Coachs dunkle Western-Romantik

Die jüngste Kollektion von Stuart Vevers für Coach war ein grandioses, kraftvolles Statement des Designers, der wie kaum ein anderer den Finger am kulturellen Puls der amerikanischen Jugend hat.


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Coach - Fall-Winter2018 - Womenswear - New York - © PixelFormula


Stuart Vevers hat den amerikanischen Traum verwirklicht. Der mit reichlich Talent gesegnete Designer verließ Loewe vor drei Jahren nach der erfolgreichen kreativen Neuausrichtung des spanischen Labels. Nun ist er zum Rockstar-Designer aufgestiegen – und hat Coach zu einer ausdrucksstarken Must-Have-Marke gemacht. Es gelingt ihm mühelos, kommerzielle Kleider mit künstlerischer Tragweite zu entwerfen – die Top-Kombination in der Modebranche.

Natürlich hilft es, dabei über ein großes Budget zu verfügen. Stuart investierte dieses in der neuen Saison in ein riesiges Set in der Basketball City am New Yorker East River. In einer nur am Rande gespenstisch wirkenden Waldlandschaft mit schlammigen Pfaden und verwelkten Blättern siedelte er seine dunkle Bohemien-Fantasie an.

Im städtischen Dschungel trägt die Coach-Frau diesen Herbst Kleider mit Bandana-Print, nietenbeschlagene Cowboystiefel, Ranch-Blazer und Rodeo-Jacken mit Fransen. Western-Perfektion bis in die Fingerspitzen, mit passenden Fingerringen und Federschmuck, Daos-Edelsteinen und geflochtenen Ledergürteln.

Die Menswear bot ein ziemlich sorgenfreies Bild, für die Afterparty aufgepeppt mit Western-Trenchcoats, Hoodies und schicken Shearling-Jacken. Hin und wieder eine Trainerhose, um mit beiden Beinen auf der Weltbühne zu bleiben. Karl Templer entwarf eine attraktive Kollektion vor einem traumhaften Set von Stefan Beckman. Sogar das Wetter war Vevers wohlgesinnt, im Außenbereich konnten Passanten und Modefashionistas eine Gruppe junger Künstler bei der Kreation eines Manga-inspirierten Murals beobachten.

Für die noch immer hauptsächlich auf Gepäckstücke ausgerichtete Marke launchte Vevers auch zahlreiche neue Produkte. Seine Lederrucksäcke mit Lassos, nicht selten mit passenden Beuteln, Clutches und Brieftaschen, sahen großartig aus.

"Ein gespenstischer Charme: Die gotische, übernatürliche Härte sorgt für eine dunkle Romantik … und erforscht den Spannungsbogen zwischen New York und dem amerikanischen Südwesten. Die Natur in der Stadt schafft ein neues Vokabular", so Vevers in seinem Programm. Und es war den Zuschauern ein leichtes, die gezeigten Looks im legendären Wilden Westen anzusiedeln. … da fehlen nur noch Gary Cooper und Grace Kelly.

Alles in Allem ein weiteres prägnantes und ausdrucksstarkes Modestatement dieses Nordengländers, den es in den Westen verschlagen hat. Und die Mode gewinnt auf der ganzen Linie.

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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