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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
01.12.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Chief Digital Officer Ian Rogers verlässt LVMH nach Umstrukturierung

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
01.12.2020

Der gebürtige Amerikaner Ian Rogers wird 24S, den noch jungen E-Commerce-Zweig von LVMH, dem größten Luxuskonzern der Welt, im Rahmen einer großen Umstrukturierung der Digital- und IT-Abteilung des Konzerns verlassen.

Photo: Shutterstock - Shutterstock


Rogers, der vor fünf Jahren von Apple zu LVMH kam, wurde zum Sonderberater von Bernard Arnault ernannt, wenngleich ihm jegliche operative Rolle entzogen wurde. Rogers beaufsichtigte den Launch von 24S, das ursprünglich 24 Sèvres hieß, nach der Pariser Adresse des Kaufhauses Bon Marché, das ebenfalls zum LVMH-Imperium gehört.
 
Im Zuge der Neugestaltung der Managementstruktur machte LVMH Michael David zu seinem neuen Chief Omnichannel Officer und ernannte Franck Le Moal, seinen Group IT Director, zum Leiter seines Digital Partnerships Teams. Beide werden an Toni Belloni, Group Managing Director, berichten.

Ebenso wird Wendy Chan, Head for Digital für den asiatisch-pazifischen Raum, die lokale Medienbeobachtung in ihren Aufgabenbereich aufnehmen und an Michael David berichten.

In einer internen Ankündigung, die FashionNetwork.com vorliegt, lobte LVMH Rogers dafür, dass er dazu beigetragen habe, den E-Commerce auf einen zweistelligen Prozentsatz des Gesamtumsatzes zu steigern, ehrgeizige Projekte in den Bereichen Daten und künstliche Intelligenz einzuleiten und Beziehungen zur Start-up-Community aufzubauen.

Rogers wird künftig eine Stelle in dem in Paris ansässigen Technologie-Start-up Ledger übernehmen.

"Wir sind sehr dankbar für Ians Beitrag und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm in seiner beratenden Funktion, einschließlich der Ausrichtung des LVMH Innovation Award. Ian hat uns dabei geholfen, die Digitaltechnik mit einer Sensibilität für die Codes des Luxus tiefer in unsere Organisationen zu integrieren", erklärte Bernard Arnault, Chairman, CEO und Mehrheitsaktionär von LVMH.

Für Beobachter folgt diese Umstrukturierung jedoch zum Teil aus der unzureichenden Leistung des größten eigenständigen Internet-Projekts der Gruppe, 24S. Obwohl es von LVMH mit großem Tamtam initiiert wurde und die Einführung mehrerer der prestigeträchtigsten Marken des Konzerns – wie Louis Vuitton – im E-Commerce ermöglichte. Doch von Anfang an bedeutete die strenge Limited-Edition-Strategie von 24S, dass es dem Online-Shop offenbar an einer breiten Auswahl fehlte, wie sie dynamische Rivalen wie YNAP, Matches oder MyTheresa bieten. Darüber hinaus wirkte sein Online Editorial, das Street Casting in klassischen Teilen von Paris beinhaltete, etwas veraltet.
 
Die Gruppe veröffentlicht im Allgemeinen keine Jahresergebnisse ihrer etwa 70 Marken. So hat der Luxusgigant beispielsweise nie Umsatzzahlen für 24S zur Verfügung gestellt, trotz wiederholter Anfragen von FashionNetwork.com.

Tatsächlich schien das fehlende Wachstum von 24S nur Arnaults Meinung gegenüber Online-Akteuren, selbst Amazon, zu trüben. In einer Rede vor Analysten und Medienvertretern in der LVMH-Zentrale im Januar 2019 sagte Arnault: "Sie alle verlieren Geld... Das ist kein gutes Zeichen. Und je größer sie werden, desto mehr Geld verlieren sie. Wir sind mehrmals gebeten worden, uns an diesen Geschäften zu beteiligen, und ich habe immer Nein gesagt."

"Sie benutzen ihre Datenbank, um Kunden mit Verkäufern in Verbindung zu bringen, und sie nehmen einen Prozentsatz, der dazu führt, dass sie... gefälschte Produkte verkaufen und daher in gewisser Weise mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht werden, denn die Websites, die gefälschte Produkte verkaufen, werden durch das organisierte Verbrechen oder sogar durch Terrorismus finanziert", schimpfte Arnault, der reichste Mann Europas, der je nach Börsenkursen gelegentlich Amazon CEO Jeff Bezos als reichsten Menschen der Welt überholt.

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