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Claudio Antonioli (NGG): "Heute sagt man 'Street', wie man 'klassisch' sagt."

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 16.12.2018
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access_time 7 Minuten
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In nur zwei Jahren ist die New Guards Group (NGG) zu einem wichtigen Akteur der Modebranche aufgestiegen. Zum Konzern zählen einige der angesagtesten Streetwear-Marken, von Off-White über Heron Preston, Unravel Project, Marcelo Burlon County of Milan, Alanui und A_Plan_Application bis hin zu Palm Angels. Die 2016 von Claudio Antonioli, Davide de Giglio und Marcelo Burlon gegründete Holdinggesellschaft bleibt gerne im Hintergrund, doch weckt sie mit ihrem Umsatz in Höhe von über 300 Millionen Euro zunehmendes Interesse. FashionNetwork.com hat sich mit einem der drei Gründer, Claudio Antonioli, zum Gespräch getroffen. Der CEO der berühmten Mailänder Marke Antonioli enthüllte dabei unter anderem die Funktionsweise, die Philosophie und den Schlüssel des Erfolgs von NGG. Er sprach auch über die kommenden Projekte des Konzerns. Dazu zählt der Launch des Labels Kirin Peggy Gou.


Claudio Antonioli - DR


FashionNetwork.com: Wie ist die New Guards Group entstanden?

Claudio Antonioli: Alles begann vor vier Jahren mit meinem Partner Davide de Giglio und dem Trendsetter-DJ und Designer Marcelo Burlon. Gemeinsam gründeten wir ein Unternehmen, um seine Ready-to-Wear-Marke zu produzieren und weiterzuentwickeln. Das war unser erstes Label. Dann übernahmen wir Mehrheitsbeteiligungen an anderen Marken wie Unravel Project und Alanui, die wie Marcelo Burlon bereits bestanden. In anderen Fällen haben wir direkt mit den Designern neue Label eingeführt, doch waren alle diese Unternehmen unabhängig voneinander. Vor zwei Jahren mussten wir dann alle diese verschiedenen Realitäten in einer einzigen Struktur bündeln. So haben wir 2016 die New Guards Group gegründet, die zu jeweils 46,5 Prozent Davide de Giglio und mir gehört und zu 7 Prozent Marcelo Burlon.

FNW: Wie werden die Marken verwaltet?

CA: Die New Guards Group kontrolliert unsere Beteiligungen in allen Unternehmen. Wir sind bei allen Marken Mehrheitsaktionäre, aber immer in unterschiedlicher Form. Bei einigen ist der Konzern Inhaber der Marke, bei anderen der Lizenz. Der Schlüssel ist es, für jede Marke eine operative Gesellschaft gegründet zu haben, wobei der Designer ebenfalls Aktionär ist. Unsere Lizenzen haben eine Laufzeit von 15 bis 25 Jahren und umspannen den Betrieb und die Produktion, die hauptsächlich in Italien und Portugal abläuft. Im Hauptsitz von NGG in Mailand sind die Designstudios, getrennt nach Marke. Auch die Vertriebs-, Produkt- und Marketingabteilungen befinden sich hier. In dieser Struktur hat jeder Designer sein eigenes Designstudio, auf das er sich stützen kann, ohne stets vor Ort sein zu müssen.

FNW: Haben Sie Synergien geschaffen?

CA: In der Produktion und vor allem beim Vertrieb haben sich manchmal Synergien ergeben. So haben wir beispielsweise vor Kurzem mehrere Läden in Hongkong eröffnet, für Off-White, Palm Angels und Heron Preston. In vielen Fällen eröffnen wir die Läden mit Partnern.

FNW: Welches Gewicht hat NGG heute?

CA: Für das Jahr 2018 rechnen wir mit einem Umsatz in Höhe von EUR 315 Millionen und einem EBITDA von EUR 62 Millionen. Was uns auszeichnet, ist, dass wir uns stets selbst finanzieren konnten. Wir haben keine Schulden und verfügen über einen Cashflow von EUR 70 Millionen. Das Unternehmen hat schon immer einen Gewinn abgeworfen und wird über den Verkauf der Marken finanziert.

