British Fashion Council appelliert an den Premierminister, um einen Hard Brexit zu vermeiden

Der British Fashion Council (BFC) veröffentlichte am Montag einen klaren Appell an die britische Regierung, um einen No-Deal-Brexit zu verhindern. Er betonte die negativen Auswirkungen auf die britische Gewerbebranche, sollten die Handelsbeziehungen zur EU gestört werden. Dies trifft auch auf andere Länder zu, mit denen Großbritannien nur über die EU verhandelte Handelsverträge unterhält.


Der BFC erklärte, dass kleinere Label wie Mark Fast auf ein Abkommen mit der EU angewiesen sind

Weiter betonte der Dachverband der Modebranche, dass "ein No-Deal-Brexit ein Szenario ist, das verhindert werden sollte". Gestützt auf Angaben aus dem Jahr 2018 "würde die Umstellung auf WHO-Regeln die Modebranche zwischen GBP 850 und 900 Millionen kosten". Für die Zahlen stützt sich der Verband auf die UK Fashion & Textile Association.

"Großbritannien nimmt in der Welt der Kreativität, der Innovation und der Geschäftstätigkeit eine Führungsposition ein und wir müssen unseren guten Ruf erhalten", erklärt der BFC in seinem Appel weiter. "Die Branche beteiligt sich mit GBP 32 Milliarden am britischen BIP und beschäftigt über 890.000 Personen – fast so viele wie die Finanzbranche". Der Verband appellierte an die Regierung, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um ein Abkommen auszuhandeln.

Da das Worst-Case-Szenario jedoch noch immer nicht ausgeschlossen werden kann, organisierte der BFC im Vorfeld der kommenden London Fashion Week ein Seminar für Designer, um sich auf einen No-Deal-Brexit vorzubereiten, die Risiken und Hürden für ihre Unternehmen zu identifizieren und sich mit den WHO-Regeln vertraut zu machen, sollte am 31. Oktober kein Abkommen auf dem Tisch liegen.

Der BFC zeigt sich bei den Auswirkungen des Brexit auf die Designbranche insbesondere um Handels- und Talent-Aspekte besorgt.

"KMU in der Modebranche sind vom ersten Tag an auf den internationalen Markt angewiesen und ihre ersten Verkäufe werden meist außerhalb der EU abgewickelt". "Durch das Bedürfnis, hohe Handwerkskunst und kreative Stücke herzustellen, nehmen Designer oft in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit einen globalen Ansatz an, von der Beschaffung der perfekten Stoffe bis hin zur Suche nach dem besten Schnitttechniker für diesen spezifischen Stoff.

Mode besteht aus verschiedenen Bauteilen, die die Landesgrenzen mehrfach überschreiten, bevor das fertige Produkt entsteht. Um den Verkauf anzukurbeln, werden in der Verkaufssaison zudem Muster an zahlreiche internationale Messen und Schauen versendet. Das fügt der Branche eine Komplexitätsstufe hinzu, ähnlich wie in anderen Bereichen, die mit vielen Bauteilen arbeiten, wie die Automobilbranche."

Das bedeutet, dass die Liste der möglichen Komplikationen, Zusatzkosten, unerwarteten Formalitäten und logistischen Anforderungen lang ist. Zudem muss die Mehrwertsteuer plötzlich in 27 verschiedenen Ländern eingefordert werden und nicht mehr nur bei der EU.

Mit Blick auf die Fachkräfte erklärte der BFC, er arbeite mit dem Innenministerium zusammen, um bestehende und bekannte Immigrationsfragen zu klären. Doch obwohl "ein neuer Weg für außerordentlich begabte Designer und Branchenexperten gefunden wurde, damit diese in Großbritannien arbeiten können", und auch weitere Zugeständnisse gemacht wurden für Models, s decken die vorgeschlagenen Änderungen am Immigrationssystem die "qualifizierten, weniger gut bezahlten Arbeiter nicht, von den Mechanikern bis hin zu den Sprachexperten, was Bedenken über Qualifikationslücken in der Branche aufkommen lässt."

"Besonders besorgniserregend ist die Empfehlung, dass für ein Tier-2-Visum ein Mindestgehalt von GBP 30 000 erforderlich ist, obwohl qualifizierte Arbeiter in der Modebranche generell weniger verdienen. Auch die Mangelberufe-Liste umfasst keine der Aufgaben, die von der High-End-Modebranche erfordert wird. Der BFC fordert deshalb dringendst, dass das Mindestgehalt und die Liste der Mangelberufe überarbeitet werden".

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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