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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.07.2022
Lesedauer
3 Minuten
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Christian Diors Lebensbaum-Couture

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
05.07.2022

Christian Dior zeigt folkloristische Couture in einer Show, die sich an der Idee des Lebensbaums inspirierte. Das Luxushaus entwickelte daraus prachtvolle Entwürfe, ausgearbeitet mit technischen Kunststücken und hervorragender Stickerei.

"Undefinierte Folklore", sagte Dior-Kreativdirektorin Maria Grazia Chiuri lächelnd. Die Wände hinter ihr im Garten des Musée Rodin waren mit riesigen Stickereien aus unterschiedlichen Kulturen und künstlerischen Traditionen bedeckt. Dabei nahm sie auch Bezug auf die Werke der ukrainischen Künstlerin Olesia Trofimenko und ihren Fokus auf den Lebensbaum.

Dior Haute Couture Herbst/Winter 2022 - Dior


Vielerorts waren die Stoffe der Kollektion relativ schlicht – Rohleinen, leichter Wollkrepp und dicke Wollstoffe – doch die Konstruktionen waren kompliziert und die Stickerei von höchster Raffinesse.

Die Farbpalette umfasste unzählige Beige-Schattierungen – Sandfarben, Café au Lait, Karamell-Braun, Ecrufarben – und viel Schwarz. Viele Entwürfe wurden mit Gipürespitze abgerundet, mit geometrischen Soutachen und slavischer Bourdon-Stickerei.

Das Modehaus arbeitete für die Kollektion mit vielen der besten Kunsthandwerker in Paris zusammen. So auch mit dem Stickerei-Atelier Maison Lesage, das beige Boleros und Blazer in feinster Handarbeit mit Zweigen, Blättern und Blumen bestickte.

"Im gegenwärtigen Kontext mit dem Krieg am Fernsehen und der nie enden wollenden Pandemie, die noch immer nicht beendet ist, denke ich, dass wir uns alle die Frage stellen müssen, welche Bedeutung, welchen Zweck Couture hat", sinnierte Maria Grazia in einer Preview vor der Show in ihrem Studio am Seineufer.

Ihre Antwort war ein markantes Bekenntnis zur Handwerkskunst und zu handwerklichen Fachkräften, doch war sie bemüht, jeglichen chauvinistischen Beiklang für spezifische regionale Spezialitäten zu vermeiden.

Deshalb wählte sich auch das Bild des Lebensbaumes, das in so vielen Kulturen präsent ist. Deutlich ließ sich das an ihrem Mood Board sehen, das Bilder von Hemden aus Holland, französische Kittel und Illustrationen aus einem Volksmuseum in Kiew zeigte.

"Was wir heute tun müssen, ist die Handwerkskunst zu zelebrieren", sagte Chiuri. Sie griff auch auf die puren Linien des Bauhausstils zurück, der in den vergangenen Jahren sein 100. Jubiläum feierte. Er gründete auf dem Ethos, dass Künstler und Designer in einem politisch sensiblen Moment eine entscheidende Rolle spielen können.

Die italienische Couturière verwies auch auf das Neue Europäische Bauhaus und die 2020 aufgekommene Idee, in diesem schwierigen historischen Augenblick ein neues kontinentales Netzwerk an Kunsthandwerkern zu gründen. Ähnlich wie Monsieur Dior, der das Maison Dior kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1946 gründete und seine erste Kollektion 1947 präsentierte.

Eine angemessen düstere Toccate & Fuge in d-Moll steckte den Rahmen ab, während Maria Grazias jugendliche Models in viktorianischen Mesh-Schnürstiefeletten defilierten – alles sehr ordentlich und gesittet.


Dior Haute Couture Herbst-/Winterkollektion2022 - Dior


Die Ästhetik war von schlichter Eleganz geprägt und die Botschaft handelte von der Erneuerung und vom Lebenszyklus. Fast alle Looks wurden durch Stickereien veredelt, die jedoch ihrer Herkunft nicht einfach zuzuordnen waren. Die Silhouette war schlicht, gab wenig entblößte Haut preis und die Röcke reichten bis weit über das Schienbein.

In Chiuris Sicht reisen Motive und Muster durch Länder, überschneiden sich zwischen den Kulturen, genau wie die Idee des Lebensbaumes. Sie zeigte synkretistische Couture, die viele Kulturen berührte, um daraus etwas Neues zu gestalten.

Bezeichnenderweise und obwohl Dior zu den größten Luxushäusern der Welt zählt, war auf dem Mood Board auch das Coverbild von Erfundene Tradition des großen marxistischen Historikers Eric Hobsbawm zu finden. Seine Theorie lautet, dass Traditionen, die als altüberliefert gelten, - wie schottische Plaidtücher – in Wirklichkeit oft erst in den vergangenen 200 Jahren erfunden wurden und zu den Anfängen der Nationalstaaten zurückreichen.

Es fühlte sich heilsam an, diese Dior-Kollektion zu sehen, mit ihrem visuellen Aufruf für den freien Austausch von Ideen, die Verschmelzung der Kulturen und die ästhetische Warnung vor sterilem Nationalismus.

 

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