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DPA
Veröffentlicht am
09.11.2018
Lesedauer
3 Minuten
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Bundeskartellamt gibt grünes Licht für den Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof

Von
DPA
Veröffentlicht am
09.11.2018

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für den Zusammenschluss der beiden letzten großen deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gegeben. Was bedeutet das für Kunden, Mitarbeiter und die deutschen Innenstädte?

Reuters / Wolfgang Rattay


Die Übernahme von Kaufhof durch Karstadt setzt den Schlusspunkt in der Konsolidierung der deutschen Warenhauslandschaft. Wo einst Karstadt, Kaufhof, Hertie, Horten und Co um die Kundengunst kämpften, bleibt nur noch ein Platzhirsch übrig.

Die Warenhäuser leiden seit Jahren unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark, Fast-Fashion-Ketten wie H&M und Online-Händlern wie Amazon oder Zalando. Außerdem macht ihnen die Konkurrenz der großen Einkaufszentren zu schaffen. Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Die Kölner kämpfen auch nach der Übernahme durch die kanadische Hudson's Bay Company (HBC) Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst knapp die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.

Durch den Zusammenschluss der beiden Warenhausketten entsteht ein neuer Einzelhandelsriese mit europaweit 243 Standorten und rund 32.000 Mitarbeitern. Die damit einhergehende Bündelung von Einkaufsmacht dürfte es Kaufhof und Karstadt ermöglichen, bessere Konditionen von den Lieferanten zu bekommen. Außerdem könnten nach Einschätzung von Branchenkennern in der Verwaltung, Datenverarbeitung und Logistik beträchtliche Summen gespart werden.

Der künftige Mehrheitseigentümer René Benko hofft, dank der zentralen Lage der Warenhäuser auch vom Trend zur Verschränkung von Online- und Offline-Angeboten profitieren zu können. "Reine Onlineanbieter suchen mittlerweile händeringend Präsentationsflächen und Logistik- beziehungsweise Service-Hubs in Toplagen – wir haben sie", beschrieb Benko in einem "Handelsblatt"-Interview sein Zukunftsszenario.

Fest steht wohl, es wird nach dem Zusammenschluss zu einem Abbau von Arbeitsplätzen kommen. Schließlich braucht das neue Unternehmen keine zwei Konzernzentralen mehr. Auch bei IT und Logistik dürfte es erhebliche Einsparpotenziale geben. Offen ist, wie viele Stellen wegfallen werden. Spekulationen, nach denen bis zu 5.000 Jobs bedroht seien, bezeichnete Benko als "unverantwortlich".

In vielen Städten herrscht Unruhe. Befürchtet werden Filialschließungen und damit verbunden eine Verödung der Innenstädte. Offizielle Angaben zu geplanten Schließungen gibt es nicht. Doch mit einer Schließungswelle gleich nach der Übernahme ist wohl nicht zu rechnen. Die Kosten dafür wären nach Einschätzung von Experten angesichts der oft über Jahrzehnte laufenden Mietverträge einfach zu hoch. Es könnte allerdings einzelne Schließungen geben, wenn Mietverträge auslaufen. Benko bemühte sich zuletzt, Befürchtungen zu dämpfen: "Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen", betonte er. Als er vor einigen Jahren Karstadt übernommen habe, seien von 25 Wackelkandidaten am Ende nur drei Warenhäuser tatsächlich geschlossen worden.

Was der Zusammenschluss für die Verbraucher bedeutet, muss sich noch herausstellen. Die beiden Marken Karstadt und Kaufhof sollen nach dem Willen von Benko erhalten bleiben. Zu den Zukunftsaussichten des neuen Warenhausriesen äußerte Benko sich zuletzt demonstrativ optimistisch: "Wir sind vom Warenhaus als solchem zutiefst überzeugt. Die Innenstädte haben eine goldene Zukunft."

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