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Cotonea steigt aus Textilbündnis aus

Veröffentlicht am
today 28.05.2018
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Cotonea reicht es. Der baden-württembergische Heimtextil- und Oberbekleidungshersteller mit Sitz in Bempflingen nahe Stuttgart steigt aus dem Textilbündnis der Bundesregierung aus. Das Fazit des Unternehmens lautet nach vier Jahren Mitgliedschaft: Die im Leitfaden "Wir sind auf dem Weg" formulierten ökologischen und sozialen Standards erfülle man schon lange zu 100 Prozent.

Das Bempflinger Textilunternehmen produziert vor allem Heim- und Haustextilien. - Cotonea


Die Roadmap eigne sich im Umkehrschluss lediglich für große Unternehmen, für Cotonea sei die jährliche Dokumentation erreichter Verbesserungen schlicht überflüssig. Der Dokumentationsaufwand sei für kleinere Unternehmen dazu schlichtweg nicht zu leisten, zeigt sich der Geschäftsführende Gesellschafter von Cotonea, Roland Stelzer, verärgert. 

"Allein damit kann man eine Halbtagskraft beschäftigen. Wir haben keine eigene Compliance-Abteilung wie die Großen", so Stelzer. Zunächst habe das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) die Zusage gegeben, kleinen Unternehmen und Verbänden diesen Aufwand, wenigstens teilweise, zu erstatten. Geschehen sei jedoch nichts.

Bei Entscheidungen fielen die Forderungen der kleinen, engagierten Textilhersteller außerdem oft "unter den Tisch", weshalb diese eine Quote gefordert haben, mit der ihre Belange berücksichtigt werden. Dem wurde zwar zugestimmt – geschehen sei aber auch hier nichts. 

"Ich sehe nicht ein, dass nur die großen Unternehmen entscheidungsrelevant sind. Das führt dazu, dass wirklich nachhaltige Vorschläge, die vielleicht mehr Aufwand und Kosten erfordern, nicht aufgegriffen werden", fährt Stelzer mittels einer Pressemitteilung seines Hauses fort. 

Waren anfangs noch 20 kleine Hersteller Mitglied im Textilbündnis, sind es mittlerweile nur noch vier. 16 hätten "stillschweigend das Handtuch geworfen". 

Mit nur noch drei kleinen Mitgliedsunternehmen seien die Großen nun unter sich und müssen sich mit "unorthodoxen" Vorschlägen nicht mehr beschäftigen, heißt es seitens Cotonea

Das Unternehmen konzentriert sich seit 2003 auf biologisch-faire Baumwolle für die Produktion von Heim- sowie Haustextilien und Oberbekleidung. Unter der Marke Cotonea werden Bett- und Badwäsche, Bettwaren und Babywäsche sowie Bekleidung aus eigenen Bio-Baumwollprojekten hergestellt und vertrieben.

Die gesamte Fertigung findet laut des Unternehmens – teilweise in eigenen Betrieben – nach IVN Best Standards ausschließlich in Europa und der Türkei statt.

Das so genannte Textilbündnis wurde 2014 als Reaktion auf den Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza Bangladesch von Bundesentwicklungsminister Müller gegründet. Ziel ist es, soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der Textillieferkette zu erreichen. Heute gehören ihm rund 150 Unternehmen, Verbände und NGOs an.

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