FNW: Haben sich schon Investoren bei Ihnen gemeldet?

CA: Ja, klar, aufgrund unserer Ergebnisse sind wir schon von mehreren Investmentfonds und Unternehmen kontaktiert worden. Doch ist keine Vereinbarung zustande gekommen.

FNW: Erwägen Sie, einen Teil des Kapitals zu veräußern?

CA: Das wäre eine Möglichkeit. Wir versuchen gerade, zu ermitteln, ob dies für uns von Interesse wäre oder nicht.

FNW: Was ist der Schlüssel Ihres Erfolgs?

CA: Wir kennen die Branche sehr gut. Davide de Giglio war schon immer in der Produktion. Ich selbst habe in jungem Alter mit den Boutiquen angefangen, da war ich 26. Antonioli ist entscheidend, insbesondere was den Bereich Research anbelangt. Mit unseren vier Einkäufern reisen wir rund um die Welt und nehmen an allen Fashion Weeks teil, auch den weniger bekannten. So suchen wir nach Nachwuchstalenten. Dadurch entstand auch unser Wunsch, diese junge Marken zu begleiten. Als wir damit angefangen haben, war es fast wie ein Spiel, wir haben nicht damit gerechnet, dass das Projekt einen solchen Umfang erreichen würde!

FNW: Haben Sie bereits neue Projekte aufgegleist?

CA: Wir bereiten die Markteinführung von Kirin Peggy Gou vor, die im Februar in Paris enthüllt wird. Wir gründen diese Marke mit der jungen House Music-Songwriterin, Producerin und DJane Peggy Gou. Sie reist um die ganze Welt und ist in allen Musikszenen ein gerngesehener Gast. Ihr Designstudio entwickelt die Kollektion der 28-Jährigen in unserer gemeinsamen Struktur. Wir haben uns über gemeinsame Freunde kennengelernt und sie hat mir gleich gefallen. Neben der Mode liebe ich auch die elektronische Musik, vor vier Jahren habe ich in Mailand sogar einen Club aufgemacht: Volt. Wir haben die Struktur und das Geld. Wenn ein Designer gute Ideen hat, können wir sie Realität werden lassen.

FNW: Welche Philosophie steckt hinter NGG?

CA: Unsere Aufgabe ist es, Personen zusammenzubringen, die so oft wie möglich zusammenkommen und in der Lage sind, ein interessantes Projekt zu starten. Unsere Gruppe ist wie ein Store, das Hauptziel ist es, das Interesse zu wecken. So kommt immer wieder Bewegung in die Gruppe, es handelt sich um ein Zusammenspiel unterschiedlicher Elemente. Alles wird um eine Persönlichkeit herum errichtet, um ihre Energie herum. Es gibt keine Regeln, NGG ist eine freie Welt.


Claudio Antonioli in seinem Store in Mailand - DR


FNW: In nur wenigen Jahren ist Off-White zu einem Phänomen geworden. Wie ist die Marke entstanden?

AC: Virgil Abloh hat dieselbe Vision der Mode wie wir. Er ist sehr intelligent, einfach unnachahmlich. Er ist sehr geschickt, wenn es darum geht, eine einzigartige Vision zu kreieren, da hat er einen sehr innovativen Drang. Als er mit Kanye West zusammenarbeitete, launchten sie eine Marke namens Pyrex. Ich bin zu diesem Zeitpunkt auf ihn zugegangen und bot meine Hilfe bei der Entwicklung des Labels an, ähnlich wie ich es bereits mit Marcelo Burlon getan hatte. Doch er wollte ein neues Label einführen. So ist Off-White entstanden. Wir haben den Vertrieb immer eingeschränkt, um die Erwartung zu steigern. Von Anfang an ging es steil nach oben. Off-White ist die größte Marke des Konzerns, mit einem Umsatz von EUR 150 Millionen.

FNW: Befürchten Sie nicht, dass sich die Ernennung von Virgil Abloh zum Kreativdirektor der Menswear von Louis Vuitton zum Nachteil von Off-White auswirken könnte?

