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Veröffentlicht am
16.07.2017
Lesedauer
3 Minuten
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Concept Stores durch Luxushändler im Internet unter Druck

Veröffentlicht am
16.07.2017

Die Mutter aller Pariser Concept Stores, Colette, schließt im Dezember und für ihren Counterpart in Mailand, 10 Corso Como, fängt ebenfalls ein neues Kapitel an. Gegründet im Jahr 1990 von Carla Sozzani, hatte der bekannte Concept Store in den letzten Jahren sehr zu kämpfen, war 2015 nahe am Bankrott und erst kürzlich durch eine Räumungsklage bedroht. Aber der Tempel für italienische Mode hat einen Retter gefunden.


A new chapter is beginning for 10 Corso Como - DR


Genauer gesagt zwei Retter: Die Gründer des italienischen Modelabels, Tiziano Sgarbi und Designerin Simona Barbieri. Nach dem Verkauf ihres Labels Twinset an die US-amerikanische Private-Equity-Gruppe Carlyle, ist das Duo jetzt bereit für neue Abenteuer. Nach einer Meldung des Corriere.it haben Barbieri und Sgarbi für knapp 30 Millionen Euro die Kontrolle über das Immobilienunternehmen übernommen, dem das Gebäude gehört, in dem sich auch 10 Corso Como befindet.
 
„Wir haben nicht die Absicht, dass Konzept zu ändern. Wir wollen es nur modernisieren und wir hoffen den Namen ‚10 Corso Como‘ weiter verwenden zu können. Bezüglich der Foto-Ausstellung und der Mode- und Accessoires Boutique, würden wir gerne eine Partnerschaft mit Carla Sozzani eingehen“, erklärt Tiziano Sgarbi gegenüber dem Corriere.it. „Es wird ein neues Management für das Restaurant, die Bar, den Bookshop und das Hotel geben", fügt Sgarbi hinzu.

Modernes Konzept?
Das Einzelhandelsmodel Concept Store, wie es vor 20 Jahren erfunden wurde, scheint veraltet zu sein und vor allem vom Aussterben bedroht. Der Aufstieg von Luxus-Multibrand-Onlineshops wie, Yoox-Net-A-Porter oder Matchesfashion, ist eine große Konkurrenz. Aufgrund ihrer internationalen Präsenz sind sie wesentlich attraktiver für Modelabel als traditionelle Multibrand Stores.
 
Die Modelabels sind inzwischen neben ihren stationären Geschäften auch mit eigenen E-Commerce Plattformen unterwegs, gehen parallel exklusive Kooperationen mit Luxus-Onlineshops ein und bekommen dadurch weltweite Aufmerksamkeit. Das Gleiche gilt auch für aufstrebende Designer: Früher verließen sie sich darauf, dass sie über die Schaufenster von Colette oder andere Luxus-Boutiquen bekannt werden. Heute konzentrieren sich alle darauf, exklusive Verträge mit Internethändlern zu schließen, die im Luxus-Segment tätig sind, wie Mytheresa oder L’Exception.
 
„Wir leben in turbulenten Zeiten. Stärker als durch die ökonomische Krise, ist das Modegeschäft durch den radikal veränderten Vertrieb beeinträchtigt. Der Boom von E-Commerce in Kombination mit den Problemen der klassischen Kaufhäuser, wirbelt das System durcheinander“, erklärt Franco Pené, Chef der Onward Luxury Group, denen u.a. Jil Sander und Modehändler Joseph gehören.
 
Ercole Botto Poala, Präsident der Milano Unica Handels-Messe, schlägt ähnliche Töne an: „Der Absatzmarkt ist mitten in einer radikalen Transformation. Wenn wir jetzt nicht die richtigen Maßnahmen treffen, vor allem Investitionen in Technologie, kann es durchaus passieren, dass wir den Anschluss verlieren.“
 
Aber jede Regel hat auch seine Ausnahme: Der Dover Street Market, das Multibrand Concept von Comme des Garçons, eröffnet demnächst einen neuen Store in Los Angeles – nach London, Tokyo und New York. Dieser Concept Store fährt eine Strategie, die auf Kooperationen basiert und eröffnet somit zahlreiche Pop-ups innerhalb seiner Geschäfte – den letzten z. B. von Fendi.
 
Andere dagegen haben schon früh den digitalen Weg eingeschlagen, wie Luisaviaroma, eine bekannte Boutique in Florenz, die schon seit 1999 einen Webstore betreiben. Aktuell macht der Onlinehandel bei ihnen 95 Prozent ihres Gesamtumsatzes aus, der 2016 fast 130 Millionen Euro erreichte. Und erst kürzlich launchten sie eine Reihe an Kooperationen mit bekannten italienischen Modegrößen wie Sergio Rossi und Dolce & Gabbana.


 

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