Chanel investiert in Evolved by Nature Start-up

Chanel investiert in Nachhaltigkeit mit einem umweltorientierten Start-up.

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Chanel - Cruise Collection 2020 - Womenswear - Paris

Der Luxusmodekonzern hat mehreren Berichten zufolge eine Minderheitsbeteiligung an der in Boston ansässigen Firma Evolved by Nature übernommen. Das Unternehmen hat eine Möglichkeit entwickelt, flüssige Seide für die Herstellung von Hochleistungstextilien zu verwenden, als natürliche Alternative zu aggressiven oder toxischen Chemikalien, die derzeit häufig im Prozess verwendet werden.

Berichten zufolge befindet sich das Biomaterialunternehmen auch in Gesprächen mit weiteren Luxusmarken über mögliche Partnerschaften. "Es gibt ein enormes Interesse aus fast allen Segmenten, von Luxus über Performance bis hin zu Haushaltswaren", sagte Greg Altman, CEO von Evolved by Nature, gegenüber Business of Fashion.

"Diese Partnerschaft wird es Chanel ermöglichen, innovative Materialien zu erforschen und mechanische sowie optische Verbesserungen verschiedener Stoffe zu erzielen, im Einklang mit Chanels Bestreben, Materialien von außergewöhnlicher und einzigartiger Qualität herzustellen. Diese Investition ist Teil der Strategie des Unternehmens, in grüne Technologien zu investieren", sagte Chanel in einer Erklärung gegenüber WWD.

Diese Entwicklung ist der neueste Schritt von Chanel in Sachen Umweltbewusstsein. Bereits im Dezember gab die Luxusmarke bekannt, dass sie exotische Tierhäute wie Eidechsen-, Krokodil- und Schlangenhaut aus ihren Kollektionen verbannt. Head of Fashion Bruno Pavlovsky nannte als Grund für den Wandel die zunehmenden Schwierigkeiten bei der ethischen Beschaffung solcher Materialien.

Chanels Interesse an einem saubereren Produktionsprozess für Mode liegt im Trend – Anfang dieser Woche stellte der Bekleidungskonzern Gap einen Plan vor, bis zum Jahr 2025 nur noch nachhaltige Baumwolle zu verwenden, während im Mai die PVH Corp., die Muttergesellschaft hinter Calvin Klein und Tommy Hilfiger, eine "Forward Fashion"-Strategie veröffentlichte, in der die Ziele für ihre Geschäftstätigkeit dargelegt werden: keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu erzeugen, mehr erneuerbare Energiequellen zu nutzen, Reduzierung des Abfalls auf Null durch Vermeidung von Deponielösungen und den Einsatz gefährlicher Chemikalien in ihren Prozessen zu vermeiden. Auf dem Copenhagen Fashion Summit im vergangenen Monat kündigte der Technologiekonzern Google eine Zusammenarbeit mit der Luxusdesignerin Stella McCartney an, die Datenanalyse und maschinelles Lernen in der Google Cloud nutzt, um Marken einen umfassenderen Einblick in ihre Lieferketten zu geben und ihre Umweltauswirkungen genauer messen zu können.

Übersetzt von Felicia Enderes

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