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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
26.04.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Covid-19: In der Baumwoll- und Polyesterbranche herrscht Ungewissheit

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
26.04.2020

Erstmals in seiner Geschichte ist Ölpreis ins Negative gerutscht. In der Baumwollbranche herrscht laut Branchenvertretern "totales Chaos". Wie wirkt sich dies kurz- und mittelfristig auf die Rohstoffpreise in der Bekleidungsbranche aus?

Shutterstock


Der europäische Textil- und Bekleidungsverband Euratex gab sich im Gespräch mit FashionNetwork.com sehr vorsichtig hinsichtlich der Rückmeldungen aus der Polyesterbranche. "Es scheint, der Rohstoffpreis habe keine massiven Auswirkungen auf die Faserpreise auf dem Endabnehmermarkt, aufgrund der zahlreichen anderen Produktionskosten (Strom, Abschreibung der Anlagen, Personalkosten usw.)", so der Verband. "Darüber hinaus bestehen in Asien bedeutende Überschusskapazitäten in der Polyesterherstellung. Dies wird angesichts des Nachfragerückgangs wahrscheinlich ein weitaus ausschlaggebender Faktor sein (als der Erdölpreis, Anm. d. Red.) wenn die Preise in Zukunft steigen oder sinken".

Der weltweite Polyestermarkt wurde im vergangenen Jahr auf über USD 100 Milliarden geschätzt, wobei mehr als die Hälfte davon auf den Bekleidungsmarkt entfällt. Laut dem Jahresbericht 2019 von Textile Exchange machte Polyester 51,5 Prozent aller produzierten Fasern aus und liegt damit weit vor der Baumwolle (24,4 Prozent). Die Explosion der Baumwollpreise zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts beschleunigte den Einsatz synthetischer Materialien.

Mehr als die Hälfte der weltweiten Faserproduktion im Jahr 2018 entfiel auf Polyester - TextileExchange


In der Baumwollbranche herrsche heute jedoch laut dem International Cotton Advisory Comittee (ICAC) "totales Chaos". Der Baumwollpreis sei seit Januar um 24 Prozent eingebrochen und liege heute 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang des Baumwollpreises geht generell mit einem Rückgang der entsprechenden Anbauflächen einher. Dies wiederum birgt das Risiko zukünftiger Preiserhöhungen.

"Normalerweise folgen die Polyester-Preise den Baumwollpreisen", erklärt ICAC-Abteilungsleiter Andrei Guitchounts. "Unseren Recherchen zufolge besteht eine Verzögerung von ca. sechs Monaten zwischen dem Polyesterpreis und Ölpreis, der aber nicht der entscheidende Faktor der Preisbildung ist" (dafür ist vielmehr die Überproduktion verantwortlich, Anm. d. Red.), so der Experte. "Der Rückgang des Anbaus und der Baumwollproduktion dürften viel schwächer ausfallen als der Rückgang der eigentlichen Baumwollnachfrage. Dies obwohl der Baumwollpreis von 80 Cents pro Pfund im Dezember 2019 auf unter 60 Cents pro Pfund gefallen ist, hauptsächlich durch die Regierungshilfen".

Vor dem Hintergrund von Zollschlachten, einer Verlangsamung des Verbrauchs und der aktuellen Gesundheitskrise ist der Baumwollpreis seit 2018 rückläufig - ICAC


Die weltweite Baumwollproduktion wird für die Saison 2019/2020 auf 25,9 Millionen Tonnen geschätzt. Doch die Nachfrageprognosen wurden am 1. April nach unten korrigiert und liegen neu bei 24,6 Tonnen. Beim Polyester rechnen einige Beobachter mit einer Verlagerung auf Recycling-Polyester, der 2018 13 Prozent des gesamten Polyesterverbrauchs ausmachte. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert bei 8 Prozent.

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