Bestseller lässt in Frankreich seine Muskeln spielen

In den letzten Jahren war der dänische Modekonzern Bestseller in seiner Kommunikation sehr zurückhaltend. Mit seinen riesigen Volumina und attraktiven Margen hat er sich jedoch einen wachsenden Marktanteil im Multibrand-Einzelhandel erarbeitet. Thibaut Demange, der für die französische Tochtergesellschaft der Gruppe verantwortlich ist, sagte zuversichtlich, dass das Unternehmen 2017 ein zweistelliges Wachstum verzeichnete und nun der vierte Akteur im französischen Großhandelskanal hinter den Sport-/Lifestyle-Giganten sei.

Only Carma Koma bietet Plus-Size-Mode. - Only Carma Koma

Die drei führenden Marken des Konzerns in Frankreich sind derzeit Jack & Jones mit 1.500 Einzelhandelsgeschäften und 35 Monobrand Stores, Only, mit etwa 1.000 Multibrand-Einzelhändlern und Vero Moda mit 700 Einzelhandelsgeschäften. Durch die Segmentierung des Jack & Jones-Sortiments in nicht weniger als acht Linien gelingt es der Gruppe, eine Vielzahl von Kunden anzusprechen.

Nun plant Bestseller, sein Geschäft in Frankreich weiter auszubauen. "Unser Ziel ist es, das Tempo im Jahr 2018 zu erhöhen. Wir erwarten ein jährliches Wachstum von zehn Millionen Euro plus in den nächsten fünf Jahren", sagte Thibaut Demange. Wie plant Bestseller seinen Umsatz in Frankreich um mehr als 50 Millionen Euro zu steigern?

Die dänische Gruppe wird sich auf zwei Wachstumstreiber konzentrieren. Vor allem will sie den Löwenanteil des Plus-Size-Marktes gewinnen. Für den Herbst/Winter 2018/19 wird eine Plus-Size-Range für Herren bei Jack & Jones eingeführt. "Das Angebot wurde auf Zalando getestet", sagte Demange. "Wir haben uns das Feedback von Kunden und Konsumenten angehört. Das Angebot wird etwas teurer sein als die traditionelle Kollektion. Wir werden in Fachgeschäften wie der Size Factory und bei Multibrand-Händlern erhältlich sein, die das Gefühl hatten, dass ihnen der Umsatz fehlte, weil sie kein Angebot für diese Klientel hatten." Es wird erwartet, dass rund 300 Geschäfte an dieser neuen Linie interessiert sind.

Bei den Frauen führt Bestseller zwei Marken im Plus-Size-Segment, Junarose, und das günstigere Only Carma Koma ein. Sie werden bei Einzelhändlern erhältlich sein, die bereits die Labels Vero Moda und Only führen. Zudem hat Bestseller bereits seine Umstandsmodenlinie Mamalicious vorgestellt, deren Einzelhandelsverfügbarkeit für das Frühjahr/Sommer 2019 geplant ist.

Selected will seine Frauenmarke in Frankreich ausbauen - Selected

Der andere Hauptwachstumstreiber ist für Bestseller ein Glücksspiel, da die Gruppe ihre Mid-Range-Labels auf dem französischen Markt einführen möchte. Drei Jahre nach einem ersten, unklaren Test versucht Bestseller erneut, das Womenswear-Label YAS in Frankreich für den Herbst/Winter 2018 auf den Markt zu bringen. YAS, das auf der Messe Who's Next in Paris ausstellte, ist ein skandinavisches Label mit Fokus auf langärmeligen Oberteilen, Kleidern und Blusen. Selected Femme positioniert sich in einer noch schickeren Nische. "Das Label wird gelegentlich zusammen mit Selected Homme in gemischten Mehrmarkengeschäften angeboten", sagte Thibaut Demange, "aber mit der Auswahl an Seidenkleidern und Kaschmirpullovern suchen wir eine andere Art von Vertrieb." Für seine erste Saison rechnet der Manager mit etwa 50 Kunden für YAS und etwa 30 für Selected Femme.

Die Premiumsegmentstrategie von Bestseller wird mit der Einführung von Postyr im Frühjahr/Sommer 2019 ihren Höhepunkt erreichen. "Das Label hat viel mehr Designer-DNA", betonte Demange. " Wir werden es deshalb einem Spezialisten in diesem Segment anvertrauen und die Stärke der Gruppe im High-End-Segment mit einem Koeffizienten von 3,5 zur Geltung bringen."

Neben starken kommerziellen Argumenten will Bestseller France sicherstellen, dass es über die notwendigen Ressourcen verfügt, um seine ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Das Unternehmen, diskret in Bezug auf den Umsatz, investiert in Marketing durch die Entwicklung von Beziehungen mit Einflusspartnern, um die Einführung ihrer Labels zu tragen. Auf globaler Ebene erzielte der Konzern im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 3 % auf 3,15 Milliarden Euro.

 

Übersetzt von Felicia Enderes

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