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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
05.06.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Covid-19: Luxusindustrie pessimistisch hinsichtlich einer raschen Erholung

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
05.06.2020

Die Covid-19-Krise wird dauerhafte Spuren im Luxussektor hinterlassen und die Rückkehr zum Wachstum wird langsamer als erwartet ausfallen, so der Bericht "A perspective for the luxury goods industry during - and after - coronavirus". Die Umfrage, die am Mittwoch während einer Videokonferenz veröffentlicht wurde, wurde von der Beratungsfirma McKinsey & Company in Zusammenarbeit mit der italienischen Modekammer (CNMI) und dem Messeveranstalter Pitti Immagine unter Entscheidungsträgern (Marken, Einzelhändler, Hersteller) und Verbrauchern in Europa und den Vereinigten Staaten durchgeführt.


Eine der letzten Shows vor der Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie - Burberry


Die Mode- und Luxusindustrie wurde von der Covid-19-Pandemie schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zwischen dem 1. Januar und dem 18. März 2020 verlor der Sektor fast 30% seines Börsenwertes (die Modeindustrie verlor 42%, die Luxusgüterindustrie 31%). Die Marktkapitalisierung der führenden Mode- und Luxuslabels stürzte ab, ihre Aktienkurse fielen um 32%, während die der Kaufhäuser 50% verloren, unabhängige Labels schnitten etwas besser ab, mit einem Wertverlust ihrer Aktien von 26%.

Die Umfrage ergab auch, dass die Unternehmen der privaten Luxusgüterindustrie für das Jahr 2020 mit einem Umsatzrückgang zwischen 20% und 60% rechnen, während ihr EBITDA ebenfalls starke Einbußen erleiden wird.

Die Aussichten bleiben höchst unsicher. Nach Schätzungen von McKinsey wird eine Rückkehr zum Umsatzniveau von 2019 erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 möglich sein. Eine Prognose, die mit der Meinung vieler Führungskräfte der Branche übereinzustimmen scheint. Zwischen dem 2. und 10. April legten die Forscher mehr als 2.100 Managern verschiedene Recovery-Szenarien vor.

80% der Unternehmer und Manager des Luxusgütersektors gaben einen Umsatzrückgang von bis zu 40% seit Anfang des Jahres an



Für 31% der Befragten war das pessimistischste Szenario das plausibelste, nämlich "ein Wiederaufleben des Coronavirus, eine Rückkehr zum Wachstum nur auf lange Sicht und eine schwache globale Erholung". Diesem Szenario zufolge wird erwartet, dass der weltweite Umsatz mit Luxusgütern im Jahr 2020 um 130 bis 140 Milliarden Euro zurückgehen wird, gegenüber den 390 Milliarden Euro, die die Branche 2019 wert war, und um weitere 40 bis 50 Milliarden Euro im Jahr 2021.

Fast 15% der Befragten entschieden sich für ein etwas weniger pessimistisches Szenario, in dem "das Virus eingedämmt wurde, der Sektor jedoch Schaden genommen hat und das langfristige Trendwachstum schwächer ausfallen wird". Weitere 11% sagten stattdessen "ein Wiederaufleben des Virus voraus, das mit einem langsamen langfristigen Wachstum einhergeht".

Nur 16% der Befragten sprachen sich für das optimistischste Szenario aus und sagten voraus, dass "die Pandemie eingedämmt wird und das Wachstum wieder anzieht", so dass der Luxusmarkt im Jahr 2020 nur zwischen 100 und 110 Milliarden Euro verlieren und 2021 zwischen 2 und 12 Milliarden Euro zurückgewinnen würde.

Unternehmer und Manager sehen sich mit "erheblichen Auswirkungen" der Krise konfrontiert. 80% von ihnen berichten von einem Rückgang ihrer Umsätze um bis zu 40% seit Jahresbeginn. Sie gaben auch an, dass sich die Krise auf mehrere Aspekte ihres Geschäfts ausgewirkt habe.

Sie sind der Meinung, dass die Hauptrisiken für die Luxusindustrie mit einem drastischen Einbruch des Konsums (für 26% von ihnen), mit übermäßigen Lagerbeständen (23%), mit der aggressiven Rabattpolitik der Einzelhändler und Marktplätze (21%) und mit dem Druck auf die Liquidität der Unternehmen (13%) verbunden sind. Einige von ihnen (9%) sind auch besorgt über den Verlust interner Kompetenzen.
 
Modeaccessoires und Kosmetika werden voraussichtlich die widerstandsfähigsten Sektoren sein. Die Autoren der Umfrage betonten auch, dass das Großhandelsnetz voraussichtlich am meisten leiden wird, da die Verbraucher ihre Einkäufe aufschieben und der Anteil des Kanals an den Online-Verkäufen gering ist.

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