Delpozo nicht auf der London Fashion Week

Auf die erste Runway-Show des deutschen Designers Lutz Huelle als Creative Director von Delpozo wird die Modewelt noch etwas länger warten müssen. Wie gegenüber FashionNetwork.com bestätigt, wird die spanische Marke während der nächsten Modewoche der britischen Hauptstadt, die vom 12. bis 17. September stattfindet, nicht auf Londons Laufstegen zu sehen sein.


Looks aus Delpozos Pre-Fall-Kollektion 2019 - Delpozo

Das in Madrid ansässige Luxuslabel, das sich seit 2011 im Besitz der Gruppe Perfumes y Diseño befindet, erscheint nicht im offiziellen Kalender der kommenden Veranstaltung. "Wir werden nicht auf der nächsten Modewoche auftreten", bestätigten Vertreter des Labels gegenüber FashionNetwork.com, auf Nachfrage nach einer möglichen Präsentation in London, wo Delpozo erwartungsgemäß seine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2020 zeigen sollte. Über den Ort der nächsten Modenschau des Labels oder eine mögliche Formatänderung liegen bisher keine Details vor.

Die neuesten Stücke der Marke, die auf den Markt kommen, sind daher eine Übergangskollektion für Herbst/Winter 2019, die das Atelier Delpozo unter der Leitung seines neuen Kreativdirektors Lutz Huelle kreiert hat. Da die Kollektion streng genommen nicht die erste war, die der Nachfolger von Josep Font, der im September letzten Jahres von seiner Rolle als Creative Director zurücktrat, vollständig entwarf, entschied sich die Marke Anfang März für eine diskrete Präsentation im Ricardo Grassi Showroom während der Paris Fashion Week.

Damals erklärte Delpozo, dass die erste Kollektion des neuen Designers, der im Dezember offiziell ernannt wurde, während der Cruise Collection Saison präsentiert werden würde. Dennoch ist die versprochene Resort-Kollektion 2019 des Labels, die den Beginn einer neuen Ära der Marke einläuten sollte, bis heute nicht gezeigt worden.


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Delpozo - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - London - © PixelFormula

Delpozos Abwesenheit im Londoner Kalender im September dieses Jahres markiert die zweite Saison in Folge, in der die Marke beschlossen hat, ihre Kollektionen nicht auf dem Laufsteg zu zeigen. Die letzte Show des 1974 von Jesús del Pozo gegründeten Modehauses fand in London statt, wo die Marke einen Flagship-Store betreibt, und war die letzte Präsentation des Labels unter der Leitung von Josep Font. Die Show war die zweite, die Delpozo in der britischen Hauptstadt veranstaltet hatte, nachdem es zuvor 10 Saisons lang seine Kollektionen in New York präsentierte. Was die aktuelle Womenswear-Marke des Kreativdirektors der spanischen Marke betrifft, so hat Huelle bestätigt, dass sie am 27. September in Paris ihre neueste Kollektion präsentieren wird.

Zeitenwechsel bei Delpozo

Delpozos neuer Creative Director und seine Auszeit vom Londoner Catwalk sind nicht die einzigen Veränderungen, die sich in den letzten Monaten bei der spanischen Marke ereignet haben. Anfang Juni gab der Präsident von Perfumes y Diseño, Pedro Trólez, bekannt, dass Delpozo zum Verkauf steht. Die Marke, die sich zu 100 % im Besitz der auf die Entwicklung und den Vertrieb von Luxusparfüms spezialisierten Gruppe befindet, suchte nach Investoren mit Expertise im Modebereich. Trólez sagte damals, dass er offen sei, entweder eine Mehrheit oder eine Minderheitsbeteiligung an der Marke zu verkaufen, die auf dem besten Weg sei, in diesem Jahr 10 Millionen Euro Umsatz zu erzielen.

Die Ankündigung erfolgte nach monatelangen strategischen Manövern von Delpozo, bei denen das in Madrid ansässige Unternehmen den Vertrieb seiner Accessoires dem italienischen Luxusgroßhändler Massimo Bonini anvertraute, sein Großhandelsgeschäft an den Ricardo Grassi Showroom weitergab und einen Teil seiner Produktion nach Italien verlagerte. In Spanien hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge Anfang Januar 20 Mitarbeiter entlassen.  

In jüngster Zeit wurde das Wachstum von Delpozo durch die Expansion im Mittleren Osten und in Südkorea unterstützt, wo die Marke Verträge mit der Chalhoub Group und KLH International abgeschlossen hat. Derzeit betreibt das Label drei Flagship-Stores in Madrid, London und Dubai und ist in 34 Märkten an 80 Verkaufsstellen präsent.

Übersetzt von Felicia Enderes

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