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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.01.2021
Lesedauer
3 Minuten
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Boohoo bestätigt Interesse an Arcadia-Marken und weitere Diversifizierung

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.01.2021

In einer kurzen Mitteilung informierte Boohoo am Freitag, dass der Konzern an der Übernahme der verbleibenden Arcadia-Marken interessiert ist. Dabei würden die betreffenden Marken auf ein rein digitales Geschäftsmodell umstellen.


Wallis


In einer Börseneinreichung schrieb Boohoo, dass es "auf neue Medienkommentare reagiert. Die Gruppe bestätigt, dass sie exklusive Gespräche mit den Arcadia-Verwaltern führt. Diese betreffen die Übernahme der Marken Dorothy Perkins, Wallis und Burton (aber nicht HIIT). Die Gespräche können in einem Übereinkommen münden, müssen aber nicht. Gegebenenfalls folgen weitere Ankündigungen".

Das bedeutet, dass abgesehen vom bereits verkauften Label Evans und der Outfit-Kette, die geschlossen wird, sowohl Boohoo als auch ASOS die Übernahme des gesamten Arcadia-Portfolios ins Auge fassen.

Für ASOS würde die Übernahme von Topshop/Topman, Miss Selfridge und HIIT die Präsenz eines Großhandelspartners an seiner Seite zementieren. Außerdem würde sie die Kundenkategorie der 20- bis 30-Jährigen stärken.

Für Boohoo wäre die Übernahme der drei erwähnten Marken lediglich ein weiterer Schritt in der Diversifizierungsstrategie, die dem Unternehmen zur Erweiterung seiner Reichweite verhilft. Mit dem Kauf von Debenhams gewährte sich Boohoo Zugang zu einem viel breiteren Altersspektrum und fasste Fuß in der Beauty- und Haushaltssparte.

Burton könnte dadurch seinen Menswear-Fokus erweitern und mehr formelle Kleidung aufnehmen. Dorothy Perkins und Wallis richten sich ebenfalls an Kunden, die über den Jugendmarkt hinausreichen. Interessant ist, dass Boohoo Interesse an der Marke Wallis zeigt, nachdem ein Analyst zunächst vermutete, dass die Verwalter mit dem Verkauf der Marke Schwierigkeiten haben könnten.

Die drei Label würden im Boohoo-Portfolio zu Marken wie Karen Millen und Oasis stoßen, deren Kundengruppe sich ebenfalls vom Kernmarkt von Boohoo unterscheiden. Sollte Boohoo die drei Marken wirklich übernehmen, hat der Konzern viel Arbeit vor sich. Chloe Collins, Senior Apparel Analyst bei GlobalData erklärt: "Angesichts der bereits laufenden Projekte der Boohoo-Gruppe könnte sich diese schwer daran tun, den Marken die bitter notwendige Erfrischungskur zu ermöglichen. Diese ist für ihr Überleben in einem übersättigten Markt entscheidend".

"Burton würde Boohoo eine Möglichkeit geben, den Marktanteil in der Menswear zu erweitern, da die Eigenmarke boohooMAN ständig im Schatten ihres weiblichen Pendants steht. Die deutliche Positionierung von Burton auf Anzüge und Formalwear hat sich mit der Pandemie als redundant erwiesen. Und die Nachfrage dürfte sich auch nach der Pandemie nicht vollständig erholen, da sich Unternehmen auf eine langfristige Umstellung hin zu mehr Homeoffice vorbereiten.

"Auch Wallis setzt stark auf Formalwear, wobei sich die Marke in erster Linie an Frauen über 45 richtet. Mit dieser Kundengruppe verfügt Boohoo über wenig Erfahrung, die aktuellen Marken im Portfolio sind für deutlich jüngere Kunden gedacht. Diese älteren Kundinnen sind zudem weniger mit Onlineshopping vertraut, was das Potenzial der Übernahme einschränkt – Boohoo will bei einem möglichen Kauf keinerlei Läden übernehmen.

"Dorothy Perkins würde viel besser zur aktuellen Ausrichtung von Boohoo passen, da die Marke über eine ähnliche Kundenbasis wie Oasis und Warehouse verfügt. Die Gruppe müsste jedoch ein Alleinstellungsmerkmal für Dorothy Perkins erarbeiten, um Differenzierungsmerkmale zwischen den Marken zu schaffen".

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