent darstellt. Die Besucher waren zudem internationaler als zuvor.

Die Premium verwies darauf, dass nur 32 Prozent der Besucher aus Deutschland stammten. Aus Südeuropa, Frankreich/Benelux-Staaten und Nordamerika waren 20, 18, bzw. 12 Prozent angereist. Darauf folgten Skandinavien (7 Prozent), Österreich/Schweiz (4 Prozent) und Großbritannien (5 Prozent).

Die Aussteller auf der Seek sind sich einig, dass die Messe nicht um jeden Preis wachsen sollte. (Foto: Renato Silva)

Für die Gründerin der Show&Order, Verena Malta, beweisen der Besucherandrang sowie die internationale Aufstellung der Fachbesucher, dass Berlin als Modemessestadt nichts an Glanz eingebüßt hat. Unterschwellig verweist sie damit auf die Zeit nach der Bread&Butter.

Einige Branchenkenner rechnen damit, dass in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen worden ist. Die Bread&Butter könnte wie angekündigt vom 2.-4. Juli, also von Donnerstag bis Samstag, stattfinden. „Wir stellen hier aus (auf der Bread&Butter Back to the Street) und haben nicht weit von hier einen Pop-up-Showroom eingerichtet. Was die Zukunft der Messen angeht: Lassen wir uns doch überraschen“, gab uns Campus-Chef Thorsten Widarzik sein leicht philosophisch gefärbtes Schlusswort mit auf den Weg.
 

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