Billabong: Übernahmegespräche zum Schnäppchenpreis



Billabong strauchelt: Die Übernahmeofferten rutschen weiter in den Keller
Die Billabong International Ltd. merkt wohl dieser Tage, was der Spruch „Zeit ist Geld“ bedeutet. Das Unternehmen, das bereits seit über einem Jahr zum Verkauf steht, könnte jetzt für weniger als ein Drittel des ursprünglich geplant veräußert werden. Momentan befindet sich der Surfwear-Anbieter in exklusiven, zehn Tage dauernden Übernahmegesprächen mit einem Konsortium, hinter dem der Billabong Director Paul Naude und die New Yorker Beteiligungsgesellschaft Sycamore Partners steht. Die Gruppe bietet 60 Australische Cents je Aktie und damit bei insgesamt 287 Mio. AUS-Dollar (230 Mio. Euro), wobei Gründer Gordon Merchant und Colette Paull (erster Mitarbeiter und Non-Execute Director), die aktuell 16% am Unternehmen halten, bereit sind statt Cash auch Anteile am neuen Unternehmen zu akzeptieren.
Das Angebot liegt nicht nur deutlich unter dem ursprünglich erwarteten Kaufpreis, den vorhergegangenen Angeboten und sogar 18% unter dem Wert, der noch vor einer Woche aufgerufen wurde. Im Februar 2012 hatte die Investmentfirma TPG Capital rund 842 Mio. AUS-Dollar (also 3,30 AUS-Dollar je Aktie) geboten. Auch Sycamore war im Januar noch bereit gewesen, 1,10 AUS-Dollar je Aktie auf den Tisch zu legen, um die VF Corp. auszuboten. VF Corp. ist mit ihrem Partner Altamont auch weiter dran und ist bereits ihr auf Eis gelegtes Angebot, ebenfalls auf 0,60 AUS-Dollar anzupassen.
Gründe für den plötzlichen Preisabfall gibt es viele: Die Konsumstimmung hat sich deutlich abgekühlt und die Konkurrenz im Bereich Surfwear nimmt weiter zu, so dass Billabongs Umsätze weiter einbrachen. Zudem ist das Unternehmen stark verschuldet und Investoren suchen eine Möglichkeit, ihre Anteile zu verkaufen, bevor der Kurs weiter einbricht. Im Geschäftsjahr 2011/2012 sanken die Erlöse von 1,63 Mrd. auf 1,55 Mrd. AUS-Dollar, während sich der Jahresüberschuss von 118 Mio. AUS-Dollar in einen Verlust von 277 Mio. AUS-Dollar verwandelte. Die Nettoverschuldung kletterte um 66% auf 161 Mio. AUS-Dollar. Die im Februar veröffentlichten Halbjahreszahlen waren nicht sehr viel besser: Der Umsatz brach um weitere 8% ein, der Verlust vergrößerte sich auf -537 Mio. AUS-Dollar.


Verkümmert zum Penny Stock: Der Aktienkurs von Billabong ist seit Monaten auf rasanter Talfahrt


Foto: Billabong

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