CA: Da sehe ich kein Risiko, denn Virgil Abloh hat zwischen den beiden Situationen immer einen gebührenden Abstand gewahrt, sie unterscheiden sich auch stark. Für mich ist es ein Pluspunkt für die Marke. Wie es das Projekt Nike x Off-White war. Alles dient der Marke, auch die Tätigkeit von Virgil Abloh als DJ.

FNW: Aus all den Marken Ihres Konzerns, können Sie uns etwas mehr sagen über A_Plan_Application und Unravel Project?

AC: A_Plan_Application ist ein Projekt, dass mit uns entstanden und nun in der dritten Saison angelangt ist. Stilistisch nähert sich die Marke dem Universum von Margiela, Helmut Lang und Jil Sander. Sie wird von der in England ansässigen Künstlerin und Bildhauerin Anna Blessmann designt. Blessmanns Partner ist der berühmte Grafiker Peter Saville, der unter anderem für das Rebranding von Burberry und Calvin Klein verantwortlich war.

Unravel Project wurde 2016 von Benjamin Taverniti gegründet. Taverniti ist der Sohn des französischen Designers Jimmy Taverniti, der in den 90er Jahren für seine Denim-Entwürfe bekannt wurde. Benjamin Taverniti zog nach Kalifornien, wo er unter anderem für Jeremy Scott und als Kreativdirektor von Hudson Jeans tätig war. Unravel Project wird in gut 200 Multibrand-Stores geführt und erzielt einen hervorragenden Umsatz von rund EUR 20 Millionen. Wir planen, in Kürze einen Store zu eröffnen.

FNW: Wieso interessiert sich NGG hauptsächlich für Streetwear-Marken?

CA: "Streetwear" ist keine Identifikation für uns. Zu einem gewissen Zeitpunkt wurde dies vom Markt verlangt, doch ist nicht sicher, ob wir in diese Richtung weitergehen werden. Die Definition der Streetwear hat sich über die Jahre hinweg verändert. Heute sagt man "Street", wie man "klassisch" sagt. Die Welt verändert sich. Was heute als besonders zeitgenössisch gilt, ist es, bequeme Kleidung zu tragen und keine Regeln zu befolgen. Rick Owens könnte beispielsweise als "Street" bezeichnet werden. Es braucht keine genaue Einteilung. Wir sind in einer Zeit entstanden, als sich die Mode und die Straße austauschten, aber heute reicht das nicht mehr aus. Wichtig ist es, zeitgenössisch und innovativ zu bleiben. Unser Angebot muss mit unserer Zeit gehen, und doch einen kleinen Vorsprung haben.

FNW: Wie sehen Sie die Entwicklung der Mode und der Kreativität?

CA: Die Mode ist Ausdruck unseres Lebens. Dieses Universum wurde, wie alle anderen Branchen auch, von der Online- und Kommunikationsrevolution erfasst. Ich denke, wir tendieren zu einer Konsolidierung. Heute ist es normal, eine Website zu haben und gut zu kommunizieren. Internet hat die Kommunikation erleichtert, indem die Designer über mehr Freiheit verfügen. Doch bedeutete dies gleichzeitig auch, dass sich eine Person, die ein besonderes Talent für die Kommunikation hat, gegenüber einer mehr kreativ veranlagten Person durchsetzen konnte. Heute ist die Ausgangslage wieder ausgewogener.

FNW: Welche Projekte stehen bei Antonioli an?

CA: Die Marke verfügt gegenwärtig über sieben Stores: Zwei in Mailand, drei in Lugano, einen in Ibiza und einen in Turin. Wir wachsen aber ständig weiter. Das vergangene Jahr war fantastisch. Wir bilden eine Mischung aus allem, was sich in der Mode so tut, von Saint Laurent über Off-White und Nischenmarken bis hin zu Balenciaga. Ich habe den ersten Store 1983 in Mailand eröffnet, 2003 ist er an die Via Pasquale Paoli im Navigli-Quartier umgesiedelt, 2008 folgte der Schritt in den Onlinehandel. Vor Kurzem habe ich umliegende Ladenflächen aufgekauft, durch die der Mailänder Store auf insgesamt 700 Quadratmeter erweitert werden kann.
 

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