Christian Dior: Ein Tanz zur Musik der Kleidung

Man zögert, dies seinen Freunden in London, Mailand und New York überhaupt zu sagen, aber nach nur einer Show in Paris, und zugegebenermaßen einer besonders brillanten Inszenierung von Christian Dior, fühlte es sich so an, als hätte man in Punkto Qualität und Mode einen enormen Gang höher geschaltet.

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Christian Dior - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula

Inspiriert von den großen Tänzerinnen der Gegenwart und der Vergangenheit – wie Isadora Duncan oder Pina Bausch – drehte sich diese Show um eine treibende und extreme Tanz-Performance der Truppe um die israelische Choreografin Sharon Eyel.

Angetrieben vom Techno-DJ Ori Lichtik drehten, wirbelten und gestikulierten die Tänzer mit Hingabe, als die Model-Besetzung fast feierlich entlangzog.

In der Tat lenkte der Tanz oft die Aufmerksamkeit von den Kleidern ab, etwas schade, denn dies war das bisher beste Mode-Statement von Maria Grazia Chiuri für Dior.

Sie hatte viele ihrer Lieblingsstücke überarbeitet – griechische Göttinnen-Roben, zahlreiche Bar-Jacken, eine halbtransparente Abendgarderobe und ausgestellte Röcke.

Mit Kaleidoskop-Motiven verlieh sie jedoch allem eine neue Note, wie mit schlammigen Blütenblättermustern und verblassten, wellenförmigen Farben. Plus: Ihre superleichten Bars sahen aus wie echte Must-haves.

Ein weiteres Zeichen ihrer wachsenden Statur war die ganze Netzrock-über-Leggings-Idee, die sie sich ausgedacht hatte und die in vielen Shows in Mailand und New York von Bedeutung war. Außerdem gab es eine ganze Reihe von Handtaschen, die über die Schulter im Bandelero-Stil getragen wurden und die ein todsicherer Gewinner an der Kasse sein werden.

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Christian Dior - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula

"Eh, oui, ça c'était beau!", rief Bernard Arnault, der Vorsitzende von LVMH und Diors Besitzer, hinter der Bühne aus, als seine Frau und zwei seiner Söhne mit Chiuri für Fotos posierten.

Außerdem war es großartig, nach mehreren Shows mit feministischer Mode bei Dior, die ab und zu einen leichten Predigt-Beigeschmack hatte, eine rein künstlerische Aussage über die Bewegung und die befreiende Kraft des Tanzes zu sehen.

"Die Erfahrung des Tanzes, seine intimste Wahrheit, die Tatsache, dass es ein Mittel des universellen Ausdrucks bleibt ... das alles hat meine Vorstellungskraft stimuliert", sagte Chiuri.

Diese Italienerin begann diesen Montag mit dem mehrheitlichen Gerücht, dass ihre Amtszeit bei Dior bald vorbei sein könnte. Aber nach dieser mutigen und oft hinreißenden Show verließen viele das riesige Show-Zelt auf der Longchamp-Rennstrecke und fanden, dass man jedes Kündigungsschreiben zerreißen könne. Das war eine richtig gute Show!

Übersetzt von Elisa Gerlach

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