Brandschutzabkommen in Bangladesch: Die guten 33

Die Zahl der Unternehmen, die sich der Allianz für Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch, beteiligt haben, ist mittlerweile auf 33 angestiegen. Damit sind mehr als 1.000 Fabriken in Bangladesch Teil des Verbesserungsprogramms, das umgehend implementiert werden soll. Noch bis zur Ablauf der Annahmefrist am Mittwoch um 24:00 Uhr unterzeichneten Abercrombie & Fitch, Esprit, New Look, Mothercare, Next, Warenhausketten wie die REWE-Gruppe und Lidl aus Deutschland, Sainsbury aus Großbritannien oder Loblaws aus Kanada sowie Modehändler wie JBC (USA), Switcher (Schweiz) und WE Fashion (Niederlande). Am Donnerstagnachmittag zogen auch die Otto Group und s.Oliver nach. Am Freitag unterzeichnete auch Charles Vögele das Abkommen.
Bei regionaler Betrachtung zeigt sich, dass insbesondere Unternehmen aus Großbritannien/Irland (8) und dem deutschsprachigen Raum (10) etwas verändern wollen. Was allerdings nicht zu viel zu sagen hat, denn der schwedische H&M Konzern ist noch vor Walmart einer der größten Einkäufer in Bangladesch. Ebenso gehören Inditex und Mango (beide mit Unternehmenssitz in Spanien) zu den wichtigen Playern in dem Bereich.


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Verweigerer am Pranger?

Auch wenn das Zeitfenster für die Unterzeichnung bereits seit Mittwochnacht geschlossen ist, können Unternehmen nach wie vor der Allianz beitreten: „Wir werden die Tür auch nach dem Ablauf der Frist einen Spalt breit für weitere Unternehmen offen halten. Wir beginnen aber jetzt mit der Umsetzung. Nachzügler haben keinen Einfluss auf die bereits getroffenen Entscheidungen. Es geht nun um die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Menschen, die mit einem Mindestlohn von rund 30 Euro im Monat ihr Leben riskieren, wenn sie zur Arbeit gehen“, so Jyrki Raina, Generalsekretär von IndustriALL Global Union, die auf die korrekte Durchführung der Maßnahmen achtet.
Die Kampagne für Saubere Kleidung kritisiert, dass es unter den führenden Textilhandelsfirmen weiter „Verweigerer“ gibt. Neben den Schwergewichten wie GAP oder Walmart, sind auch deutsche und schweizerische Unternehmen darunter. Die Modediscounter NKD und Ernsting’s Family etwa oder der Handelskonzern Metro haben sich bisher nicht geäußert. Auch die Schweizer Filialisten Tally Weijl oder Charles Vögele sind (noch) nicht dabei. Genauso wenig wie der dänische Bestseller-Konzern (Vero Moda, Vila, Only, Jack & Jones), der ebenfalls in Bangladesch fertigen lässt. Dabei ist eine breite Front internationaler Handelsunternehmen doch notwendig, um den nachhaltigen Erfolg der Initiative zu sichern und die Arbeitsbedingungen dauerhaft zu verbessern. Dazu müssen allerdings Kunden mehr Druck ausüben, was leider nicht immer leicht ist, denn je mehr Geld die Menschen für ihre Kleidung ausgeben, desto mehr Gedanken machen sie sich - und im umgekehrten Fall eben auch nicht, resümiert Marken-Experte Klaus Dieter Koch in der Süddeutschen Zeitung. Viele Konsumenten zeigen sich zwar von den Schlagzeilen erschüttert, vergessen sie aber wieder und ändern ihr Konsumverhalten nicht - mit der Konsequenz, dass man auf den Goodwill der Unternehmen hoffen muss oder es sich kaum etwas ändern wird.


Foto: via flickr/ rijans

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