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Veröffentlicht am
29.09.2014
Lesedauer
2 Minuten
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Berlinoises: Kaviar Gauche switchen zwischen Berlin und Paris

Von
DPA
Veröffentlicht am
29.09.2014

Wenige deutsche Marken passen so gut nach Paris wie Kaviar Gauche. Vor zehn Jahren gründeten die beiden Esmod-Absolventinnen Johanna Kühl (34) und Alexandra Fischer-Röhler (38) ihr Label, das couture-artige Elemente mit urbaner Coolness und Romantik kreuzt. Gleichsam zum Jubiläum sind die beiden in dieser Saison bei den derzeit laufenden Pariser Prêt-à-Porter-Schauen für Frühjahr/Sommer 2015 vertreten. Zwar zeigten sie am vergangenen Mittwoch eine Schau außerhalb des offiziellen Kalenders, doch in der «Geschlossenen Gesellschaft» der französischen Mode zählt das schon viel. «La Berlinoise» hatten sie ihre Entwürfe betitelt: Sportliche Streetwear traf auf zarte Spitze und Lochstickerei. Ein Interview mit Johanna Kühl im Pariser Showroom der Berlinerinnen.

(Foto: Kaviar Gauche)


Frage: Sie haben jetzt zum dritten Mal in Paris gezeigt. Wie war es 2005 beim ersten Mal?

Antwort: Das war eine Präsentation ohne Mittel und Möglichkeiten. Wir haben eine Art Guerilla-Show auf der Straße vor der Boutique Colette inszeniert. Es war damals die richtige Entscheidung, weil wir damit bekannter wurden.

Frage: Vor zwei Saisons gab es dann in Paris eine richtige Schau. Warum sind Sie danach wieder mit dem Defilee nach Berlin gegangen?

Antwort: Es sah zu dem Zeitpunkt so aus, als ob Berlin internationaler werden würde. Das hat sich dann aber leider nicht ergeben. Es gibt einfach zu viele Fashion Weeks insgesamt. Da hat es Berlin schwer. Wobei es für den deutschsprachigen Markt nach wie vor als Standort sehr wichtig ist.

Frage: Böse Zungen behaupten, dass zu den Deutschen, die in Paris zeigen, doch wieder nur die deutschen Einkäufer kommen. Stimmt das?

Antwort: Bei uns stimmt es nicht. Etwa die Hälfte der Besucher in der Schau kamen aus Deutschland, die andere Hälfte aus anderen Ländern. Wir haben beispielsweise Einkäufer aus den Emiraten, Japan oder Frankreich.

Frage: Sie haben sehr schnell nach dem Studium die Marke gegründet. Würden Sie heutigen Modedesign-Absolventen das Gleiche raten?

Antwort: Wir waren vor zehn Jahren in einer sehr glücklichen Situation in Berlin. Es herrschte eine Art Gründergeist. Wir konnten auch ohne wirtschaftliche Erfahrung starten. Hätten wir nicht diese Art «Welpenschutz» gehabt, den es damals gab, wäre es schwierig geworden. Wir hatten allerdings auch beide schon gearbeitet. Ich würde auch jedem empfehlen, dass er mindestens ein Jahr vorher woanders arbeitet. Für uns war es aber richtig. Einer der Designer der französischen Marke Martine Sitbon, bei der ich damals Assistentin war, sagte: «Mach es jetzt, wenn es geht. Du hast später nie wieder Lust, so wenig Geld zu haben.»

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