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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
29.09.2021
Lesedauer
2 Minuten
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Charles de Vilmorin debütiert bei Rochas mit kontrastierenden Kreationen

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
29.09.2021

Das größte Debüt dieser Pariser Saison lieferte Charles de Vilmorin bei Rochas. Das aktuelle Enfant terrible der französischen Mode präsentierte am Mittwochmittag ein auffälliges Modestatement, bei dem jedes Ensemble eine radikale Nebeneinanderstellung zu sein schien.

Rochas - Frühjahr/Sommer 2022 - Paris - Photo: Rochas


Von Jean-Charles de Castelbajac bis hin zu Anna Wintour war alles anwesend, was in der Modebranche Rang und Namen hat. Alle versammelten sich in drei vergoldeten Sälen des Hotels Mona Bismarck, das an einem stark befahrenen Abschnitt der Seine gegenüber dem Eiffelturm liegt. Draußen drängten sich Hunderte von Fotografen und Fans auf der Straße, so dass der Verkehr fast zum Erliegen kam.
 
Dazu beigetragen hat sicherlich auch die Tatsache, dass Charles aus der französischen Kreativszene stammt – seine Großtante war Louis de Vilmorin, eine berühmte Literatin und Gefährtin von André Malraux, dem ersten Kulturminister der Welt.

Das historische Frankreich spiegelt sich auch in de Vilmorins Stil wider – gotische Schlösser, düsterer Surrealismus, Jean-Cocteau-Filme und High-End-Psychedelic der 60er Jahre. Miles Davies trifft auf Saint Laurent auf LSD. Charles könnte im Übrigen als dessen Doppelgänger durchgehen. 
 
De Vilmorin ist ein begnadeter Künstler und Illustrator, was sich auch in seiner Einladung zeigt – eine geschwungene Serie von detaillierten Federstrichen, die ein Klavier, einen Hocker und wilde Blumen zeigen. Noch deutlicher wird dies in der brillanten Art und Weise, in der er sich den Veranstaltungsort zu eigen gemacht hat, indem er alle Fenster des Erdgeschosses des Herrenhauses mit seinen Skizzen von frechen, wollüstigen Amazonen übermalte.
 
Bei dieser ersten Laufstegkollektion gab es viel zu bewundern. Seine vorherigen Kollektionen für sein gleichnamiges Label wurden alle in Form von Präsentationen und Videos gezeigt.

Bei Rochas eröffnete er mit einem schulterfreien Leder-Militärhemd, das über einem Plissee-Rock und goldenen Piratenstiefeln getragen wurde, gefolgt von einem mittelalterlichen, geschnürten Lederkleid, das zu einem weißen Smokinghemd und rot-gelben Stiefeln kombiniert wurde.
 
Die Wurzeln seiner Ideen sind zweifelsohne grandios, aber das Ergebnis ist sehr groovy. Wenn er an jemanden erinnert, dann an Vivienne Westwood, obgleich er durch und durch Franzose ist.
 
De Vilormins genialster Einfall war das Anbringen von steifem Tüll an mehreren Ärmeln, Schultern und Säumen, fast wie Fischflossen – was metallisch gerüschten Cocktailkleidern, figurbetonten Oberteilen oder Plissé-Kleidern ein weiteres außergewöhnliches Element verlieh.
 
Die schönsten Looks dieser Coed-Show waren jedoch seine weißen Zeltkleider aus Popeline und seine maskulinen Hemden, die mit seinen fantasievollen Skizzen geschmückt waren.
 
Die Zusammenarbeit mit der Stylistin Camille Bideau Waddington verlieh der Kollektion einen Hauch von funky Glamour. Das war auch nötig, denn wenn die Kollektion einen offensichtlichen Fehler hatte, dann den, dass sie zu sehr nach seinen früheren Kreationen für sein eigenes Label aussah.
 
Aber de Vilmorin ist noch jung, erst Mitte 20, und hat noch viele Ideen im Kopf. Man darf davon ausgehen, dass seine Karriere steil nach oben gehen wird.

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