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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
22.02.2021
Lesedauer
2 Minuten
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Burberry: Menswear in der Wildnis der Horseferry Road

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
22.02.2021

Obwohl der Februar in London traditionell der Damenmode gewidmet ist, inszenierte Burberry diesen Monat eine reine Herrenkollektion und nannte sie "Escapes".


 

Mit dieser Kleidung präsentierte der Chief Creative Officer des Hauses, Riccardo Tisci, zum ersten Mal eine "menswear-focused" Kollektion für Burberry. Das Ergebnis waren einige meisterhaft geschneiderte Stücke von Riccardo, die in einer von Tiscis liebsten Kulissen – aus mehreren Ebenen aus hellem Sperrholz und gewellten beigen Vorhängen bestehend – präsentiert wurden.
 
Vor der Show sorgte der Italiener für Stimmung, indem er einigen VIPs und Redakteuren modernistische Safaristühle, auf denen die exakten geografischen Koordinaten der Show aufgedruckt waren, schickte. Die Show fand am Montag, dem vierten Tag der fünftägigen London Fashion Week, im Londoner Hauptsitz der Marke im Horseferry House in Westminster online und ohne Live-Publikum statt.
 
In den sozialen Medien zeigte der Designer unterdessen Videos von fitten jungen Männern, die durch Parks und Landschaften liefen, bevor sie im Zentrum Londons landeten. Die Kameras drehten sich dabei um die Köpfe der Darsteller, oder es wurden Aufnahmen der Showeinladung mit dem Schriftzug "Wilderness" gezeigt, der sorgfältig auf ein Sweatshirt genäht wurde.

Tisci eröffnete die Show mit Burberrys Markenzeichen, dem Trenchcoat. Das Besondere daran: seine Trenchcoats waren vorne klassisch lang und hinten kurz. Er präsentierte sie in Beige oder dunkelm Karomuster. Andere kamen ohne Revers daher und erinnerten an den frühen Sechzigerjahre-Stil von Pierre Cardin, wieder andere überzeugten mit raffinierten Faltendetails.
 
Tisci sieht den Burberry Mann gerne im Rock und präsentierte in dieser Saison einige knielange plissierte Modelle in Kupfertönen, die eines Fortuny würdig wären. Kombiniert wurden diese zu schicken PVC-Leggings – der perfekte Look für eine Céilí-Party in den Highlands.
 
Kameraleute folgten jedem Model durch das verwinkelte Set, auch den beiden einzigen Mädels – der erfahrenen Edie Campbell und einer weiteren blonden Schönheit. Inspiriert wurde die Kulisse von Burberrys renoviertem Flagship-Store in der Regent Street.
 
Während Nordamerika unter einem gigantischen Eissturm litt, hatte Tisci die ideale Ausrüstung: wunderbare Yeti-Rappermäntel aus grauem Kunstpelz, oder mächtige Dufflecoats mit aufgesetzten Klettverschlüssen, die mit rustikalen Seidenschal-Gürteln ausgestattet waren. Dazu gab es Beanies mit Hirschmotiv und Stiefel, die wie Hufe aussahen. Zweifellos eine Rückkehr in die Wildnis.
 
Für ernstere Momente, wie den Gang zur Bibliothek in einer begrünten Universität, zeigte er Cricket-Pullover mit V-Ausschnitt aus Kunstpelz, teilweise ärmellose Baseballjacken mit Doppel-B-Logo, oder große gepolsterte Patchwork-Hemden.
 
Wie alle großen Modemarken bekommt auch Burberry die Folgen der Pandemie und des Lockdowns zu spüren, obwohl das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 4% auf 688 Mio. Pfund im Schlussquartal des letzten Jahres besser abschnitt als viele seiner Rivalen. Wenn man also bedenkt, dass 15 % der Läden geschlossen wurden, scheinen Tiscis Ideen für Burberry eindeutig Anklang zu finden.
 
Auch wenn diese Kollektion den Titel "Wilderness and Escapes" trägt, sind Tisci und Burberry weit davon entfernt, sich im kommerziellen Dschungel zu verlieren, ganz im Gegenteil.

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